Shoppen mit Bedacht

Die Ausstellung „Für Garderobe wird nicht gehaftet. Widerständiges in Mode und Produktion“ eröffnete am 09.12.2015 im Angewandte Innovation Lab (AIL). Der Programmpunkt „Antishopping“ ruft dabei zum „Shoppen mit Bedacht“ auf.

Mode ist ambivalent. Sie ist nützlich, bricht Normen und ist eine Möglichkeit des persönlichen Ausdrucks. Zugleich fördert sie jedoch soziale Ungleichheit und Ausbeutung. Im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung, „Für Garderobe wird nicht gehaftet. Widerständiges in Mode und Produktion“, behandeln die Studierenden des ecm-Masterlehrganges der Universität für angewandte Kunst Wien, die Schnittstelle zwischen Mode, Kunst und Produktion. Die Eröffnung fand am 09.12.2015 im Angewandte Innovation Lab (AIL) statt. Um die Besucher auf ein nachhaltigeres Shoppen aufmerksam zu machen, rufen die Studierenden zum „Antishopping“ auf.

ecm
Ausstellungs-Leiterin Beatrice Jaschke mit den Studierenden des ecm-Masterlehrganges. © Josip Jukic-Sunaric

Das Antishopping

Alle Teilnehmer werden dazu aufgefordert, drei Kleidungsstücke mitzubringen, die sie nicht mehr tragen. Diese werden mit einem neuen Etikett versehen, welches mit einer Info zum Nachdenken anregen soll. Die Kleidungsstücke werden dann zurück in die Geschäfte gehängt und sollen mit den Infoetiketten Kunden auf nachhaltigeres Shoppen aufmerksam machen. „Vieles wird einfach gekauft und nicht getragen. Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen setzen“, sagt Kuratorin Beatrice Jaschke.

Antishopping
Anleitung zum „Antishopping“ © Christoph Jelinek

Ein kritisches Projekt

Hinterfragt werden Aspekte des Widerständigen gegen kapitalistische Produktionsmaßnahmen, Normen, Genderrollen und etablierte ästhetische Rollen und Bilder in der Mode. Zu sehen gibt es unterschiedliche Materialien, Stoffe und Produktionsprozesse, wie etwa die Schuhproduktion des Wiener Designers László Lukács. Auch auf den Trend „Do It Yourself“ wird verstärkt hingewiesen. „Eine Gruppe von uns, die sich „Golden Joinery“ nennt, flickt Löcher und kaputte Stellen mit goldenen Fäden und zeigt damit, dass man auch aus „kaputten“ Dingen etwas Kreatives machen kann“, erklärt Jaschke.

Schuhproduktion
Schuhproduktion von László Lukács © Christoph Jelinek

Mode erleben

Neben dem „Antishopping“ gibt es noch weitere interaktive Programmpunkte. Workshops und Stadtspaziergänge durch das historische Textilviertel Wiens, lassen die Besucher der Ausstellung die Materie „Mode“ nicht nur visuell erfahren, sondern an der Geschichte und den Prozessen der Modeindustrie aktiv teilhaben.

 

Einen Einblick in die Welt der Mode hat man noch bis einschließlich 17.01.2016 im Angewandte Innovation Lab. Weitere Informationen rund um die Ausstellung und dem Programm findet man hier.

 

 

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