Das vrei: Ein Seiterl mit einem Schuss Eskapismus, bitte

Im vrei, Wiens erster „Virtual Reality Lounge“ lassen sich in lässiger Bar-Atmosphäre die Weiten der virtuellen Realität erkunden. Das kostenlose Testangebot umfasst Spiele und Filme für verschiedene VR-Systeme.

Mark Zuckerberg schwört auf Virtual Reality (VR). Der Chefnetzwerker verkündete kürzlich bei der Präsentation des Samsung Galaxy S7, dass die Zukunft der sozialen Medien in der virtuellen Realität beheimatet sei. Noch im ersten Quartal soll das von Facebook vertriebene Oculus Rift VR-System auf den Markt kommen. Wer sich selbst ein Bild von den futuristischen Headsets  machen will, die laut Zuckerberg bald unser aller Leben beeinflussen werden, hat im siebten Bezirk kostenlos die Gelegenheit dazu. Das vrei, Österreichs erste „Virtual Reality Lounge“, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Technologie Neugierigen vorzustellen.

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Alle Fotos: vrei.at

„Viele unserer Besucher wissen überhaupt nichts über VR, bevor sie ins vrei kommen. Wir finden diese unvoreingenommene Neugier natürlich super. Das erlaubt uns, den Leuten all die bahnbrechenden Möglichkeiten zu zeigen, die mit den VR Systemen möglich sind“ sagt Timon Liebau, einer der Betreiber des vrei.

In der ungezwungenen Atmosphäre des Lokals kann man gemütlich ein Seiterl mit Freunden trinken. Und zwischendurch taucht man eben in fremde Welten ab. Abtauchen im virtuell wahrsten Wortsinn, denn als Einsteigererfahrung geht es mit dem VR-Headset in die Kabine eines Ein-Mann-U-Boots, mit dem man eine düstere Unterwasserwelt erkundet. Dabei fasziniert vor allem die Möglichkeit sich frei umzuschauen und damit analog den Blickwinkel des Avatars zu verändern. Ein Blick nach unten offenbart  Torso und Beine des virtuellen Ichs während sich bei einem Blick aus den Bullauge die unendlichen Tiefen des Ozeans auftun.

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Die wenigsten Gäste würden sich nach diesem ersten VR Erlebnis unbeeindruckt zeigen, sagt Timon. „Einige kommen her und erwarten sich einen ähnlichen Effekt wie bei 3D-Filmen im Kino und kommen dann aus dem Staunen gar nicht mehr raus“. Für das Staunen zeichnet sich der Immersionseffekt verantwortlich. Damit ist die weitgehende Identifikation mit dem virtuellen Ich gemeint, die durch die futuristischen Headsets möglich wird.
Ein besonderes Schmankerl des vrei ist der selbstgebaute Autorennen-Simulator, komplett ausgestattet mit Lenkrad, Pedalen und Schalthebel . Dann ist da aber noch der „Motion-Seat“, der mittels zwei Druckfedern den Fahrer realistisch durchbeutelt, wenn er die vorgesehene Strecke verlässt oder gegen die Bande kracht.

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Neben der Gamingindustrie experimentiert auch die Filmbranche  mit den Möglichkeiten der VR-Technologie. Mit 360°-Kameras lassen sich interaktive Videos aufnehmen, bei denen Zuschauer mittels Kopfbewegung selbst das Motiv und die Perspektive bestimmen. Im Jänner stellte der Hip-Hopper Skero das erste österreichische 360°-Musikvideo zu seinem Song „80 Party“ im vrei vor.
Nicht nur potentiellen Kunden, soll auch der hiesigen Entwicklern im vrei eine Plattform geboten werden: Neue VR-Projekte können präsentiert werden, Ideen sollen bei Workshops ausgetauscht werden. Denn selbst in der VR-Szene ist ein großer Teil der sozialen Interaktion eben in der physischen Realität angesiedelt. Noch.

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