Top 5: Die besten Musicals in Wien der letzten 10 Jahre

Die Liste ist rein subjektiv und entspricht nur der Meinung des Autors.

Platz 5 Jesus Christ Superstar (2011)

Die letzten Tage von Jesus Christus werden mit englischsprachigen Liedern und deutschem Zwischentext zu Ostern 2011 aufgeführt. Das Musical, dass zum ersten Mal 1971 in New York ur-aufgeführt wurde, trat in den frühen 70ern eine Welle der Musical-Begeisterung los und kann mit knackigen Melodien und einer pop-artigen Aufbereitung des Bibel-Stoffs auch heute noch zu überzeugen.

 

Platz 4 Elisabeth (2012)

Das erfolgreichste deutschsprachige Musical darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Elisabeth wurde 1992 in Wien uraufgeführt und genießt seitdem große Beliebtheit. Die Handlung dreht sich um die ehemalige Kaiserin Sissi und deren Mörder Luigi Lucheni, der im Reich der Toten für seine Tat Rechenschaft stehen muss. Eine fesselnde Handlung und eingängige Melodien, allen voran das epochale „Ich gehör nur mir“, machten die Aufführung zu einem Publikumshit.

 

Platz 3 Mamma Mia! (2014-2015)

Waren die 80er eigentlich jemals weg? Nicht wenn man der Begeisterung rund um das Mamma Mia Musical beobachtet. Das Stück, rund um die Pop-Gruppe Abba, gastierte 2014 und 15 in Wien und war bei jeder Vorstellung restlos ausverkauft. Die Handlung ist zwar vernachlässigbar, und ehrlich gesagt an gewissen Stellen sogar richtig albern, aber das ist ab dem ersten Akkord sofort nebensächlich. Dieses Musical schleuderte viele zurück in ihre Jugend und erhält hier daher den verdienten dritten Platz.

 

Platz 2 Ich war noch niemals in New York (2010-2012)

Was könnte das österreichische Publikum noch mehr begeistern als Abba? Richtig, Udo Jürgens. Rund um das Schaffenswerk des mittlerweile verstorbenen österreichischen Musikers wurde von 2010-2012 eine erfolgreiche Musical-Produktion in Wien veranstaltet. Rund 21 beliebte Lieder des Musikers wurden in den meist ausverkauften Shows geboten, darunter „Vielen Dank für die Blumen“, „Aber bitte mit Sahne“, „Griechischer Wein“ und natürlich „Ich war noch niemals in New York“. Das Musical schaffte es dabei zwischen den Generationen eine Brücke zu schlagen und jung und alt zu begeistern. Mal ehrlich, „Griechischer Wein“ kennt man spätestens wenn man das erste Mal in einem Bierzelt war.

 

Platz 1 We will rock you (2008)

Hätte es denn eine andere Wahl geben können? 2008 wurde das Musical rund um die Brit-Rock-Gruppe „Queen“ in Wien aufgeführt. Und damit war der erste Platz auf dieser Liste eigentlich auch schon vergeben. „We will rock you“ spielt in einer finsteren Zukunft in der Live-Musik und Power-Akkorde von der bösen „Killer Queen“ verboten wurden. Nur eine kleine Widerstandsgruppe, die Boheamiens leistet im Untergrund noch Widerstand. So absurd der Plot auch klingt, die Inszenierung und die Musik waren atemberaubend. Und bei einem Musical muss die Handlung ohnehin nicht ganz ernst genommen werden.

Falco – Ein Grenzgänger im Porträt

Hans Hölzel kam am 1957 in Wien zur Welt. Als einziger von drei Geschwistern überlebte er die Geburt. Hölzel wird das später immer wieder als Grund für seinen Willen und sein Durchhaltevermögen anführen. Seine Kindheit war von einer starken Bindung zu seiner Mutter geprägt, nachdem der Vater die Familie sehr bald verließ. Hölzel begann nach seiner Matura ein Studium am Wiener Musikkonservatorium, brach das aber nach nur einem Semester wieder ab. In dieser Zeit betätigte er sich in zwei musikalischen Gruppen: die Cover-Band Spinning Wheel („für die Mari“) und Drahdiwaberl („für die Kunst“). Mit seinem Lieblingsinstrument, dem E-Bass, stand Hölzel, der sich mittlerweile als Falco ankündigen lies, allerdings immer in der zweiten Reihe. Ein Umstand den dieser nicht hinnehmen wollte. Vom Hörfunk boykottiert entwickelte sich schließlich sein selbstgeschriebenes Stück, eigentlich nur als Pausenfüller von Drahdiwaberl Konzerten gedacht, „Ganz Wien“ zum Wiener-Underground-Hit. Der Wiener Plattenunternehmer Markus Spiegel erkannte schließlich Hölzels Talent und schloss mit ihm einen Plattenvertrag ab. Zusammen mit Robert Ponger komponierte Falco sein erstes Debut-Album „Einzelhaft“. Auf diesem fand sich auch „Der Kommissar“ welcher im Herbst 1981 veröffentlicht wurde und europaweit Spitzenplatzierungen einfuhr und es in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich bis an die Spitze der Charts schaffte. In den USA verpasste man dagegen den großen Durchbruch. Stattdessen Coverte die Band After The Fire das Lied und kam mit einer englischsprachigen Version bis in die Top 5 der Billboard-Charts.

