Die große Werner Herzog Retrospektive

Das Filmarchiv Austria in Kooperation mit dem METRO Kinokulturhaus widmet Werner Herzog von 12. Jänner bis 1. März 2017 die weltweit bislang umfassendste Retrospektive – darunter auch einige österreichische Erstaufführungen. An der Eröffnung am Donnerstag wird der deutsche Schauspieler und Regisseur zu Gast sein.

Werner Herzog, der ewige Grenzgänger
Seine über 1.000 Filminterviews sind nicht nur unter Filmliebhabern wohl bekannt . Seine 65 Filme sind surreal bis wahnwitzig. Egal ob Wüste in Nordafrika, brasilianischer Dschungel oder die Antarktis – Werner Herzog lotet mit seinen Produktionen die menschlichen Grenzen aus und sucht die direkte Auseinandersetzung mit der Natur. In Österreich kennt man den selbsternannten „Soldaten des Kinos“ besonders aufgrund der hitzigen Auseinandersetzungen am Set mit dessen „liebsten Feind“ Klaus Kinski.

Portrait Werner Herzog (CC-BY-SA Raffi Asdourian)

Querschnitt aus 45 Jahren
Das epische Werk Fitzcarraldo, indem er Klaus Kinski ein 300 Tonnen schweres Dampfschiff über einen Berg im Urwald wuchten lässt, wird ebenso präsentiert wie Grizzly Man, die Dokumentation über den Verfolgungswahn eines in Alaska beheimateten Bärenschützers. Hervorzuheben im Programm sind besonders Herzogs Neuerscheinungen aus dem Jahr 2016. Die Netflix-Doku Lo and Behold beleuchtet die vernetzte Welt – von autonomen Fahren bis zur künstlichen Intelligenz und in Salt and Fire entführt uns Herzog zur größten Salzwüste der Welt und hinterfragt die skrupellosen Machenschaften eines umweltverschmutzenden Konzerns.

Der Weg ist das Ziel
Werner Herzog ist jemand, der mit übertriebener Begeisterung auf der Suche nach der Wahrheit ist. So marschierte Herzog im Alter von 32 Jahren zu Fuß von München nach Paris, um die im Sterben liegende Lotte Eisner – eine deutsch-französische Filmkritikerin, die er stets bewunderte –  zu besuchen. „Lieber die Sinnlosigkeit, wenn es eine ist, bis zur Neige gekostet“, notierte er kurz vor seinem Ziel.

Heute pendelt der 74-jährige regelmäßig zwischen Deutschland und seiner Wahlheimat, den USA. Dort ist Herzog längst ein Idol unter jungen Filmemachern. An den vier- bis fünftägigen Seminaren seiner Rogue Film School lehrt der Altmeister den Teilnehmern nicht nur das filmische Handwerk, sondern auch wie man Schlösser knackt und Drehgenehmigungen fälscht. Neuerdings taucht Herzog auch in den sozialen Netzwerken auf und vermarktet dort den Online-Lehrgang MasterClass für jene, die mit wenig Geld zum Filmemacher werden wollen. Der „Soldat“ hält die Stellung.

Hardfacts:
METRO Kinokulturhaus
Werner Herzog Retrospektive 12.1. – 1.3.2017
Johannesgasse 4
1010 Wien
Tel.: +43 1 512 18 03 (während der Öffnungszeiten)
E-Mail: metrokino@filmarchiv.at
Öffnungszeiten:
Kinokassa & Shop: Mo-So 15:00 bis 21:00

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