Corona-Impfstrategien: Warum Junge zuerst impfen sinnvoll sein kann

Neue Erkenntnisse legen nahe, dass die Impfung von Biontech und Pfizer auch die Übertragung der Krankheit verhindert. Das könnte die Impfstrategie beeinflussen. Junge Menschen, die die meisten Kontakte haben, könnten zur Eingrenzung der Pandemie an Bedeutung gewinnen.

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Tiere töten, aber auf die gute Art?

In Österreich kann das von Sebastian Bohrn-Mena initiierte Tierschutzvolksbegehren bis 25. Jänner unterschrieben werden. Die Forderungen orientieren sich in erster Linie an der Bewusstseinsbildung der Fleischkonsumenten. Dass das Töten von Tieren per se nicht in Frage gestellt wird, sorgt für Kritik durch Aktivisten und wirft die Frage auf, wie weit Tierschutz gehen soll.

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Tiktok: zwischen Vergnügen und Geschäft

Tiktok, das Lieblings-Videoportal der 10- bis 20-Jährigen weltweit, bekommt 2020 einen neuen Ansturm von Nutzern. Mit dem Coronavirus und wenig zu tun, laden immer mehr Menschen die kostenlose App auf ihre Smartphones herunter. Während es von einigen als reiner Zeitvertreib bezeichnet wird, stellt es für andere einen Weg dar, Menschen zu helfen und sich selbst zu verwirklichen. Was genau Tiktok so besonders macht, und ob es auch für Unternehmen relevant sein könnte, erklären Social Media Expertin Kristina Benkotic, und Tiktok-Nutzerin Bammi (__cloudhead_).

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Drittstaatsstudenten

Für Studenten in Österreich geht ein ungewöhnliches Semester zu Ende, in dem Distance-Learning und Online-Prüfungen zum Regelfall wurden. Mit der Prüfungssaison ist auch der Studienbeitrag für das kommende Sommersemester einzuzahlen. Viele Studenten leiden inmitten der Corona-Krise ohnehin unter finanziellen Engpässen, aber jene aus Drittstaaten sehen sich zusätzlich mit höheren Studienbeiträgen konfrontiert.

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PLAGIATE: „ES FÄLLT AUF UNS ALLE ZURÜCK“

Die Diskussion um die Integrität wissenschaftlicher Arbeiten ist durch die Plagiatsaffäre Aschbacher wieder einmal angelaufen. Fachhochschulen stehen dadurch besonders im Fokus. Die Fachhochschule der Wirtschaftskammer Wien (FHWKW) sieht sich gegen Plagiatsfälle gut gerüstet. Dennoch schlägt der Plagiatsalarm immer wieder an.

Der Arbeitsministerin Christine Aschbacher blieb nur mehr der Rücktritt. Unterstützung aus den eigenen Reihen war nicht mehr vorhanden, zu drastisch waren die Vorwürfe: Sowohl ihre Masterarbeit auf der FH Wiener Neustadt aus dem Jahr 2006, als auch die 2020 an der Technischen Universität in Bratislava eingereichte Dissertation unterliefen alle Standards wissenschaftlichen Arbeitens. 

Großflächig abgeschriebene Passagen, unverständliche Sätze, Übersetzungsfehler: Mag. Andreas Hess, MBM, Akademischer Koordinator für den Bereich Journalismus und Medienmanagement der FHWien der WK Wien, kann dazu nur den Kopf schütteln.  

„Da frage ich mich schon, wie es so etwas gibt. Die Arbeiten hat ja augenscheinlich niemand gelesen. Da sind derartig schwere Formulierungs- und Übersetzungsfehler drin. Ich weiß nicht, wie das an der FH Wiener Neustadt damals von statten ging, finde es aber traurig, dass wir Fachhochschulen deswegen in ein schlechtes Licht gerückt werden.“

Mag. Andreas Hess, MBM im Zoom-Interview. Foto: Georg Seebacher

Verdachtsfälle für unsauberes wissenschaftliches Arbeiten finden sich aber immer auch an seiner Fachhochschule: 

„In unserem Bereich (Journalismus und Medienmanagement, Anm.) kann man von einem Fall pro Jahr ausgehen. Wir konnten die Vorfälle aber immer abfangen, bevor die Arbeiten veröffentlicht wurden.“ 

„Wir können Schlampigkeitsfehler nicht durchgehen lassen.“

Er unterstellt in den meisten Fällen keine böse Absicht. Studierende wären zumeist einfach schlampig oder würden Zitierregeln falsch anwenden. Doch gerade auch das führt zu einer negativen Bewertung: „Wir können auch Schlampigkeitsfehler nicht durchgehen lassen.“ 

Aschbacher-Dimensionen hatten die Fälle an der FH der WKW noch nie. „Dass ganze Teile von Arbeiten abgeschrieben worden sind, ist uns zum Glück noch nicht untergekommen.“

Man verwendet die gängige Plagiatssoftware Turnitin, die weltweit auf Quellen an Hochschulen und wissenschaftliche Monographien zugreift. 

