„Handmade“ im MAK

Die Ausstellung „handWERK“ im MAK beleuchtet die Geschichte und Bedeutung von handgemachter Arbeit. Besucher können hier Werkstücke aus verschiedenen Sparten und Zeiten besichtigen.

Am 14. Dezember hat im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) die Ausstellung „handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt“ eröffnet. In sechs Kapiteln werden hier von Hand gemachte Alltagsgegenstände ausgestellt. Sie sollen daran erinnern, wie wichtig tradiertes Können in der heutigen, digitalisierten Gesellschaft ist. Besucher können handgefertigte Stücke ansehen, angreifen und SchusterInnen oder TapeziermeisterInnen bei der Arbeit zusehen. In der „Live-Werkstatt“ arbeiten insgesamt 20 HandwerkerInnen vor Ort an ihren Werken.

Matthias Kaiser bei der Arbeit. Im MAK kann man HandwerkerInnen bei der Arbeit zusehen. © Lisa Edi

Von Werbetrends und Jobperspektiven

„Kulturtechnik erlebt eine Renaissance“, begründet Franz die Relevanz der Ausstellung. Aktuelle Trends im Internet und in der Werbung bestätigen das. DIY-Blogs, also Do-It-Yourself-Blogs werden besonders beim jungen Publikum immer beliebter. Große Konzerne und Luxuslabels werben mit Wörtern wie „handmade“. Daher hatten Kurator Rainald Franz und die Gastkuratorin Tina Zicklerdie Idee zu „handWERK“ während sie noch an der MAK-Ausstellung über die Keramikhersteller Brüder Schwadron arbeiteten.

Im zweiten Kapitel der Ausstellung werden die Perspektiven für das Gewerbe, die Ausbildung im handwerklichen Bereich und europäische Initiativen und Institutionen beleuchtet.  Das Universitätsstudium habe noch immer einen besseren Stellenwert als beispielsweise eine Lehre, erklärt Kurator Rainald Franz. „Das Wunschdenken der Kinder ist es, einen White Collar Job zu bekommen“, so Franz.

Handgemachtes hält länger

Das letzte Kapitel widmet sich dem Thema der Nachhaltigkeit und dem Reparieren von Alltagsgegenständen. Hier werden Erbstücke und langlebige Produkte ausgestellt. Außerdem werden Informationen zu Material und Herstellung von fünf Wiener Handwerksprodukten gezeigt und das Thema der Reparatur näher beleuchtet.“In der heutigen Wegwerf- und Konsumgesellschaft ist das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit wieder auf dem Vormarsch“, erläutert Franz.

Handgemachtes im MAK: Carl Scheer, Schwarze Herrenschnürstiefeletten, © MAK/Georg Mayer

„handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt“ als Buch

Ergänzend zur Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation mit Textbeiträgen von unter anderem MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein und den Kuratoren Rainald Franz und Tina Zickler sowie Interviews mit KünstlerInnen und HandwerkerInnen. Zudem werden alle an der Ausstellung beteiligten HandwerkerInnen und Institutionen vorgestellt und präsentiert.

Titelbild: © MAK/Georg Mayer

handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt
14.Dezember 2016 bis 09.April 2017
MAK-Ausstellungshalle
Stubenring 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten
Di 10:00–22:00 Uhr
Mi–So 10:00–18:00 Uhr
Mo geschlossen
Jeden Dienstag 18:00–22:00 Uhr Eintritt frei
www.mak.at

 

 

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