Alles neu am Schwedenplatz

In der Neugestaltung des Schwedenplatzes wird das nächste Kapitel aufgeschlagen: eine Jury hat sich nun für sechs Gestaltungsvorschläge ausgesprochen. Bis zum Sommer wird konkret für einen abgestimmt. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgefordert, ihre Ideen und Wünsche einzubringen.

Der Schwedenplatz ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Wiener Innenstadt. Wirklich zufrieden sind aber nur die wenigsten mit dem Platz im ersten Bezirk. Zahlreiche Imbissbuden, Überbleibsel von vergangenen Partynächten im Bermuda-Dreieck, Unmengen an Tauben und die vierspurige Straße entlang des Franz-Josef-Kais sind vielen ein Dorn im Auge. So lange schon über den Zustand des Schwedenplatzes gejammert wird, so lange gibt es auch schon unzählige Pläne zur Neugestaltung. Nun aber soll es ernst werden.

Vize-Bürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) will den Schwedenplatz mit dem Morzinplatz verbinden und nach italienischem Vorbild zu einer richtigen „Piazza“ machen. Gehwege, Sitzgelegenheiten und vor allem mehr Grünflächen sind die wichtigsten Eckpfeiler der Neugestaltung und sollen zum Flanieren einladen. Auch eine bessere Anbindung zum Donaukanal soll geschaffen werden.

Ein großer Punkt ist auch die Verkehrsberuhigung rund um den Schwedenplatz. Die einstig angedachte Untertunnelung bzw. Überplattung ist aus verkehrs- und planungstechnischen Gründen nicht möglich. Um den Verkehr aber dennoch etwas einzudämmen, sollen die Abbiegemöglichkeiten auf die andere Seite des Donaukanals eingeschränkt werden. Laut Analysen würde der Verkehrsfluss dadurch nicht wesentlich beeinflusst, Lärm und Verkehrsaufkommen könnten aber spürbar reduziert werden.

Auf Basis einer Bürgerabfragung wurde im Herbst letzten Jahres ein Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Schwedenplatzes ausgeschrieben. Eine Jury hat nun aus 60 internationalen Beiträgen sechs Vorschläge in die engere Auswahl genommen. Die Architekten versuchen die Probleme des grauen Schwedenplatzes unterschiedlich zu lösen, etwa mit grünen Inseln, Wasserelementen oder erhöhten Flächen. Auch Überdachungen und Spielplätze für Kinder sind in den Vorschlägen vorgesehen.

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Bis zum Sommer will man sich für eine der Einreichungen entscheiden, erst dann geht es in die Detailplanung. Allerdings wird keiner der Vorschläge auch 1:1 realisiert, denn die Neugestaltung soll maßgeblich auch von den Wienerinnen und Wiener mitbestimmt werden. Noch bis Sonntag, den 14. Februar, können sie in der so genannten „Dialogbox“ , einem Container direkt am Ende der Rotenturmstraße am Schwedenplatz, ihre Meinung zu den Vorschlägen abgeben. Hier können Interessierte die Pläne bestaunen, wie auch völlig neue Ideen einbringen. Mitmischen kann man aber auch ganz bequem von zu Hause aus unter https://schwedenplatz.wien.gv.at.

Der wohl wichtigste Punkt für die Umsetzung der Ideen ist aber noch nicht geklärt, denn wie die Neugestaltung des Schwedenplatzes finanziert werden soll, ist noch offen. Vassilakou rechnet mit einem Betrag in zweistelliger Millionenhöhe, ein konkretes Budget für die Neugestaltung steht aber noch nicht fest. Bis zum Baubeginn, der für frühestens in zwei Jahren angesetzt ist, ist aber noch Zeit, diese Frage zu klären.

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