Zusätzlich wird jede Bachelor- oder Master-Arbeit vom Betreuer und der Programmleitung durchgesehen, sollte es Übereinstimmungen geben. „Dann muss man sich ansehen, ob es wahrscheinlich ist, dass Studierende auf die relevante Quelle überhaupt zugreifen können. Wenn man sich nicht vorstellen kann, dass der Studierende auf die Quelle Zugriff hatte, fragt man wie er dazu kommt.“

Bei Masterarbeiten wird außerdem jede Arbeit durch die Studienprogrammleitung gegengelesen. Hier fallen Dinge auf, bei denen die Software nicht anschlägt: „Man sieht mitunter verschiedene Formatierungen, andere Schreibstile. Man kennt einiges schon, weil man in dem Bereich ja selbst tätig ist. Ganz sicher kann man sich nie sein, aber dass nach doppelter Prüfung etwas Verdächtiges durchrutscht, ist doch recht unwahrscheinlich.“

„Das bringt’s nicht!“

Abgesehen davon: Die scheinbare Arbeitsabkürzung kann im Handumdrehen Laufbahnen zerstören, mitunter sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. „Stellen Sie sich vor, Sie werden beruflich berühmt oder bekannt – man muss dazu ja nicht Politiker sein. Gerade auch für Journalisten kann die Karriere im Nu vorbei sein, wenn ein Plagiat aufgedeckt wird: Das bringt’s nicht. Wer redlich und sauber arbeitet, der hat auch kein Problem.“

Zudem hänge ja nicht nur das eigene Schicksal daran: 

„Es fällt auf uns alle zurück, so wie es jetzt auf die FH Wiener Neustadt zurückfällt. Es schadet dem Lehrkörper, der Einrichtung, allen Studierenden und Absolventen. 

Kabarettistische Annäherung an ein ernstes Thema: Solche Sätze wären bei den FH-Wien Plagiatsprüfungen wohl aufgefallen.

Durchaus bewusst ist der FH der WKW die Problematik der externen Lehrenden. Diese sind zumeist beruflich erfolgreich, aber oft nicht im wissenschaftlichen Bereich verankert. 

„Sie bekommen von uns entsprechenden Support: Wir schulen sie an der Plagiatssoftware, gehen bereits in der Konzeptphase von Diplomarbeiten auf potentiell schwierige Thematiken ein. Die Arbeiten werden stets im Zusammenspiel mit der Studienprogrammleitung überprüft.“

Die sogenannte Titelheischerei in Österreich, die ja nun wieder Thema wurde, sieht er so: „Das hat meiner Meinung nicht so sehr mit K&K-Tradition, sondern mehr mit der OECD-Akademikerquote zu tun, die in den letzten Jahren um jeden Preis nach oben getrieben wurde. Da bin ich kein großer Anhänger davon, man muss ja nicht alles akademisieren. Beruflich kann jeder auch ohne Titel top sein.“

Titelfoto: FH Wiener Neustadt, c/ WikiCommons, User Steinte

Wer hat Angst vor’m Roboter?

Die Technische Universität Wien veranstaltet am 22. Jänner ein Online-Event zum Thema „Responsible Robotics“. Interessierte können hier mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Robotern und Künstlicher Intelligenz diskutieren. Die Coronakrise zeigt Potenziale dieser Technologien auf – die ethischen Fragen in diesem Zusammenhang sind die gleichen geblieben. 

Spätestens seit George Devol im Jahr 1956 den ersten Industrieroboter baute, beschäftigen sich Philosophen und Sozialwissenschaftler mit den ethischen und gesellschaftspolitischen Aspekten dieser Technologien. Am 22. Jänner veranstaltet die Technische Universität Wien (TU) in Zusammenarbeit mit dem ScienceCenter-Netzwerk die Online-Diskussionsveranstaltung „Responsible Robotics“. Interessierte bekommen hier die Möglichkeit, mit Doktorandinnen und Doktoranden der TU über die gesellschaftlichen Implikationen von Robotern und Künstlicher Intelligenz (KI) zu diskutieren. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Personen ohne spezielle Vorkenntnisse, der Eintritt ist frei.

