Magdas macht Mut: Caritas-Hotel wird eins

Das magdas, das von Flüchtlingen betriebene Hotel der Caritas, hat sein erstes Jahr hinter sich. Die Bilanz: 22.000 Gäste, sechs Hochzeiten, und eine mutmachende Botschaft. Am 13. Februar war Zeit dies zu feiern.

Die hauseigene Bar „SALON“ von den upcycling-Sitzgruppen leergeräumt, bunte Luftballone und eine riesige Geburtstagstorte bestellt, schon konnte das Fest im magdas steigen. Wie auf einer grossen Wohnzimmerparty tanzten etwa 300 Gäste zu den Klängen von FM4-DJ Kristian Davidek und der Band Chronic City in dem Haus am Prater. Grund zu Feiern hatte die Caritas, die mit ihrer Social-Business-Tochter magdas nun seit einem Jahr ein Hotel in der Laufbergergasse 12 erfolgreich betreibt.

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Der SALON wurde für den ersten Geburtstag zur Tanzfläche umfunktioniert. Foto: Teresa Wirth

20 ehemalige Flüchtlinge betreuen gemeinsam mit 10 Hotelfachleuten die bislang 22.000 Gäste. Nach einem gemäßigten Start im Februar 2015 stieg die Hotel-Auslastung im September und Oktober auf 80%, der Durchschnitt lag im Vorjahr bei 55%. Auch sechs Hochzeiten wurden bereits ausgerichtet. „Wir haben das magdas eröffnet, um zu beweisen, dass soziales Handeln und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sein müssen,“ erklärt Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas Wien. „Es ist ein Hotel, das gerade auch in diesen Tagen Mut macht“.

Das ehemalige Seniorenheim ist jetzt ein von Flüchtlingen geführtes Hotel. Foto: Teresa Wirth

Die Idee, Flüchtlinge in dem Hotel zu beschäftigen und auszubilden, fand weit über die Grenzen Österreichs hinaus Anklang. Von Beginn an begleitete das magdas ein grosses Medienecho, auch CNN, BBC oder Aljazeera berichteten. „Wir sind in Deutschland bekannter als im Grätzl“, erzählt Gabriela Sonnleitner, Geschäftsführerin von magdas Social Business, die in Zukunft noch mehr Spaziergänger aus dem Prater anlocken möchte.

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Die Einladung zum Fest gestaltete der Künstler Jean Jullien, den Lampenschirm eine freiwillige Helferin. Foto: Teresa Wirth

Das Motto Erfolg plus sozialer Verantwortung und Integration zieht sich auch durch das Design-Konzept des Hotels. Während die Wien-Malerei in der Lobby von StudentInnen der Akademie der Bildenden Künste entworfen wurde, haben sich jeden Mittwoch einige freiwillige Helferinnen zur Häkelrunde getroffen, bis auch der letzte Lampenschirm in den Zimmern ein neues Kleid hatte. Das dem  upcycling-Trend folgende Konzept des Architekturbüros AllesWirdGut wurde 2015 mit dem österreichischen Staatspreis für Design ausgezeichnet.

Links

magdas Hotel – Website

magdas Hotel-Facebook

AllesWirdGut

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