Rückschläge und Welterfolg

Von diesem Erfolg angestachelt begann Falco an seinem zweiten Album zu arbeiten. „Junge Römer“ erschien 1984 und wurde von vielen Musikkritikern damals als „seiner Zeit voraus“ bezeichnet. Dennoch, oder gerade deswegen, konnte die Platte nicht an die Erfolge von „Einzelhaft“ anschließen. Heute ist es das meistverkaufte Falco Album. Von diesem Misserfolg frustriert sah sich Hölzel nach neuen Produzenten und Komponisten um und wurde in Holland fündig. Zusammen mit den Bolland-Brüdern veröffentlichte der Wiener Falco III und übertraf alle Erwartungen. Die erste Single-Auskopplung Rock Me Amadeus konnte nicht nur in ganz Europa Spitzenpositionen erreichen sondern setzte sich auch für drei Wochen auf Platz eins der US-Amerikanischen Charts. Die Nachfolgesingle „Jeanny“ wurde im deutschsprachigen Raum ein Sensationshit. Kritiker erkannten in dem Text eine Verharmlosung von Vergewaltigung und Entführung und riefen zum Radio-Boykott des Liedes auf. Das verstärkte den Erfolg.

Drogen- und Private Probleme

Zu dieser Zeit nahm der Alkohol- und Drogenkonsum von Hölzel immer größere Ausmaße aus. Das machte sich vor allem bei den Bolland-Brüdern bemerkbar die immer mehr unter den unberechenbaren Stimmungsschwankungen des Wieners litten. Nach der Veröffentlichung des vierten Albums, das zwar kein Flop war, aber nicht an die Erfolge des Vorgängers anschließen konnte, beschloss man daher sich von Falco zu trennen. Die folgenden Jahre waren eher von Wirbel um das Privatleben des Falken gekennzeichnet, als von musikalischen Erfolgen. Hölzel wurde 1986 Vater einer Tochter. Die Hochzeit mit der Mutter hielt allerdings nur ein halbes Jahr. Ein Vaterschaftstest 1993 ergab, dass Hölzel nicht der biologische Vater des Kindes war. Verstärkt durch seine privaten Probleme versank der Musiker immer mehr in einer Alkohol- und Drogensucht, was sich auch auf sein Schaffen in den späten 80er und 90er Jahren niederschlug.

Comeback und Tod

Erst mit seinem mittlerweile siebten Album „Nachtflug“ konnte Hölzel im deutschsprachigen Bereich wieder an alte Erfolge anknüpfen. Um dem österreichischen Steuersystem zu entgehen entschloss sich der Wiener schließlich für eine Übersiedelung in die Dominikanische Republik wo er an seinem nächsten Album arbeiten wollte.

Kurz vor seinem 41. Geburtstag verunglückte Hans Hölzel bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Puerto Plata. In seinem Blut wurden bei der Obduktion Mengen an Kokain und anderen Drogen nachgewiesen. Hölzel wurde nach Wien überstellt wo er im Zentralfriedhof beigesetzt wurde.

Sein Postumes-Album „Out Of The Dark“ erreichte in mehreren europäischen Ländern wieder Spitzenpositionen.

Falcos Rückkehr auf die große Bühne

 60. Jahre Hans Hölzel. Den Geburtsag feiert man mit einem Wandermusical – und macht natürlich halt in Wien.

Vor 19 Jahren verunglückte Hans Hölzel – alias Falco – in der Dominikanischen Republik bei einem Verkehrsunfall tödlich. Heuer wäre der gebürtige Wiener 60 Jahre alt geworden. Um diesen Geburtstag würdig zu feiern kehrt der Falke zurück auf die große Bühne – und zwar in Form eines Musicals. Dieses wird dabei nicht an einer bestimmten Stätte aufgeführt sondern zieht als eine Art Wanderzirkus durch die deutschsprachigen Länder. Am 2. April startet die Tour in Linz und führt am 25. Mai erstmals in die Stadthalle Bundeshauptstadt.

Produzent Oliver Forster kann im Bereich des Musicals auf viel Erfahrung zurückgreifen (u.a. „Elvis – Das Musical“) und will Falco damit ein würdiges Denkmal setzen. Finanziert wird die Aufführung von der Falco-Privatstiftung. Sie wurde 2004, von der mittlerweile verstorbenen Mutter Hans Hölzels, gegründet und verfolgt die Förderung musikalischer Talente und Werke.

Alte Weggefährten und bekannte Klänge

Für die musikalische Leitung ist Thomas Rabitsch verantwortlich. Rabitsch war früher selbst Bandleader unter Falco und spielte mit diesem auch auf dem mittlerweile legendären Konzert auf der Donauinsel 1993. Von Seiten des Veranstalters zeigt man sich überzeugt hier den einzig Richtigen für „diesen Job“ gefunden zu haben. Der Musiker kann auf über 20 Jahre an der Seite Falcos zurückblicken und hat einige Arrangements seiner Lieder mit komponiert.

Die musikalische Setlist selbst dürfte dabei nur wenig Platz zum spekulieren lassen. Obwohl man diese bis zur Premiere am 02. April noch geheim hält dürften Klassiker wie „Der Kommissar“, „Jeanny“, „Junge Römer“, „Out oft he Dark“ und natürlich der Welthit „Roch me Amadeus“ fix gesetzt sein. Rabitsch machte allerdings niemals ein Geheimnis daraus, dass er ein großer Fan von „Helden von Heute“ und „Monarchy Now“ ist. Fans können trotzdem gespannt sein welche Nummern es schlussendlich noch in die Setlist geschafft haben.

Einspielungen aus original Videos treffen dabei auf die Falco-Interpretation von Alexander Kerbst. Der Schauspieler war bereits als Imitator des Falken 2013 mit seiner Cover-Band auf Österreich Tournee unterwegs.

„Falco – Das Musical“ kommt für jeweils zwei Vorstellungen am 25. Mai und 26. Juni in die Wiener Stadthalle.