100 Jahre Leica Fotografie: Weltberühmte Fotos in Wien

Vor 100 Jahren erblickt die erste und wohl berühmteste
Kleinbildkamera das Licht der Welt. Die Leica leitete eine bedeutende Wende in der Fotografie ein. Im Rahmen der Wanderausstellung „Augen auf! 100 Jahre Leica Fotografie“ zeigt das Fotomuseum Westlicht noch bis 21. Februar die Klassiker der Leica-Fotografie. Parallel dazu werden in der Galerie Ostlicht zeitgenössische Werke ausgestellt, die auch zum Verkauf stehen.

Nick Út, The Associated Press, Napalm-Angriff in Vietnam, 1972 © Nick Út/AP/Leica Camera AG
Nick Út, The Associated Press, Napalm-Angriff in Vietnam, 1972 © Nick Út, AP, Leica Camera AG

Es sind Bilder, die wir alle kennen. Bilder, wie die der vietnamesischen Kinder nach einem Napalm-Angriff oder des küssenden Paars am Times Square. Diese Klassiker der Fotografie haben eines gemeinsam: sie sind mit der legendären Leica-Kleinbildkamera aufgenommen und derzeit im Fotomuseum Westlicht zu sehen.

Alfred Eisenstaedt, VJ Day, Times Square, New York 14. August 1945 © Alfred Eisenstaedt, 2014, Leica Camera AG
Alfred Eisenstaedt, VJ Day, Times Square, New York 14. August 1945 © Alfred Eisenstaedt, 2014, Leica Camera AG

Ein Meilenstein in der Fotografie

Die Leica leitete in der Fotografie eine bedeutende Wende ein. Durch ihre kompakten Bauweise war es erstmals möglich, eine Kamera leicht zu transportieren und somit spontane Fotos zu schiessen. Was in der heutigen Zeit vollkommen normal ist, war Anfang des 20 Jahrhunderts noch undenkbar. Fotografie war stets geplant und niemals dem Zufall überlassen, zumal die Anschaffung einer Kamera sowie die Produktionskosten damals noch sehr hoch waren. Die Fotografie war somit nur jenen vorbehalten, die es sich leisten konnten. Die Leica, deren Name sich aus dem Firmennamen „Leitz“ und Camera zusammensetzt, hat diese Barriere aufgehoben. Die Kleinkamera ermöglichte mit ihrem vergleichsweise niedrigen Preis auch nun allen Hobby-Fotografen und Amateuren den Zugang zur Fotografie. Auch die Pressefotografie kam mit der Leica erst so richtig ins Rollen. Fotos konnten von nun an sofort, am Ort des Geschehens aufgenommen werden, besondere Momente einfangen und somit Ereignisse sichtbar und erlebbar gemacht werden. In der Kunstgeschichte ist das Aufkommen der Leica als „Demokratisierung der Fotografie“ bekannt.

Jeff Mermelstein, Sidewalk, 1995 © Jeff Mermelstein / Leica Camera AG)
Jeff Mermelstein, Sidewalk, 1995 © Jeff Mermelstein, Leica Camera AG

„Augen auf!“ nennt sich die Wanderausstellung anlässlich des 100-Jahre Leica-Jubiläums, die sich noch bis Februar 2016 auf zwei Standorte aufteilt. „Die Klassiker“ sind im Fotomuseum Westlich zu sehen und zeigt – wie der Name schon verrät – bekannte Schnappschüsse der Leica-Fotografie. Darunter finden sich Werke von Nick Út, Alfred Eisenstaedt und Henri Cartier-Bresson. Seit 11.Dezember sind parallel dazu in der Galerie Ostlicht zeitgenössische Werke ausgestellt, die unter dem Titel „Zeitgenossen“ nicht nur bestaunt, sondern auch gekauft werden können.

Christer Strömholm, Nana, Place Blanche, Paris 1961 © Christer Strömholm, Strömholm Estate, 2014
Christer Strömholm, Nana, Place Blanche, Paris 1961 © Christer Strömholm, Strömholm Estate, 2014

Diese Revolution wird in der Ausstellung „Augen Auf!“ deutlich. Gezeigt werden über 300 spontane Schnappschüsse, Street-Photography oder Bilder von Modeshootings. Zusätzlich sind auch einige Sondermodelle der Kult-Kamera sowie Fotobücher und Zeitschriften rund um die Leica-Fotografie ausgestellt.

Westlicht:
Augen auf – 100 Jahre Leica Fotografie
Die Klassiker
03.12. – 21.02.2016

Ostlicht:
Augen auf – 100 Jahre Leica-Fotografie
Die Zeitgenossen
11.12. – 13.02.2016

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