Aber bitte mit Bio: Genuss trifft auf „Liebe“

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Der Biohof Rapf bietet frisches Obst und Gemüse sowie Wein, Säfte und Eingemachtes aus eigener Erzeugung an. © Marktwirtschaft

Mitten im siebenten Bezirk vereint Wiens neuer Gourmet-Tempel für umweltbewusste Feinschmecker seit Mitte November auf innovative Weise Markthalle mit Greißlerei und Gastronomie.

Nachhaltigkeit im Fokus

London, New York, Berlin – Indoor-Food-Märkte erfreuen sich bereits in vielen Großstädten reger Beliebtheit. Nun haben Michael Schuster und sein Geschäftspartner Lucanus Polagnoli auch das Angebot in Wien erweitet. Kürzlich eröffneten sie in der Siebensterngasse 21 die „Marktwirtschaft“.  Auf 400 Quadratmetern findet sich Platz für fixe und wechselnde Produktangebote sowie für das kleine Lokal „Die Liebe“. Das Hauptaugenmerk liegt auf qualitativ hochwertigen regionalen, saisonalen und Bio-Lebensmitteln. Mitentwickelt wurde das Konzept vom Shoppen und Verweilen von Nina Mohimi und Dani Terbo von der Coolinary Society.

Vielfältiges Angebot

Gleich im Eingangsbereich empfängt der kleine Coffeeshop kaffemik die Besucher mit selbstgeröstetem Kaffee. Neben der Biobäckerei Gragger befinden sich auch die beiden weiteren Fixgrößen der Marktwirtschaft hier. Der vielfach prämierte Fleischhauer Franz Dormayer ist für sein mehr als 50 Sorten umfassendes Repertoire an Blunzn-Spezialitäten bekannt. Direkt gegenüber verkauft der Biohof Rapf an seinem Stand frisches Gemüse und Obst sowie selbstgemachte Säfte und Wein. Letzterer ist vegan, im Herstellungsprozess verzichtet man auf die Gelatine.  „Wir werfen nichts weg. Alles, was nicht verkauft wird, wird noch am selben Abend oder am nächsten Tag gleich eingekocht und verarbeitet“, so Jasmin Böhm, die den Stand betreut. Das Erzeugnis daraus ist ebenfalls zu erstehen: Gläser mit Sauerkirschen-Mus, Apfel-Quitten-Fruchtaufstrich, Lilien-Weingartenpfirsich-Chutney, Chilipesto und Tomatensuppe.

Erzeuger testen die Nachfrage

© Charlotte Weber
Das binnen kurzer Zeit schon fast berühmt gewordene Sardinenregal der Marktwirtschaft. © Charlotte Weber

Die drei quadratischen Tische in der Mitte des Raumes bieten Ausstellungsflächen für ständig wechselnde Produkte. Man könne sie wochen- und sogar tageweise mieten, erklärt ein Verkäufer, der eigens dazugebucht wurde. Sie stünden zwar auch ohne Verkäufer zur Verfügung, dann wären sie aber teurer. Eine weitere Variante für Aussteller, ihre kulinarischen Waren temporär zu präsentieren, sind die Regale. Hier hat man neben diversen interessanten Kochbüchern auch ein Angebot an ausgewählten internationalen Produkten platziert. Außerdem gibt es ein Wandregal mit eingelegten Sardinen, Aal und Lachs aus Portugal.
Die Firma Riess ist als einziger Anbieter von nicht Essbarem mit Geschirr vertreten.

Der Familienbetrieb von Wiener Honig will die Möglichkeiten der Marktwirtschaft nutzen und hat für zwei Tage einen Stand gemietet. So will man testen, ob und wie die eigenen Erzeugnisse bei der Kundschaft in Wiens Hipster-Viertel ankommen. Apfelstrudel- und Nelken-Orangen-Honig gehören zu den ausgefallenen Kreationen.

 Einladung zum Verweilen

Im hinteren Teil verwöhnt das Restaurant „Die Liebe“ seine Kunden. Alfred Schoch, ehemals Koch im Palais Hansen Kempinski, konnte für das Projekt gewonnen werden. Er will sich von den an den Marktständen ausgestellten Lebensmitteln inspirieren lassen und sie in seine Gerichte miteinbeziehen. Auf der Speisekarte stehen somit je nach Tageszeit vorwiegend Tapas in neu interpretierten Variationen. Außerdem gibt es ein reichhaltiges Frühstücksangebot sowie selbstgemachte Limonaden und Bio-Weine. Die selbstgebrauten Liköre von Barchef Hubert Peter reifen direkt an der Bar.

Das von David Shillinglaw designte Logo der "Liebe" an der Wand des Restaurants. © Falstaff, Topitschnig
Das Logo der „Liebe“ an der Wand des Restaurants. © Falstaff, Topitschnig

Das Lokal ist momentan wohl noch das stärkste Asset der Markthalle, findet auch Jasmin Böhm: „Ich denke die Leute behalten halt mehr das Restaurant in Erinnerung als die Einkaufsmöglichkeiten.“ Nichtsdestotrotz herrscht allgemeine Zuversicht, dass sich die Marktwirtschaft schon noch herumsprechen wird. Derzeit sei ja schließlich alles auch noch ein bisschen am Entstehen.

Geöffnet hat der Markt von Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 20.00 Uhr, die „Liebe“ von 9.00 bis 24.00 Uhr.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website und auf Facebook.

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