Erotik als Verkaufsprinzip – Die Balthus-Ausstellung

Ein junges Mädchen rekelt sich in aufreizender Pose auf einem Stuhl, über ihr thront eine grinsende Katze. Am 24. Februar eröffnet die Balthus-Ausstellung im Kunstforum der Bank Austria. Sie gibt Einblicke in seine Entwicklung als Künstler aber auch in die Abgründe seines kontroversiellen Schaffens.

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Laszive Posen und ein voyeuristischer Kater – Markenzeichen des Malers

Er selbst nannte sich einst den König der Katzen. Mit den verspielten Internetkätzchen, die heute auf Instagram kursieren hatte das wenig zu tun. Balthasar Klossowski de Rola bediente sich der eigensinnigen Haustiere eher wegen ihrer erotischen Symbolik. Balthus hatte schon früh das Marketing-Prinzip „Sex sells“ verstanden und verwendete junge Akte um auf sich aufmerksam zu machen. In einem Brief an seine erste Verlobte formulierte er es prägnant: „Nein, man muss sehr laut schreien, wenn man gehört werden möchte“.

Die Ausstellung

Der polnisch-französische Maler stellte seine Kunst in den Vordergrund. Wenig hielt er davon seine Biografie öffentlich breit zu treten. Sein Werk sollte direkt auf den Betrachter wirken. In der aktuellen Ausstellung im Kunstforum der Bank Austria an der Freyung wird ein Bogen über sein Gesamtwerk gespannt. Ausschnitte verschiedener Schaffensphasen geben eine selektierte Retrospektive über seine Arbeit.

Die Ausstellung geht außerdem auf die vielseitigen Quellen der Inspiration des Malers ein. Sowohl die surrealistischen Einflüsse seiner Bekanntschaft zu André Breton in den 30ern, als auch seine Faszination für Lewis Carrolls Alice im Wunderland und Charlotte Brontés Stumhöhe werden in der Kollektion augenscheinlich. Die  geometrischen Formen seiner späteren Schaffensphase lassen sich an den Skizzen zum Werk „La Rue“ klar nachvollziehen.

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Fantastische Szenen erinnern an surrealistische Werke seiner Zeitgenossen

Unkontroversiell

Nicht ganz im Sinne des bereits verstorbenen Künstlers, gibt die Ausstellung im Kunstforum viele biografische Details. Die Kontroverse rund um die Darstellung minderjähriger Modelle in aufreizenden Posen wird größtenteils außen vor gelassen. Seine Kunst hat dadurch zumindest den Raum unkommentiert zu atmen. Während die Sammlung zwar nicht ausnehmend groß ist, schafft sie es doch einen ganzheitlichen Überblick  über die Werke des Künstlers zu geben.

Preisliste:

  • Erwachsene EUR 11,-
  • Senioren EUR 8,50
  • 17-27 Jahre EUR 6,-
  • Juniorkarte (6 bis 16 Jahre) EUR 4,-