„Sex in Wien“ jetzt auch am Abend

Die Öffnungszeiten der Ausstellung „Sex in Wien“ werden aufgrund des großen Besucherandrangs ab heute jeden Abend bis 22 Uhr verlängert. Bevor die Ausstellung am 22. Jänner schließt,  hat sich das Museum noch ein Abschlusshighlight einfallen lassen.

„Sex in Wien – Lust. Kontrolle. Ungehorsam“ lautet der Titel der äußerst erfolgreichen Ausstellung im Wien Museum am Karlsplatz. Der Andrang und das Interesse sind dermaßen groß, dass die Öffnungszeiten ab heute jeden Abend bis 22 Uhr verlängert werden. Bis Ende Jänner rechnet das Museum mit 70.000 Besuchern.  Eine Verlängerung der Schau  ist nicht möglich, da die Folgeausstellung „Brennen für die Religion. Wien nach Luther“ bereits in den Startlöchern steht.

Lange Nacht des Sex

Am 20. Jänner wird im Wien Museum noch die „Lange Nacht des Sex“ zelebriert. Von 18.30 bis 00.00 Uhr wird es Lesungen, Performances und Präsentationen geben. Lucy McEvil moderiert.  Es gibt  Spotlighttouren durch die Ausstellung und Hintergrundgespräche. Kriminalist Max Edelbacher spricht mit Direktor Matti Bunzl über Kriminalität und Sex. Autoren lesen ihre Lieblings-Sexszenen. Auch die schlimmsten Tinder-Date-Erlebnisse werden diskutiert.

 

 

Schafsdarm-Kondom mit Gestell zum Trocknen.
© MUVS, Wien

Was Sie erwartet

Die Ausstellung liefert einen Überblick über die Geschichte der Sexualität in Wien seit dem 19. Jahrhundert. Sie teilt sich in drei Abschnitte: „Vor dem Sex“, „Beim Sex“ und „Nach dem Sex“.  Der Bereich „Vor dem Sex“ widmet sich der Kontaktaufnahme. Die Zurückhaltung der Frau war dabei essenziell. Im beginnenden 19. Jahrhundert hatten Frauen nämlich ihren Blick gesenkt zu halten – die erste Anbahnung war Männersache. Aber auch Vermittlungshilfen wie das Tischtelefon wurden eingesetzt.

Ausschnitt aus dem Film „Ekstase“, 1933 | © Filmarchiv Austria, Wien

 

Beim Sex

Sex dient ausschließlich der Fortpflanzung – diese Ansicht war bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitet. Christliche Gebote dominierten was erlaubt war und was nicht. „Sodomitische“, also nicht der Fortpflanzung dienende, Sexualakte waren verpönt. Ein „Onanie-Verhinderungsapparat“ ist nur eines der über 500 Ausstellungsobjekte. Auch kontroverse und sensible Themen wie Verhütung oder Sexarbeit werden aufgegriffen.

 

Onanie-Verhinderungsapparat | © Camilla Burstein

 

Nach dem Sex

Der finale Abschnitt der Ausstellung befasst sich mit den Konsequenzen von Sex. Die gefürchtete „Lustseuche“ Syphilis wird ebenso thematisiert wie ungewollte Schwangerschaften. Schwangerschaftsabbrüche waren verboten und fanden daher illegal und unter  prekären hygienischen Bedingungen statt.

Kampagne „Syphilis – Lass Dir nichts anhängen“, 2006 | © Initiative Homed

 

Die Botschaft

Bei „Sex in Wien“ handelt es sich keinesfalls um eine voyeuristische Schau. „Ganz im Gegenteil.  Es geht um die wissenschaftliche Aufarbeitung eines der zentralen Themen unseres Lebens“, sagt Wien Museum Direktor Matti Bunzl.
Michaela Lindinger, eine der Kuratorinnen der Ausstellung, wünscht sich einen offeneren Umgang mit der Materie. „Wir hoffen, dass durch die Ausstellung die Menschen etwas weniger verklemmt mit dem Thema Sexualität umgehen.“

 

 

Sex in Wien – Lust. Kontrolle. Ungehorsam
Wien Museum Karlsplatz
Karlsplatz 8, 1040 Wien
Öffnungszeiten:
10. Jänner 2017 bis 22. Jänner 2017
Dienstag bis Sonntag & Feiertag, 10 bis 22 Uhr
Eintritt ab 18 Jahren

www.wienmuseum.at

 

Header-Bild: Plakat „Abwechslung? Aber sicher!“, 1998 © Aids Hilfe

 

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