„Los Feliz“: Das etwas andere Roadmovie

Der österreichische Künstler Edgar Honetschläger präsentierte am 18. Februar seinen Spielfilm „Los Feliz“ im 21er Haus. Laut dem Regisseur handelt es sich um „das erste Roadmovie, das in einem Studio gedreht wurde“. Von: Marie Salzmann

Am 18. Februar feierte der Spielfilm „Los Feliz“ von Regisseur Edgar Honetschläger seine Premiere im Blickle Kino (21er Haus). Bis 27. Februar ist er Film noch dort zu sehen. Parallel dazu gibt eine Ausstellung Einblick in das Making-of des Films und das künstlerische Schaffen des österreichischen Künstlers.

Das 21er Haus bietet genug Platz für die überdimensionalen Bilder, die im Film als Hintergrund fungieren. ©Klemens Ortmeyer
Das 21er Haus bietet genug Platz für die überdimensionalen Bilder, die im Film als Hintergrund fungieren. ©Klemens Ortmeyer

Roadmovie 2.0.

Das Genre Roadmovie kam in den 1960er Jahren in den USA auf. Die Handlung spielt dabei überwiegend auf den breiten Landstraßen und überdimensionalen Highways der Staaten. Die Protagonisten des Films, Kaya, Salvatore und Lydia, begeben sich zwar auf eine Reise durch die USA, doch wurden für den Film keine Kilometer zurückgelegt. Die fiktive Reise wurde im Studio mit Hilfe von Rolling Background Strips gedreht: Anhand von 18 jeweils 16 x 4 Meter großen Bildbahnen, die mit Drehvorrichtung bewegt werden, wird die Illusion erzeugt, dass sich das Auto bewegt. Die Maschine ist in der Ausstellung zu sehen.

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Die 16 mal 4 Meter großen Leinwände, die im Film abgerollt wurden, sind nun in der Ausstellung im 21er Haus zu sehen. ©Honetschläger

15 Jahre arbeitete Honetschläger an dem Filmprojekt, in dem er erstmals auch seine Malerei mit einbringt. Er selbst malte die ikonografischen Bilder und Zeichnungen, die im Film zu sehen sind und von der japanischen Tuschemalerei inspiriert sind.

Die Macht der Bilder

„Los Feliz“ versteht sich als Hommage an das große amerikanische Kino. In jeder Szene finden sich Filmzitate wieder. Im Fokus steht die Macht der Bilder. Das Christentum hat als einzige Religion das Bild zum Hauptträger seiner Überzeugungskraft gemacht. Darauf aufbauend verbindet der Film die beiden Hauptstädte der Bilderproduktion Rom (Vatikan) und Los Angeles (Hollywood).

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Kaya chauffiert die junge Lydia durch Honetschlägers zweidimensionale Bilderwelt. Foto: © Honetschläger

In einem Mercedes-Benz aus den fünfziger Jahren fahren der britische Teufel, eine junge Frau, die berühmt werden will und eine japanische Shinto Göttin durch ein gezeichnetes, zwei dimensionales Amerika. Das Ziel ihrer Reise ist Hollywood. Im Auftrag von drei Kardinälen sollen sie dort in den Besitz jener Bilder gelangen, die die Weltherrschaft garantieren. Eine Odysee von Rom nach Los Feliz, einem Vorort von Hollywood, nimmt ihren Lauf. „Der Film erfüllt sich in dem hippen Stadtteil Los Feliz, wo die Protagonistin ihr Über-Ich entdeckt, das verzweifelt nach Möglichkeiten sucht berühmt zu werden“, sagt Honetschläger.

Noch mehr Honetschläger

Der Film und die Ausstellung sind noch bis 28. Februar im Blickle-Kino zu sehen. Zeitgleich mit der Präsentation im 21er Haus stellt die Galerie Charim Wien Arbeiten zum Film aus. Edgar Honetschläger schickt „Los Feliz“ auch ins Rennen bei der Diagonale, die von 8. bis 13. März läuft. Danach ist der Film österreichweit in ausgewählten Kinos zu sehen. Das Metro Kinokulturhaus widmet dem Österreicher zusätzlich eine Retrospektive seines filmischen Gesamtwerks.

 

LOS FELIZ im 21er Haus

Filmpremiere & Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 18. Februar, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 19. – 28. Februar

Galerie Charim Wien

Ausstellungsdauer: 20. Februar – 13. März

Diagonale – Festival des österreichischen Films (in Graz)

Filmvorführungen: 09. & 10. März

Metro Kinokulturhaus

Retrospektive Edgar Honetschläger: 14. – 31. März

 

Edgar Honetschläger (*1967 in Linz) ist Künstler und Filmemacher. 1997 nimmt er an der Documenta X in Kassel teil. 1998 erscheint sein erster Kinofilm „MILK“ bei der Berlinale, 2000 der Film Essay „L+R“, 2001 der Kurzfilm „Colors“, 2003 der Film Essay „il mare e la torta“, 2011 der Spielfilm „AUN – Der Anfang und das Ende aller Dinge“ sowie 2013 der Dokumentarfilm „omsch“. Honetschläger lebte und arbeitete New York, Tokyo, Sao Paolo/Brasilia und in Italien. Heute lebt er in Wien, Umbrien und Los Angeles. Auch in seiner Arbeit befasst er sich gern mit Orten: Sein Film „Los Feliz“, aktuell im 21er-Haus zu sehen, spielt zwischen Los Angeles und Rom.

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