Asien anders

Zwischen Tradition und Neuinterpretation – Unter dem Titel [Trans]Asia Portraits setzt ImPulsTanz künstlerische Statements zur Transformation asiatischer Gesellschaften jenseits exotischer Klischees. Zu sehen von 6. bis 14. Februar im 21er Haus.

SoftMachineChina
© all ImPulsTanz


Geisha, Glückskeks, Jacky Chan und Bollywood – Unser Bild von Asien ergeht sich oft in solchen Klischees.  Die Möglichkeit einen anderen Blick auf Fernost zu werfen, hat man derzeit im 21er Haus: Dort spürt das ImPulsTanz-Special [Trans] Asia Portraits dem großen Fremden neun Tage lang mit Tanz, Performances, Installationen und Filmen nach. Künstlerische Arbeiten zur Transformation asiatischer Gesellschaften stehen dabei im Zentrum des von Michael Stolhofer kuratierten Programms.

Tradition und Neuinterpretation
Mit Performances, Tanz und Installationen thematisieren die Choreografen Michael Laub, Choy Ka Fai und Preethi Athreya die verschiedenen Seiten dieses Wandels. Dabei wird der Wandel auch im Tanzstil selbst präsent. In ihren Arbeiten reflektieren Laub, Ka Fai und Athreya traditionelle und symbolische Tanzstile und interpretieren sie neu  – oft bis zur völligen Dekonstruktion.

Tanz und Performances – Von Kamboscha nach China
Die Videoinstallation „Dance Portraits – Cambodia“ von Michael Laub bildet am Samstag den Auftakt des Festivals. 2011 versammelte Laub in seiner Performance „Burgporträts“ bereits das Personal des Wiener Burgtheaters auf der Bühne, nun stellt er Persönlichkeiten des kambodschanischen Tanzes zwischen stilisierter Tradition und globalisierter Gegenwart vor.

Ausschnitt aus "Dance Portraits -Cambodia"
Ausschnitt aus „Dance Portraits -Cambodia“

In einer weiteren Episode seiner bereits im Vorjahr gestarteten Performance – Reihe „SoftMaschine“ wirft Choy Ka Fai einen kritischen Blick auf das China der Gegenwart. Die Tänzerin Xiao Ke und der Performer Zi Han reflektieren unter seiner Regie auf die politische Situation Chinas vor, während und nach der Revolution. Und in Preethi Athreyas tänzerischem Selbstportrait „Across, not Over“ schlägt der Kathak-Tänzer Vikram Iyengar eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart, indem er das klassische Tanzvokabular völlig neu interpretiert.

Indische Alltagskultur
Einen Einblick in die indische Alltagskultur bieten zwei Tonskulpturen der populären Göttinnen Kali (Göttin der Zerstörung und Erneuerung) und Durga (Göttin der Weisheit). In Kalkutta hergestellt verweisen auch sie auf die Thematik des Wandels. Traditionell werden solche Gottesbilder bei religiösen Festen durch die Stadt getragen und schließlich im Ganges versenkt, um sich aufzulösen – als Metapher andauernder Transformation.

Tonfigur der indischen Göttin Durga
Tonfigur der indischen Göttin Durga


Film im Zeichen der sexuellen Vielfalt

Ergänzt wird das Festivalprogramm durch zwei Filmnächte. Unter der Leitung von Cis Bierinckx zeigt das Blickle Kino im 21er Haus Filme von Zhang Yu, Toshio Matsumoto und Sridhar Rangayan. Im Zentrum stehen dabei Fragen von Transsexualität sowie der Kampf um Anerkennung der sexuellen Vielfalt in Asien.


[Trans]Asia Portraits
6.-14. Februar
21er Haus
Tickets unter impulstanz.at

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