Cartoons von der dunklen Seite

Wer denkt, der Hype um „Star Wars“ würde langsam wieder abklingen, der irrt. In der Galerie der Komischen Künste startete vor wenigen Tagen die Ausstellung „Möge der Witz mit dir sein“, die sich der Saga von einer satirischen Seite annimmt.

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie der Komischen Künste nimmt die fremde Galaxie gehörig aufs Korn. So wird Yoda beispielsweise als schlechter Grammatiklehrer ertappt und Darth Vader erfährt das Ergebnis seines Vaterschaftstests. Die Galerie der Komischen Künste engagierte eine Vielzahl an bekannten, deutschsprachigen Cartoonisten für die aktuelle Ausstellung „Möge der Witz mit dir sein“. Darunter finden sich Künstler/innen wie Stephan Baumgarten, Miguel Fernandez, Katharina Greve, Steffen Gumpert, Michael Holtschulte, Martin Perscheid, Joscha Sauer und Tobias Schülert.

Mein Vater er ist
(c) Steffen Gumpert

 

Erfolgsrezept: Gut gegen Böse

Seit nunmehr 30 Jahren begeistert „Star Wars“ Science-Fiction-Fans auf der ganzen Welt. Der siebente „Star Wars“- Film „Das Erwachen der Macht“ brachte Disney zum Jahresende 2015 so viel Geld ein wie noch nie zuvor. Allein in den drei Monaten von Oktober bis Dezember waren es 2,9 Milliarden Dollar. Das Erfolgsrezept ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse, verkörpert durch die helle und dunkle Seite der Macht, die in einer entfernten Galaxie aufeinander trifft.

Als modernes Märchen spiegeln sich darin Religionen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Probleme wider, die auch in der realen Welt Anklang finden. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Saga besonders gut für eine satirische Auseinandersetzung in Cartoonform eignet. Cartoons sind ähnlich wie Karikaturen immer parteiisch, sie provozieren eine Zustimmung oder Ablehnung des Betrachters.

(c) Michael Holtschulte
(c) Michael Holtschulte

 

Bitte lächeln!

Cartoons sind beliebter denn je. Allein im vergangenen Jahr gab es fünf verschiedene Ausstellungen in der Galerie der Komischen Künste, die den Cartoon ins Rampenlicht rückten. Als komische Zeichnung besitzt er einen eigenen unvergleichbaren Unterhaltungswert. Der Cartoon übertreibt bewusst, spitzt zu und verzerrt charakteristische Züge soweit, dass über die dargestellten Widersprüche zur Realität nachgedacht werden muss.

Dadurch kann potenziell jeder Aspekt des gesellschaftlichen Lebens in eine witzige Bilderzählung überführt werden – so auch jene aus entfernten Galaxien. Ausstellungsdirektor Clemens Ettenauer setzt in „Möge der Witz mit dir sein“ ausschließlich auf die Aussagekraft der einzelnen Bildgeschichten. Dabei verzichtet er auf zusätzliche Bildbeschreibungen oder gar Führungen. Dem Schmunzeln tut dies keinen Abbruch.

IPR
(c) Miguel Fernandez

Stifte zücken, loszeichnen, einsenden

Wer selbst aktiv werden will, kann sich bis zum 31. Juli an eigenen Cartoons versuchen. Im Jahr 2016 vergibt der Club der Komischen Künste erstmals den Österreichischen Cartoonpreis. Zeichnungen zum Thema „Wissenschaft“ können noch bis Ende Juli an eine Fachjury eingereicht werden. Die Preisverleihung findet im Herbst 2016 im MuseumsQuartier im Rahmen der Buchmesse BUCHQUARTIER statt. Die besten Bilder werden anschließend in der Herbstausstellung der Galerie der Komischen Künste zu sehen sein.

Möge der Witz mit dir sein
Galerie der Komischen Künste im MuseumsQuartier
Museumsplatz 1
1070 Wien

28. Januar bis 6. März 2016
Eintritt frei!

http://www.komischekuenste.com