Russische Avantgarden in der Albertina

Mit „Chagall bis Malewitsch“ stellt die Wiener Abertina russische Künstler der wohl spannendsten russischen Ära in den Mittelpunkt: Künstler der russischen Avantgarde.

Die Albertina widmet der Vielfalt der Kunst der „russischen Avantgarde“ eine großangelegte Schau: Über 130 Meisterwerke zum Großteil aus der Sammlung des Russischen Museums in Sankt Petersburg, führen vor Augen, wie facettenreich die russischen Avantgarden gewesen sind.

Russische Avantgarden

Russland Anfang 20. Jahrhundert: Ein Kapitel der Moderne, geprägt von politischen Veränderungen.

Dieses Russland, erlebte zunächst den Untergang des Zarenregimes, das 1917 mit der Russischen Revolution beschlossen wurde, im Anschluss daran das Zeitalter Lenins, in dem künstlerische Vielfalt erlaubt, ja sogar erwünscht war und litt schließlich unter dem Terror Stalins, der alles eliminierte, was nicht der Propaganda des Sowjetstaates dienlich war.

Die Albertina liefert den Zusehern bei der Ergründung dieser russischen Avantgarde einen besonderen Service. So begleitet die Schau dokumentarisches Filmmaterial, welches den historischen Hintergrund Russlands Anfang des 20.Jahrhunderts beleuchten soll.

Feinde der Vergangenheit

Es handle sich um „Eine Schau, die vielleicht das Reden von der ‚russischen Avantgarde‘ obsolet macht und durch die ‚russischen Avantgarden‘ ersetzt“ , so Klaus-Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, bei seiner Eröffnungsansprache.

 

Wassilij Kandinsky, Auf Weiß I, 1920
Wassilij Kandinsky, Auf Weiß I, 1920

 

Marc Chagall, Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky oder Natalia Gontscharowa, revoltierten gegen die politischen Entwicklungen ihres Landes und kämpften allesamt um den einzigen Auftraggeber – den russischen Staat.

So unterschiedlich ihre Stile, und Maltechniken, gemein hätten die Künstler der „russischen Avantgarde“, so Schröder, vor allem eines: die Abkehr von Vergangenem.
Es handle sich um den inneren Drang der Avantgarden, sich von Dagewesenem zu verabschieden, dagegen zu protestieren und anders, neu und zukunftsgerichtet zu sein.

Marc Chagall, Der Geigenspieler, 1912
Marc Chagall, Der Geigenspieler, 1912

Eine lineare Entwicklung, wie sie sich Kunsthistoriker wünschen, sei in der Ausstellung laut Schröder nicht auszumachen, vielmehr handle es sich um den Versuch, eine Epoche anhand ihrer Künstler darzustellen.

Angelegt ist die Ausstellung in elf Kapiteln, die die russische Avantgarde als Epoche der Vielfalt und einander diametral gegenüberstehender Avantgarden zeigt. Beginnend beim Neoprimitivismus, der sich von akademischem Malen abwendet (Michail Larionow, Natalia Gontscharowa), dem Rayonismus, der von Kasimir Malewitsch geprägten Kunstrichtung „Suprematismus“bis hin zum Konstruktivismus.

Michail Larionow Offiziersfriseur, um 1907-1909
Michail Larionow Offiziersfriseur, um 1907-1909

Ein  sinnlicher Eindruck an Vielfalt und Ideenreichtum erwartet die Besucher der Ausstellung, die vor allem mit Bildern aus dem Staatlichen Russischen Museum in St.Petersburg bestückt ist, noch bis 26.Juni.

 

 Infos:

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien. Bis 26. Juni tgl. 10:00 bis 18:00, Mi bis 21:00 Uhr. 12,90 €

 

 

 

 

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