Stermann und Grissemann als grantige „Sonny Boys“

Dirk Stermann und Christoph Grissemann sind mit neuem Programm zurück. Diesmal erwartet die Zuseherinnen und Zuseher allerdings kein pures Kabarett. Denn die beiden spielen den  Boulevardklassiker „Sonny Boys“ nach dem Drehbuch von Neil Simons im Wiener Rabenhof Theater.

Sieht man sich im Publikum des Theaterstücks  um, entdeckt man kaum jemanden unter 40 Jahren. Zuerst könnte man denken, Studierende seien nicht die Zielgruppe des Stücks, doch das stellt sich nach nur zwei Minuten als Fehlschluss heraus. Denn Stermann und Grissemann schaffen es ihren rabenschwarzen teils niveaulosen Humor, den man aus der Talkshow „Willkommen Österreich“ kennt,  auch auf die Theaterbühne zu bringen.

Die beiden Kabarettisten, die sich selbst spielen, versuchen sich nach Jahren des Streits wieder zusamenzuraufen. ©Udo Leitner
Die beiden Kabarettisten, die sich selbst spielen, versuchen sich nach Jahren des Streits wieder zusamenzuraufen. ©Udo Leitner

Sobald das Künstlerpaar, das sich selber in der Zukunft spielt, das erste Mal anschreit, weiß man, dass die Rollen maßgeschneidert sind. Schon seit zehn Jahren versucht Rabenhof-Leiter Thomas Gratzer die zwei  zum Spielen des Klassikers zu überreden. Dieser hat nach einer Adaptierung des Drehbuchs die Regie des Stücks übernommen.

Geweigert hat man sich unter anderem so lange, weil Stermann hinter dem Drehbuch lange „verschwitzten Altherrenhumor“ vermutete. Das Drehbuch passten Grissemann und Stermann allerdings an und so konnte man der Altherrenhumor-Falle geschickt ausweichen.

Eine Frau als Puffer

Damit sich die älteren Herrschaften während der Proben nicht erschlagen, fungiert Schauspielerin Magdalena Kropiunig als Puffer. Denn das Kabarettduo hat im Stück ganze elf Jahre kein Wort mehr miteinander gewechselt, soll aber für eine ORFIII Show noch einmal die „Deutsche Kochshow“ zum Besten geben. Kropiunig, die Grissemanns Managerin spielt, versucht die Herren zu versöhnen.

Magdalena Krupiunig spielt die Managerin und COusine von Grissemann und versucht diesen wieder mit seinem langjährigen Wegbegleiter zusammenzubrignen. ©Udo Leitner
Magdalena Krupiunig spielt die Managerin und Cousine von Grissemann und versucht diesen wieder mit seinem langjährigen Wegbegleiter zusammenzubringen. ©Udo Leitner

Als echte Schauspieler sehen sich die beiden nicht. Das sei auch nicht ihr Anspruch, erläutert Christoph Grissemann: „Unser Anspruch ist, daraus einen Stermann-und-Grissemann-Abend zu machen.“

Und das ist er. Stellenweise wirkt das Sück so real, dass man sich ernsthaft Sorgen macht, die beiden könnten sich tatsächlich zerstreiten. Das bestätigt auch Grissemann im Interview mit der Wienerzeitung: „Bei uns stimmt das Stück aber tatsächlich. Streckenweise ist es genau das, was wir in den letzten 20 Jahren in der Garderobe verhandelt haben. “

Und genau wie der Hass, der so echt bis in die letzten Reihen zu spüren ist, spürt man doch auch die positive Harmonie auf der Bühne: Trotz 25-jähriger Kabarett-Ehe haben sich die beiden doch nach wie vor sehr lieb.

Eine schwierige Künstler-Ehe. ©Udo Leitner
Eine schwierige Künstler-Ehe. ©Udo Leitner

 

Die nächsten Termine im Rabenhof mit Restkarten ~ 28 Euro:

Freitag, 11.3.: 20 Uhr

Samstag, 12.3.: 20 Uhr

Freitag, 18.3.: 20 Uhr