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Der Digitale Adelsklub

Kein Club ist momentan so begehrt wie Clubhouse. Die Audio-only-App basiert auf einer Mischung aus Live-Podcast und Gesprächsrunden. Geschicktes Exklusivitäts-Marketing, FOMO und Hype verdrängen datenschutzrechtliche Bedenken und fehlende Kontrolle bei problematischen Inhalten.

Die Angst, man könnte etwas verpassen, ist derzeit groß. Das hört sich in Zeiten einer Pandemie zunächst nach einem Widerspruch an. Die App Clubhouse hat es trotz – oder vermutlich gerade wegen Corona – geschafft, uns mit der FOMO-Krankheit zu infizieren, dem „fear of missing out“-Phänomen. Keine Likes, keine Bilder, keine Kommentare. Clubhouse setzt auf Audio statt auf Text.

Bis zu 1.000 Leute pressen sich in virtuelle Räume. Die Nutzer diskutieren über Medien, die Zukunft der Demokratie, Networking und aktuelle Deutschrap-Releases. Neues zum Immobilien-Markt um 12 Uhr, digitale Klimakonferenz um 18 Uhr, nostalgische Gespräche über Konzerte um 20 Uhr. Verstärkt wird der Hype dadurch, dass Prominente und Politiker in den Chaträumen angetroffen werden können. Thomas Gottschalk, Paris Hilton, CDU-Politiker Philipp Amthor, Oprah Winfrey, Joko Winterscheidt. Sie alle tummeln sich in den unterschiedlichsten Räumen.

Bei Clubhouse gilt: Wer nur zuhören will, lauscht eben aufmerksam. Wer sich aktiv in die Diskussion einbringen möchte, kann seine Hand virtuell heben. Eine Art Radio-Talkshow, der per Knopfdruck beigetreten werden kann. Besonders betont werden bei Clubhouse die anspruchsvollen Gespräche und der Austausch auf hohem Niveau.

Die Macher aus dem Silicon Valley, Paul Davison und Rohan Seth, entwickelte den anhaltenden Podcast-Trend weiter. „Die Faszination für Podcasts und der positive Start sprechen dafür, dass sich Clubhouse längerfristig etablieren kann. Auch die Möglichkeit an einer Teilnahme, ohne auf den Bildschirm des Smartphones schauen zu müssen“, sagt Philippe Wampfler, der sich mit digitaler Bildung und Jugendkultur beschäftigt und an der Universität Zürich lehrt. 

Der Pöbel findet sich bei Facebook und Instagram

Rezipienten werden oftmals zu Sendern auserkoren. Die App bedient damit eine Nische, während Facebook an Bedeutung verliert und es mit Instagram, glaubt man Experten, auch bald abwärts gehen könnte. Clubhouse vermittelt Exklusivität, das Bild einer Elite in der digitalen Welt. Der digitale Adel residiert bei Clubhouse, der Pöbel verkümmert in Zukunft auf Facebook und Instagram, lauten so manche zynische Prognosen.

Clubhouse kann nur auf Einladung genutzt werden. Exklusive Einladung für exklusive Gespräche, Vernetzung und intellektuellen Content. Für den Neuropsychologen und Neuromarketing-Experte, Hans-Georg Häusel, ist dies nichts Neues. „Das Konzept, auf das Clubhouse setzt, existiert schon lange. Wenn man sich Adelsklubs anschaut, etwa den Rotary Club. Es ist ein elitärer Kreis, der gut ausgesucht ist. Man kommt nur auf Empfehlung rein. Die sozialen Mechanismen sind die gleichen. Clubhouse hat die Mechanismen der Adelsklubs in die digitale Welt übertragen“, sagt Häusel.

Der Medienhype, der momentan um die App passiert, würde Clubhouse zusätzlich attraktiver machen. Potentielle Nutzer bezahlen beträchtliche Summen für eine Einladung von einem aktiven „Clubmitglied“. Bei Ebay werden die Clubhouse-Einladungen zum Kauf angeboten. Verlangt wird dafür umgerechnet bis zu 300 Euro.

Jeder Nutzer, dem es gelungen ist, ein Profil zu erstellen, kann zwei Einladungen verschicken. Android-Nutzer müssen sich noch gedulden. Genutzt werden kann die App nur mit einem iOs-Betriebssystem. Künstliche Verknappung trifft auf Prominente und Politiker, mit denen in Chaträumen direkt kommuniziert werden kann. So wird ein Hype kreiert.

