Kinderspielplatz statt Diskokugel: die „Kantine“-Abrissparty

Die Abrissbirne gehörte von Anfang an mit zum Inventar der „Kantine“. Der Klub in der Wiener Landstraße war als temporärer Veranstaltungsort für drei Monate geplant. Nach mehr als einem Jahr ist nun aber wirklich Schluss. Am Samstag wurde Abrissparty gefeiert. Das gesamte Gebäude wird nun von einem großen Bauprojekt ersetzt.

Vom Aufstieg und Niedergang

Die ehemalige Mitarbeiter-Kantine des alten Zollamts wurde 2014 zur Disko umfunktioniert. „Das Ganze war als temporäre, neue Location gedacht. Das Areal ist einfach einzigartig und sollte genutzt werden“, sagt Pressesprecher Bono Goldblum über die Gründung des Klubs.  Die Retro-Optik mit bunten Fliesen an Wänden und Böden bleibt erhalten.

Nach einem Jahr und drei Monaten hat die Party ein Ende. Der Abschied von der „Kantine“ fällt Goldblum etwas schwer. „Wir haben schon über einen neuen Klub in der Innenstadt diskutiert“, sagt Goldblum. Mit „wir“ meint er das Gründerteam rund um die „Kantine“. Der eigentliche Geldgeber will jedoch ungenannt bleiben. Genauso wage hält es Goldblum mit den Plänen zum neuen Klub. „Man darf gespannt sein“, meint er nur dazu.

 

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(c) Sissy Rabl Psy-Trance und Visuals versetzten selbst Nüchterne in ekstatische Zustände.

Das Partygetümmel

Bei der eigentlichen Party musste sich die Feuerwehr durch die tanzende und amüsiert gaffende Menge hindurchdrängen, um den Auslöser des Alarms zu ermitteln. Auf Facebook hatten mehr als 6000 Menschen zu der Abrissparty der Kantine im Gebäude des alten Zollamts am Samstag zugesagt. Das Gedränge lässt die Annahme zu, dass diesmal auch wirklich alle gekommen sind. Die Katastrophe blieb glücklicherweise aus: die Feuerwehr zog ohne Einsatz wieder ab.

Viele Gäste machten ihrem Ärger über die Organisation der Party auf Facebook Luft. Selbst mit Vorverkaufskarten im Wert von 15 Euro mussten Gäste mindestens eine halbe Stunde am Eingang warten. „Ich finde das immer schade, wenn bei so gehypten Events die Organisation nicht klappt und die Veranstalter sich dann auf die Größe des Events hinausreden“, sagt Hannah Zach, einer der Partygäste. Eine Entschuldigung für den Ablauf der Party posteten die Betreiber am Sonntag auf Facebook.

 

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(c) Pressefoto Kantine Die Tanzfläche hypnotisiert im Retro-Schachbrettmuster.

 

Neues Bauprojekt

Anstelle des alten Zollamtes soll das Bauprojekt „Triiiple“ der  Soravia Group und der Are Development GmbH treten. Die drei 100 Meter hohen Türme direkt am Donaukanal sollen Raum für 500 Wohnungen bieten. Geplant sind außerdem Büroflächen, ein Kindergarten und eventuell ein Studentenwohnheim. Mit der Fertigstellung wird 2018 gerechnet.

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(c) ZOOM visual project GmbH Das „Triiiple“ Projekt bietet 500 Wohnungen, Büro- und Geschäftsflächen.

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