Dating 3.0?

Während die Generation unserer Eltern sich noch in Diskotheken und Bars kennengelernt hat, lernt sich die Generation Y  längst online über Dating-Apps kennen. Dabei setzen Tinder, Lovoo und Co auf Algorithmen-gesteuerte Partnervermittlung.  Die Dating-App „Once“ wirbt jedoch nun mit „handverlesenen“ Partnervorschlägen. Bedeutet das nun eine neue Ära des Datings, sozusagen das Dating 3.0?  

„Mein Traummann soll 1,80 groß und sportlich sein und soll braune Augen haben.“ Bei Dating-Apps wie Tinder kann man das Suchen nach einem spezifischen Typ  mit der Suche der goldenen Nadel im Heuhaufen vergleichen. Diese strapaziert dabei nicht nur den Daumen beim „nach links Wischen“, sondern auch die Nerven. Bei dieser beliebten App werden nämlich dem Nutzer potentielle Partner innerhalb eines manuell einstellbaren Umkreises vorgestellt. Mit einem Wischen nach rechts kann man dabei die Zuneigung zeigen, beziehungsweise zeigen, dass einem die Fotos des Partnervorschlages gefallen. Mit einem Wischen nach links symbolisiert man Abneigung. Erst wenn beide Seiten nach rechts wischen, entsteht ein sogenanntes „Match“ und  die beiden (bestenfalls) Singles können in Kontakt treten.

Quelle: Tinder Presse
„Liebe ist zu komplex, um sie in einen Algorithmus zu pressen.“

Der Schweizer Jean Meyer möchte nun das Dating 2.0 wieder entschleunigen. Der Gründer der Dating-App „Once“, die seit September 2016 auch Herzen in Wien höher schlagen lässt, setzt auf die künstliche Verknappung des Angebots.
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Von realen Menschen, sogenannten „Matchmakers“, wird dem App-Nutzer täglich um 12 Uhr mittags EIN potentieller, handverlesener, Partner vorgeschlagen. „Erstmal trifft ein Algorithmus anhand von etwa 40 Kriterien – beispielsweise Alter, Standort und sexueller Orientierung – eine Vorauswahl von 15 bis 20 potenziellen Matchpartnern“, erklärt Vanessa Ulrich, Once-Beauftragte des deutschsprachigen Raums. Danach sitzen laut Ulrich reale Personen hinter ihren Laptopbildschirmen und versuchen anhand deren Erfahrung (und schlussendlich auch nach dem Bauchgefühl) Matches zu bilden.

Quelle: Once Dating AG Youtube Channel

Schreibe deinem persönlichen Matchmaker

Möchte man nun dem mittäglichen Glück auf die Sprünge helfen, so können einsame Herzen seit Ende Jänner 2017 etwas Geld in die Hand nehmen, um einem persönlichen Matchmaker seine gewünschten Partnerkriterien mitzuteilen.

Quelle: Chat mit einem persönlichen Matchmaker

Der Matchmaker macht sich dann auf die Suche nach einer Person, die den Ansprüchen des Singles gerecht werden könnten.  Die Herausforderung besteht dabei unter anderem darin, dass der Matchmaker ja den Geschmack einer unbekannten Person zielgenau treffen sollte. Darüber hinaus sollte jedoch dann im Idealfall auch das menschliche Suchergebnis den zahlenden Single gut finden.

Revolution der schnelllebigen Dating-Gesellschaft?

Ob diese Tinder-Alternative nun das Dating 2.0 zum Dating 3.0 revolutioniert, bleibt demnach abzuwarten. Zu bedenken ist bei diesem Trend wohl auch, ob dann nicht innerhalb kürzester Zeit ein Mangel an großen, gepflegten Blondinen mit Kleidergröße 34 am Single-Markt entstehen wird. Einen Schritt Richtung Entschleunigung wird die „Wisch-und-Weg“ Generation jedoch bestimmt dankend annehmen.

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