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Too Good To Go: Auf den Teller statt in die Tonne

Die EU tut zu wenig gegen Lebensmittelverschwendung. Das geht aus einem aktuellen Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs hervor. Doch ist Food Waste nur Sache der Politik? Mit der App Too Good To Go kann jeder mithelfen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Der Europäische Rechnungshof forderte Ende Jänner in einem Sonderbericht, dass die EU mehr gegen Lebensmittelverschwendung tun soll. Doch nicht nur die Politik ist für die Reduzierung von Food Waste verantwortlich. Jeder kann helfen, Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Eine Initiative gegen Food Waste ist Too Good To Go (TGTG): Per App kann man bei Restaurants Gutscheine kaufen und kurz vor Ladenschluss Essen abholen, das sonst im Müll landen würde. Unternehmen müssen dadurch weniger wegwerfen. Kunden bekommen ab einem Preis von zwei Euro eine Mahlzeit.

Für drei Euro gibt es zum Beispiel Quiche und Kuchen. Foto: Alissa Hacker
Für drei Euro gibt es über TGTG zum Beispiel Quiche und Kuchen. Foto: Alissa Hacker

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Klaus Pedersen, einer der Gründer von Too Good To Go, erklärt im Rahmen der International School of Multimedia Journalism das Konzept: „Too Good To Go hilft Restaurants, übriggebliebene Lebensmittel loszuwerden. Bäckereien oder Buffets haben oft kurz bevor sie schließen noch viel ‚überschüssiges‘ Essen. Es wäre Verschwendung, wenn sie das gute Essen wegwerfen würden. Deshalb haben wir diese Smartphone-App gemacht, mit der ein Kunde zu einem reduzierten Preis eine Mahlzeit kaufen kann. 50 Minuten vor Ladenschluss holt man dann das Essen ab. So verdient das Restaurant Geld und spart Ressourcen. Der Kunde bekommt über die App eine ganze Mahlzeit, die so gut wie nichts kostet.“

Video: foodwaste.multimediajournalism.eu

Konzept aus Dänemark

Laut der Stadt Wien werden in Österreich bis zu 157 Tonnen an angebrochenen und original verpackten Lebensmitteln weggeworfen, obwohl sie bei rechtzeitigem Verbrauch noch genießbar gewesen wären. Restaurants, Supermärkte und Bäckereien müssen abends oft Lebensmittel entsorgen, die sie am nächsten Tag nicht mehr verkaufen können. Gegen diese Art von Lebensmittelverschwendung will Too Good To Go vorgehen.

Die App filtert Angebote nach Standort, Preis und Abholzeit. Kunden bezahlen online mit Kreditkarte oder über Paypal und holen das Essen danach direkt beim Betrieb ab. Ein Euro geht an Too Good To Go, der Rest an das Restaurant. Die Initiative stammt aus Dänemark und hat seit Jänner 2017 Niederlassungen in neun Ländern – darunter auch in Österreich.

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