Hunderte feierten Rolltreppeneröffnung

Nach fast einem Jahr Stillstand, funktioniert die Rolltreppe in der U-Bahn Station Schottentor beim Aufgang Liechtensteinstraße nun wieder. Durch eine scherzhafte  Facebookeinladung zum Event „Big Opening Rolltreppe Schottentor“ der „Winer Linien“ ohne „e“ wurde eine große Party. Hunderte trafen sich am 1. Dezember, um zu feiern.

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Eine Stunde vor dem offiziellen Beginn der Eröffnung der Rolltreppe, johlten hunderte Menschen in der U-Bahn Station Schottentor. ©Teresa Sturm

Schon um die Mittagszeit gab der Veranstalter der Rolltreppeneröffnung Herr Winer Linien, wie sich der 25-jährige Student selber nennt,  Interviews: „Man spürt schon das Brodeln. Es wird etwas Großes passieren.“

Der Veranstalter der Rolltreppeneröffnung wartete schon zu Mittag bei dem Ausgang Liechtensteinstraße und gab Interviews. ©Teresa Sturm
Der Veranstalter der Rolltreppeneröffnung wartete schon zu Mittag bei dem Ausgang Liechtensteinstraße und gab Interviews.

Der Veranstalter sagt, dass die U-Bahn als öffentliches Verkehrsmittel natürlich äußerst wichtig sei. „Doch wie kommt man denn zur U-Bahn? Natürlich mit der Rolltreppe!“, gibt der 25-Jährige zu bedenken.

Sicherheitsplan war notwendig

Nachdem fast 15.000 Menschen bei der Veranstaltungseinladung zur Rolltreppeneröffnung auf Zusage klickten, mussten auch die echten Wiener Linien sowie die Polizei reagieren. Patrick Maierhofer, Pressesprecher der Polizei Wien, war allerdings am Abend des 1. Dezembers entspannt: „Wir hatten in Kooperation mit den Wiener Linien eine Sicherheitsbesprechung. Es ist ausreichend Polizei da und es sind auch nicht mehr Menschen als erwartet gekommen.“

Die Stimmung ob des Spektakels war auch bei den Personen, die beruflich in der Station Schottentor im Einsatz waren gut. Dass mehrere hundert Leute zusammenkommen, um mit einer Rolltreppe zu fahren, brachte selbst die Ordner der Wiener Linien immer wieder zum Lachen.

Viele der Rolltreppenfans brachten auch selbst Getränke mit, um auf die Eröffnung anstoßen zu können. ©Teresa Sturm
Viele der Rolltreppenfans brachten auch selbst Getränke mit, um auf die Eröffnung anstoßen zu können.

Unter dem Johlen der Masse wurde um Punkt 19 Uhr die Rolltreppe offiziell von den Wiener Linien und den Winer Linien gemeinsam eröffnet. Neben Trinksprüchen skandierten die Anwesenden immer wieder „Rolltreppe! Rolltreppe!“. (Hier im Video: DSC_0444) Eigene Ordner wurden von den Wiener Linien abgestellt, um sicherzustellen, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig fahren.

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Bei der Rolltreppeneröffnung gab es einen großen medialen Andrang. Angestellte der Wiener Linien sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Der Veranstalter selbst muss nicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Denn ein Event wie dieses gilt weder als Versammlung, noch als Demonstration. „Wir stufen das als Flashmob ein und den muss man nicht offiziell anmelden“, so Maierhofer. Kurzfristig musste die U-Bahn Station Schottentor gesperrt werden und die U-Bahnen blieben für einige Zeit nicht stehen.

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Für eine kurze Zeit musste die Station Schottentor gesperrt werden.

Zu kleineren rechtlichen Problemen kam es an dem Abend dann doch noch. Nach der Sperre in der Station verblieben etliche Rolltreppenliebhaber  in der Liechtensteinstraße, um weiterzufeiern. Auf Lärm und Verstöße gegen die Reinhalteverordnung sowie die Straßenverkehrsordnung folgten etwa 100 Anzeigen.

Zusätzliche Sicherheitskräfte waren in der Liechtensteinstraße im Einsatz. Es kam zu etwa 100 Anzeigen. ©Teresa Sturm
Zusätzliche Sicherheitskräfte waren in der Liechtensteinstraße im Einsatz. Es kam zu etwa 100 Anzeigen.
Wasserschaden sorgte für Stillstand

Der Grund für den langen Ausfall der Rolltreppe war Wasser im Getriebe, erklärt man vonseiten der Wiener Linien. Die Öffi-Nutzerinnen und Nutzer mussten auf die Stufen ausweichen, weil die Ursache des Schadens Monate lang nicht gefunden werden konnte.

Vonseiten der Winer Linien war man mit dem Ablauf der Eröffnung mehr als zufrieden. „Ich bin sehr froh über das Interesse der FH Wien. Einen eigenen Studiengang zum Thema Rolltreppen kann ich mir gut vorstellen. Es ist ganz deutlich das Fortbewegungsmittel des dritten Jahrtausends und endlich in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen“, erklärt der Veranstalter.

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