Crawling: Der neue Fitnesstrend aus den USA

Ganz nach dem Motto back to the roots begeben sich immer mehr Erwachsene zurück in die frühkindliche Haltung auf alle Viere. Der Grund dafür: Ein neuer Fitnesstrend.

Regelmäßig wird die Welt des Sports mit neuen Trends und Innovationen überrollt. Dabei scheinen sich die Neuerscheinungen an Skurrilität gerade so übertrumpfen zu wollen. Die neueste Idee aus den USA nennt sich Crawling, also krabbeln. Um das Ganze zu verbildlichen: Stellen Sie sich einen Turnsaal voller Erwachsener vor, die wie Kleinkinder auf allen Vieren durch die Gegend krabbeln. Was in den USA bereits total angesagt ist hält nun auch langsam in unseren Breiten Einzug in das Programm der Fitnessstudios. Doch was soll uns das Krabbeln bringen? Wir haben mit Fitnessstudiobesitzer Benedikt Egger darüber gesprochen.

Was ist Crawling und wofür ist es gut?

„Beim Crawling versucht man wieder in die natürlichen Bewegungsabfolgen, die man bereits als Baby macht zurück zu gehen“, so Egger. Ziel der Übung ist es die Gesamte Körpermuskulatur zu kräftigen, auch die Muskelpartien, die wir in unserem Alltag kaum mehr beanspruchen. Auch Fehlhaltungen und Verspannungen, die sich durch das viele Sitzen im Arbeitsalltag ergeben können ausgeglichen und langfristig auch zu korrigiert werden, so Egger weiter.

Was wird beim Crawling genau trainiert?

Besonders beansprucht werden die Muskeln rund um die Schultergürtel, die Rückenmuskulatur sowie die schrägen und geraden Bauchmuskeln. Je nach Variante wird auch die Bein- und Gesäßmuskulatur und die tief liegenden Muskeln gekräftigt. Tatsächlich soll das Crawling sogar sehr anstrengend sein, „vor allem, weil es bei vielen Muskelgruppen trifft, die sehr untrainiert sind oder auch das Zusammenspiel von Muskeln fordert, das man nicht gewohnt ist“, so Egger.

Durch die unterschiedlichsten Varianten wird beim Krabbeln auch Abwechslung geboten. Wer beispielsweise Knieprobleme hat, sollte von der Grundposition, dem Vierfüßlerstand in die Liegestützposition wechseln. Dabei stützt sich das Gewicht hinten  auf die Zehen, so dass die Knie in der Luft sind. Das intensiviert außerdem zusätzlich das Training. Wer mit Richtungswechseln und Vor- und Rückwärtsübungen arbeitet tut zudem etwas für seine Koordination. Auch seitliches Crawling ist selbstverständlich möglich.

Fazit

Das Crawling ist eine Fitnessübung die auf den ersten Blick sehr skurril wirkt, aber tatsächlich viele Vorteile mit sich bringt. Neben dem hohen Kalorienverbrauch bei den anstrengenden Übungen, trainieren wir vernachlässigte Muskelpartien unseres Körpers und tun etwas für unsere Koordination. Ein sehr großer Vorteil des Krabbelns ist, dass man dafür de facto nichts braucht, außer seinen Körper und eine Bodenfläche.

Doch man sollte auch die Nachteile ansprechen: „Die Handgelenke werden schon sehr stark beansprucht und für vollkommen untrainierte Leute wird das Training wegen der hohen Intensität schnell zu viel“, so Egger.

Alles in allem aber definitiv einen Versuch wert. Experten erwarten, dass sich der Trend in unseren Breiten im Laufe dieses Jahres entwickeln wird.


Benedikt Egger:

Inhaber des Fitnesstudios Cross Combat Power in Salzburg. Sportwissenschafter und Kampfkunsttrainer mit 25-jähriger Erfahrung. Egger hat als Trainer bereits mehr als 500 Trainer und Masseure ausgebildet sowie Freizeit- und Spitzensportler betreut. 


Beitragsbild: © iStockphoto

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