Tabubruch OMGYes: Orgasmustechniken zum Nachmachen

Auf der Plattform OMGYes geht  es um den weiblichen Orgasmus. Frauen berichten von ihren Erfahrungen und Nutzer/innen haben die Möglichkeit, die vorgestellten Techniken in Computersimulationen zu üben. Mit Porno hat das nichts zu tun. Die Gründer/innen aus den USA  wollen mit ihrer Forschung das Tabu um die weibliche Lust brechen und den Austausch darüber anstoßen.

In Videos berichten Frauen von ihren persönlichen Erfahrungen und den Techniken, die sie bei der Masturbation oder auch während des partnerschaftlichen Geschlechtsverkehrs entwickelt haben, um einen Orgasmus zu haben, öfter zu kommen oder einen intensiveren Höhepunkt zu erleben. Das reicht von Übungen zum kreisförmigen Umstreichen der Klitoris bis zum „Hochschaukeln“, bei dem die Berührungen immer wieder unterbrochen werden, um die Erregung zu intensivieren.

Wissenschaftlich fundierte Ergebnisse

All das zeigen die Frauen in den Videos an sich selbst vor und sind dabei keine Pornodarstellerinnen, sondern kommen aus unterschiedlichsten Berufsfeldern und wollen schlicht ihr Wissen an andere Frauen und Männer weitergeben. Die beiden Gründer/innen Lydia Daniller und Rob Perkins führten in Zusammenarbeit mit dem Kinsey-Institut und der Universität Indiana die erste landesweit repräsentative Studie zur weiblichen Lust in den USA durch. Aus den Berichten von über tausend Frauen fassten sie die wichtigsten Techniken zusammen, um sie auf der Plattform zu präsentieren. Außerdem entwickelten sie „berührungssensible Videos“, bei denen die Nutzer/innen die Techniken auf einem Touchscreen üben können.

Das Vergnügen ist nicht umsonst

Um alle Videos zu sehen und die Simulationen nutzen zu können, muss ein einmaliger Betrag von 29 Euro bezahlt werden. Das müsse sein, sagen die Gründer/innen auf der Website, da große Geldgeber nicht an der Erforschung der weiblichen Lust interessiert seien. Die Sexualforschung beschäftige sich mehr mit sexuellen Störungen und den entsprechenden Behandlungen als mit der Frage, wie Lust noch gesteigert werden kann. Eine prominente Unterstützerin hat die Plattform schon gefunden: die Schauspielerin  Emma Watson. In einem Interview  sagt Watson, sie wünschte,  diese Website hätte es schon früher gegeben.

Über Sex reden

Mehrere Jahre haben Perkins und Daniller an der Plattform gearbeitet. Die beiden kennen sich bereits aus dem College. Sie hätten immer offen über Sexualität gesprochen und davon enorm profitiert, erzählen sie in einem Interview der taz. Diese Offenheit wollten sie mit der Plattform etablieren. Uns fehle vor allem die Sprache, um über unsere Lust und unsere Vorlieben zu reden, ist auch auf der Website zu lesen. Oft stünden nur vage Wörter wie stimulieren, wichsen oder fingern zur Verfügung. Das will OMGYes ändern.

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