Tschüss zur Plastiktasche

Umweltverschmutzung hin oder her. „Geiz ist geil“ gewinnt im             Supermarkt noch immer. Lieber die billige Plastiktasche, als die teure aus Textilstoff.  Doch die Tage der Umweltplage sind gezählt.

 

Textil, Papier oder Plastik? Kauft man beim spontanen Einkauf mehr als man tragen kann, greift der Kunde zur Plastiktasche.  Die Aufpreise für umweltschonenderes Textil werden ungern gezahlt. Doch nicht mehr lange und die gelb-roten Plastiktaschen der Billa besitzen Sammlerwert. Seit Jänner werden nämlich keine mehr nachproduziert. Das was man jetzt noch an den Kassen bekommt, ist bereits der Restbestand. Danach gibt’s nur noch Permanent – und Papiertragetaschen für die Kunden, heißt es von der Rewe Group. Mit der Verbannung, so CEO Frank Hensel, sollen mehr als 28 Millionen Plastiksackerln pro Jahr eingespart werden.

Keine Plastiktaschen ab Frühjahr

Servus zu Plastiktaschen sagen auch andere Lebensmittelhändler. Die Vorräte von  Lidl und Hofer reichen noch bis zum Frühjahr. Dann streichen auch sie die Plastiktüten aus ihrem Sortiment. „Ein wiederverwendetes Sackerl ist besser als jedes noch so umweltschonende Plastik­sackerl. Deshalb verzichten wir in Zukunft komplett auf darauf”, so Christian Schug, Geschäftsleiter von Lidl Österreich.  Um die  Alternativen an den Kunden zu bringen, setzen sie verschiedene Anreize: Preisnachlässe, Gutschein-Aktionen oder ein Rebrush im Design. Hofer ließ die Taschen eigens von „heimischen Künstlern” umgestalten.

Kunstvolle Begleiter: Attersee-Tragetaschen sind die Alternativen zur Plastiktasche. © Hofer

Weniger Plastik, weniger Verschmutzung

Allein in Österreich sind jährlich 7.000 Tonnen Plastiksäcke im Umlauf. Auf dem Heimweg noch als Tragehilfe verwendet, landet sie später schnell im Müll. „Plastiksackerl verbrauchen wertvolle Ressourcen und belasten bei falscher Entsorgung die Umwelt, insbesondere die Gewässer“, so Bundesminister Andrä Rupprechter. Denn ein großer Teil der Tragetaschen landet nicht im Recycling-System sondern unkontrolliert in der Umwelt.  Mit dem Streichen der Plastiktüten aus dem Sortiment der Supermärkte, wird die Umwelt weniger belastet.  Von 40 Taschen pro Kopf im Jahr, soll der Verbrauch auf bis 2019 auf 25 pro Kopf gesenkt werden.

Freiwillige Helfer

Einen Referenzpunkt bietet die sogenannte „Plastiksackerl-Richtlinie“ der EU. Dieser sieht vor, dass jeder Bürger bis 2019 durchschnittlich weniger als 90 Tüten pro Jahr verbrauchen darf, bis 2025 sollen es weniger als 40 Tüten im Jahr sein.  Österreich setzt die Messlatte etwas niedriger, verfolgt also ein ambitioniertes Ziel. Die Zielsetzung ist allerdings selbstverpflichtend und eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Umwelt, ausgewählten Unternehmen sowie NGO’s. Zu den Maßnahmen im LEH gehört auch, den Einsatz von Mehrwegtaschen zu forcieren, die Kundeninformation zu verbessern und Umweltprojekte zu fördern.
Der Anti-Plastik-Initiative haben sich nicht nur der LEH, sondern u.a. Unternehmen wie Betten Reiter, H&M, Deichmann oder Saturn angeschlossen.

 

 

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