Gutes Essen für einen guten Zweck

„Dinner for more“ ist ein zivilgesellschaftliches, gemeinschaftliches Unterfangen einer Gruppe um die Studentin Katharina Bruhn. Seit letztem Sommer bekocht sie alle 6 Wochen zahlende Gäste um Geld für „Flüchtlinge Willkommen“ zu sammeln.

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Speisekarte von „Dinner for more“ am 9.1.2016 | Leo Lettmayr

Bei „Dinner for more“ wird gekocht, gegessen und getrunken, und alles für einen guten Zweck. Am 9.1.2016 fand es zum fünften Mal im Café PROSA im 15. Bezirk statt. Für einen fixen Beitrag gibt es ein mehrgängiges Menü, und für eine freie Spende dazu noch ausgiebig zu trinken. Über Facebook organisiert finden sich dort jedes Mal verschiedenste Menschen zu einem entspannten Abend zusammen. Das Geld geht an die Flüchtlingsinitiative „Flüchtlinge Willkommen“ und auch wenn es kein Großevent ist, zählt das Geld.

Das zivilgesellschaftliche Engagement um die 23-jährige Medizin-Studentin Katharina Bruhn bemüht sich dabei, in wechselnder Besetzung, besonders auch um durchdachte Kulinarik.

„Ohne den Zweck würde ich das nicht machen“

So drückt Bruhn es aus.  Motiviert ist die leidenschaftliche Köchin, die es nach eigener Aussage liebt sich Menüs auszudenken und sie tagelang im Kopf zu optimieren, damit vor allem durch die Flüchtlingssituation, die sich letzten Sommer so dramatisch verschärfte und dem bereits Monate zuvor angedachten Unterfangen einen Schub gab.

Viel Arbeit ist es ihr zufolge nämlich schon. Doch der Zweck bewegt sie und die Organisation, der das Geld zukommt, begeistert sie.

Flüchtlinge Willkommen“ – die Flüchtlingsinitiative, die das Geld kriegt – ist eine Vermittlungsplattform zwischen Geflüchteten, die ein Zuhause suchen und privaten Haushalten, Wohngemeinschaften, aber auch Familien und Einzelpersonen, die Platz haben. Sie suchen Menschen die zueinander passen, kümmern sich um die Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Bezahlung des Wohnraums, helfen bei sprachlichen, rechtlichen und bürokratischen Problemen und stehen für alle Seiten als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. In Bruhns Augen leisten sie essentielle Arbeit. Dazu sagt sie:

„Wie soll man wo Fuß fassen, sich gar integrieren, wenn man kein Zuhause hat?“

Motiviert ist Katharina Bruhn aber auch durch die vielen Menschen, die aufspringen und mithelfen wollen und ihre Wohnung in den Tagen vor den Veranstaltungen belagern. Wie sie es ausdrückt:

„Es ist toll zu sehen wie, wie Leute aufspringen und mithelfen wollen. Die zwei Tage vor dem Dinner ist meine kleine Wohnung immer voller Freunde, Studienkollegen, Familienmitgliedern und Töpfen. Ich mag diesen Prozess.“

Auch die Dinner selbst sind für sie immer eine schöne Feier, auch wenn sie immer erst am Ende dazu stößt.

Vom Picknick zum Dinner

Ursprünglich ein Picknick zugunsten einer Kindertagesstätte in Sana Cruz, Bolivien, wurde die Idee laut Bruhn, als das Café PROSA im 15. Bezirk neu gegründet wurde, 2015 ins Leben gerufen und kam am 15. August erstmals zustande. Wie sie sagt: „Nur dass es drei Gänge gibt, ist gleich geblieben.“

Beim Café PROSA handelt sich um ein, unter dem Dachverband „Vielmehr für alle“ betriebenes Café, das einen Veranstaltungs-, Kommunikations- und Begegnungsraum ohne Konsumzwang bietet, welcher der Integration von refugees dienen soll. PROSA steht dabei für „Projekt Schule für alle“ und organisiert, in Kooperation mit Partnerschulen, Unterricht für Asylwerber, die aus verschiedenen Gründen nicht über den Staat zu Schulbildung kommen, weil sie beispielsweise zu alt sind. Während es unter der Woche vorrangig den Schülern einen Raum gibt, bietet es aber auch einen Ort für verschiedenste Veranstaltungen, wie Lesungen, Konzerte, Flohmärkte oder Kinoabende. Am 9. Jänner war es wieder einmal der Ort, an dem sich ein gutes Dutzend Menschen trafen um gemeinsam für einen guten Zweck zu essen.

Auch sonst sind es meistens so um die 14 Gäste, die sich dort zum „Dinner for more“ zusammenfinden.  Es waren aber auch schon 26. Das sprengt, sagt sie, jedoch fast die Kapazität der kleinen Küche.

Weitermachen will sie jedenfalls, so Katharina Bruhn. Gerade jetzt wo die Flüchtlingskrise nicht mehr so präsent ist, will sie ihren Teil dazu beizutragen, dass sie für jene für die sie noch nicht vorbei ist, nicht zu einer chronischen Krise wird.

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