Auch Facebook setzte ursprünglich auf das Konzept der künstlichen Verknappung. Längerfristig bewährt hat sich das im Hinblick auf die Exklusivität nicht. Exponentielles Wachstum gefährdet den „elitären Kreis“ aber auch bei Clubhouse. „Jeder, der dazu darf, kann wieder zwei Personen mitbringen. Da geht die Kontrolle irgendwann verloren. Wenn das zu schnell geht, gerät auch die Exklusivität ins Wanken“, sagt Häusel.

Die dunkle Seite des Klubs

In Kritik geraten ist die App zuletzt wegen ihrem Umgang mit Verschwörungstheorien und Hass-Botschaften, die in Gesprächsräumen ausgetauscht werden. Auch der Sturm aufs Kapitol in Washington soll dort angekündigt worden sein. Die Tech-Journalistin Taylor Lorenz von der New York Times erstellte eine Liste, wer bei Clubhouse alles spricht: Neonazis, ehemalige Breitbart-Blogger, Trump-Anhänger und Verschwörungstheoretiker. Insbesondere Corona hat eine neue Dimension an Desinformation hervorgebracht.

„Menschen werden nicht durch Plattformen wie Clubhouse anfälliger für Desinformationen, doch sie können durchaus diese Anfälligkeiten bedienen und verstärken“, sagt Wampfler. Verschiedene US-amerikanische Medien berichten zudem von Holocaustleugnung und sexistischen Äußerungen. Die Unternehmerin Sarah Mauskopf twitterte im September: „Es gibt einen Clubhouse-Raum, in dem tatsächlich ein paar Leute darüber diskutieren, warum es okay ist, Juden zu hassen. Ich habe erst mal genug von der App.“

Alle Gespräche werden aufgezeichnet, „um sicherzustellen, dass nicht gegen die Community-Guidelines verstoßen wird“, heißt es von Seiten der Entwickler. Hass-Inhalte können jedoch ungestört verbreitet werden. Eine effiziente Moderationsfunktion existiert nicht, diese wird von den Nutzern selbst übernommen. Es gibt ein Meldesystem, die Nutzer müssen die besprochenen Inhalte melden, damit sich Moderatoren zum Gespräch schalten. Wie oft dies geschieht, kann nicht gesagt werden.

„So eine Plattform ist für alle, die ihre Ideologien in die Welt pusten wollen, interessant. Vor dem ist auch Clubhouse nicht geschützt. Hier ist auch das exponentielle Wachstum wieder problematisch“, sagt Häusel. Konkrete Gegenmaßnahmen gibt es von den App-Entwicklern nicht. 

Kein Datenschutz

Bedenken äußerten in den letzten Tagen auch Datenschutzexperten. Dem Schutz von Daten wird bei Clubhouse keine Beachtung geschenkt. Die App fordert nach der Installation Zugriff auf das Kontaktbuch des jeweiligen IPhones. Die Hersteller, die Firma Alpha Exploration, sammelt personenbezogenen Daten. Berichten zufolge auch von Menschen, die keine Clubhouse-Mitglieder sind. Nicht ersichtlich ist bisher auch, wofür die gesammelten Daten verwendet werden. Die Nutzungsbestimmungen geben darüber keinen Aufschluss.

Fest steht, dass die App mit dem hochgeladenen Adressbuch Schattenprofile im eigenen Netzwerk anlegt. Wer Clubhouse also die Erlaubnis erteilt, auf sein Kontaktbuch zuzugreifen, gibt damit auch die Telefonnummern von Freunden, Familie, Bekannten, Arbeitskollegen an den Clubhouse-Server in den USA weiter. Zuletzt wurde dieses Vorgehen von Datenschützern auch beim Messengerdienst Whatsapp kritisiert.

Titelbild (c) imago

Annyeong! Darf es mal etwas Koreanisch sein?

K-Pop hat sich in den letzten Jahren auch im Westen zu einer etablierten Musikmarke entwickelt. Auch in Wien ist die Musikrichtung inzwischen angekommen und ermöglicht das Eintauchen in die südkoreanische Kultur. Wer das K-Pop-Feeling auch hier erleben will, kann etwa das K-Pop-Fandom Café im 15. Bezirk besuchen.

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Das Stadtmagazin der Studentinnen und Studenten der FH Wien