Trostlose Straßenkost in der Brotfabrik

Am 12. und 13. Dezember fand in der ehemaligen Anker Brotfabrik das Streetfood-Event Taste the World – Winterzauber statt. Die Veranstalterin versprach „eine neue Welt des Geschmackes“ mit internationalen Streetfood-Schmankerln. Was die Besucher erwartete, waren zwölf Imbissstände in einer halb leeren Halle.

Unter den stählernen Brückentragwerken der ehemaligen Expedithalle herrschte Katerstimmung. Die Heurigenbänke in der Mitte blieben am zweiten Tag des Streetfood-Markts Taste the World – Winterzauber weitgehend unbesetzt. Obwohl es auf Facebook knapp 5000 Zusagen zur Veranstaltung in der Ex-Brotfabrik im 10. Bezirk gab, fanden sich an diesem Nachmittag nur etwa 150 Besucher ein, um sich am versprochenen Kulinarikangebot zu erfreuen. Seinem Motto „Streetfood aus aller Welt“ wurde Taste the World allerdings nur ansatzweise gerecht. Und bei zwölf Essensständen, von denen sich einige in ihrem Angebot überschnitten, war nicht nur die Besucheranzahl, sondern auch die Internationalität recht begrenzt.

Nur wenige Foodies verschlug es am Sonntag in die Expedithalle der Brotfabrik
Nur wenige Foodies verschlug es am Sonntag in die Expedithalle der Brotfabrik. © Mathias Zojer (alle Fotos)

Entäuschte Anbieter

Bei den Verkäufern war die Enttäuschung über die geringe Besucherzahl  spürbar. Theorien über deren Ursache kursierten: “Nur im Internet Werbung machen reicht halt nicht aus, um die Leute her zu kriegen”, erklärte Klaus, der Mann hinter dem tibetanischen Stand. Mit seiner Frau ist der Streetfood-Veteran extra aus Tirol angereist um gefüllte Teigtaschen unter die Leute zu bringen. Schon um 18 Uhr, also fünf Stunden vor angekündigtem Ende der Veranstaltung begannen die beiden ihren Stand abzubauen, da sie nicht mehr mit Kunden rechneten.

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Die Verkäufer hatten freie Sicht auf die eindrucksvolle Halle.

Bei Jacobis Stand gab man sich ein wenig gelassener: „Die Lage im 10. Bezirk ist vielleicht nicht ideal und die Leute werden eher einkaufen gehen, so kurz vor Weihnachten, aber uns macht es Spaß hier“,  so der stets grinsende Hobbykoch aus Venezuela, der mit seinen zwei Kolleginnen Gegrilltes im Sandwich und Empanadas anbot.

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Sandwich auf Venzuelanisch – mit Schweinshaxe, Salat und Koriandersauce.

Enttäuschte Besucher

Kritik kam auch von Seiten der Besucher, die ihrem Frust auf der Facebookseite der Veranstaltung freien Lauf ließen. Vor allem das Essensangebot und die sterile Atmosphäre wurden kritisiert. Außerdem wurde der Veranstalterin vorgeworfen, weitere negative Kommentare von der Seite entfernt zu haben.

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Die Begeisterung auf Facebook hielt sich in Grenzen

Schweigende Veranstalterin

Die Organisatorin von Taste the World – Winterzauber beteuerte, keine Zeit für eine Stellungnahme zu haben. Dass ihr Zeitmangel der Planung eines weiteren Streetfood-Events geschuldet ist, darf aber bezweifelt werden.  Zwar kündigte sie Taste the World im Vorfeld  als wöchentlich stattfindende Veranstaltung an –  allerdings unter einer Bedingung: „Wenn alles gut läuft“.

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