ZERO – Sie wissen was du tust

Datenschutz und Privatsphäre im Internet werden von vielen unterschätzt. Dabei kann es so einfach sein, sich mit wenigen Schritten im Web vor Trackern und Hackern zu schützen. Die Technikentwicklung schläft nie. Marc Elsberg widmet sich in einem seiner Bestseller ZERO – Sie wissen was du tust  einer Internet-Utopie und schildert durch akribische Recherchearbeiten spannende Wissenschaftsthriller.

Der Soziologe Niklas Luhmann hat Marc Elsberg, bürgerlich Marcus Rafelsberger, zum Schreiben von ZERO – Sie wissen was du tust inspiriert. Marc Elsberg lebt und arbeitet in Wien und war früher als Kreativer in der Werbung tätig und als Kolumnist für die Tageszeitung derStandard aktiv.

Marc Elsberg mit seinen drei Bestsellern BLACK OUT, ZERO und HELIX (Foto: Raphael Unger)

Das Buch beschreibt das Schicksal einer Journalistin, die damit beauftragt wird, mysteriösen Todesfällen auf die Spur zu gehen und über eine Hackergruppe namens ZERO zu forschen. In der Geschichte arbeiten die Protagonisten mit neumodischen Datenbrillen, die jeden Blick erfassen und alles scannen können, was ihren Trägern vor die Linse läuft. Diese Daten können direkt an ein soziales Netzwerk übertragen werden. Von dort können Mitglieder live das Geschehen vor den Augen ihrer Freude mitverfolgen. Veröffentlicht man als User des Netzwerks “FreeMe“ alle seine Daten, wird man finanziell entlohnt und kann die Ratgeber-Apps perfekt auf sich abstimmen lassen. Die Reise der Journalistin Cynthia Bonsant führt die Abenteurerin auch nach Wien.

 

Wie weit dürfen Netzwerke in unser Privatleben eingreifen?

Im Interview mit Marc Elsberg ist er der Meinung, dass Privatsphäre schon immer ein Zeichen für Macht dargestellt hat. Nur langsam hat sich Privatsphäre als gesetzliches Recht etabliert. Es muss seiner Meinung nach alles verboten werden, was die Privatsphäre auch nur in geringster Weise beeinträchtigt. Stichwort Tracking. Tracking findet nicht nur im Internet statt, sondern auch in Form von Kundenkarten etc. Durch Tracking im Internet (am Smartphone oder am PC) kann man sich durch Apps wie Ghostery einfach schützen.

Werte werden in unserer Gesellschaft nicht mehr verhandelt, sonder gehandelt.

Dank des digitalisierten Trackings können Unternehmen sehr detailliert und individuell Werbungen zum Beispiel, auf den einzelnen User und Konsumenten anpassen. Die Unternehmen sind durch Klick-Generierungen auf mehr und mehr Kapital aus. Werte werden nicht mehr verhandelt, sondern gehandelt. Marc Elsberg ist gespannt und hofft, dass die User und Konsumenten es schaffen, sich ihrer digitalen Versklavung bewusst zu werden und zu einer entsprechenden Gesetzesgestaltung beizutragen. Das Datentracking zu kommerziellen Zwecken müsste massiv eingeschränkt werden.

 

Wie kann ich mich im Netz schützen?

Das Bewusstsein für Datenschutz ist noch nicht weit genug in den Köpfen der Menschen ausgeprägt. Tracking ist zu unphysisch und so schwer fassbar. Elsberg denkt, dass sich immer mehr Menschen den Datensammlern machtlos ausgeliefert fühlen. Beim Lesen von ZERO bin ich persönlich sehr viel aufmerksamer auf meinen eigenen Datenschutz geworden. Marc Elsberg empfiehlt bekannte einfache Anonymisierungs-Programme wie die Tor-Software. Außerdem kann man darauf achten, dass man nicht für alle Tätigkeiten im Netz den selben Browser verwendet oder andere Anonymisierungs-Werkzeuge wie Ghostery in den verschiedenen Browsern verwendet. Man kann lernen, Spams und Fake-Links zu erkennen. Das Verhalten im Netz muss aufgeklärter werden.

 

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