Falco – Ein Grenzgänger im Porträt

Hans Hölzel kam am 1957 in Wien zur Welt. Als einziger von drei Geschwistern überlebte er die Geburt. Hölzel wird das später immer wieder als Grund für seinen Willen und sein Durchhaltevermögen anführen. Seine Kindheit war von einer starken Bindung zu seiner Mutter geprägt, nachdem der Vater die Familie sehr bald verließ. Hölzel begann nach seiner Matura ein Studium am Wiener Musikkonservatorium, brach das aber nach nur einem Semester wieder ab. In dieser Zeit betätigte er sich in zwei musikalischen Gruppen: die Cover-Band Spinning Wheel („für die Mari“) und Drahdiwaberl („für die Kunst“). Mit seinem Lieblingsinstrument, dem E-Bass, stand Hölzel, der sich mittlerweile als Falco ankündigen lies, allerdings immer in der zweiten Reihe. Ein Umstand den dieser nicht hinnehmen wollte. Vom Hörfunk boykottiert entwickelte sich schließlich sein selbstgeschriebenes Stück, eigentlich nur als Pausenfüller von Drahdiwaberl Konzerten gedacht, „Ganz Wien“ zum Wiener-Underground-Hit. Der Wiener Plattenunternehmer Markus Spiegel erkannte schließlich Hölzels Talent und schloss mit ihm einen Plattenvertrag ab. Zusammen mit Robert Ponger komponierte Falco sein erstes Debut-Album „Einzelhaft“. Auf diesem fand sich auch „Der Kommissar“ welcher im Herbst 1981 veröffentlicht wurde und europaweit Spitzenplatzierungen einfuhr und es in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich bis an die Spitze der Charts schaffte. In den USA verpasste man dagegen den großen Durchbruch. Stattdessen Coverte die Band After The Fire das Lied und kam mit einer englischsprachigen Version bis in die Top 5 der Billboard-Charts.

Rückschläge und Welterfolg

Von diesem Erfolg angestachelt begann Falco an seinem zweiten Album zu arbeiten. „Junge Römer“ erschien 1984 und wurde von vielen Musikkritikern damals als „seiner Zeit voraus“ bezeichnet. Dennoch, oder gerade deswegen, konnte die Platte nicht an die Erfolge von „Einzelhaft“ anschließen. Heute ist es das meistverkaufte Falco Album. Von diesem Misserfolg frustriert sah sich Hölzel nach neuen Produzenten und Komponisten um und wurde in Holland fündig. Zusammen mit den Bolland-Brüdern veröffentlichte der Wiener Falco III und übertraf alle Erwartungen. Die erste Single-Auskopplung Rock Me Amadeus konnte nicht nur in ganz Europa Spitzenpositionen erreichen sondern setzte sich auch für drei Wochen auf Platz eins der US-Amerikanischen Charts. Die Nachfolgesingle „Jeanny“ wurde im deutschsprachigen Raum ein Sensationshit. Kritiker erkannten in dem Text eine Verharmlosung von Vergewaltigung und Entführung und riefen zum Radio-Boykott des Liedes auf. Das verstärkte den Erfolg.

Drogen- und Private Probleme

Zu dieser Zeit nahm der Alkohol- und Drogenkonsum von Hölzel immer größere Ausmaße aus. Das machte sich vor allem bei den Bolland-Brüdern bemerkbar die immer mehr unter den unberechenbaren Stimmungsschwankungen des Wieners litten. Nach der Veröffentlichung des vierten Albums, das zwar kein Flop war, aber nicht an die Erfolge des Vorgängers anschließen konnte, beschloss man daher sich von Falco zu trennen. Die folgenden Jahre waren eher von Wirbel um das Privatleben des Falken gekennzeichnet, als von musikalischen Erfolgen. Hölzel wurde 1986 Vater einer Tochter. Die Hochzeit mit der Mutter hielt allerdings nur ein halbes Jahr. Ein Vaterschaftstest 1993 ergab, dass Hölzel nicht der biologische Vater des Kindes war. Verstärkt durch seine privaten Probleme versank der Musiker immer mehr in einer Alkohol- und Drogensucht, was sich auch auf sein Schaffen in den späten 80er und 90er Jahren niederschlug.

Comeback und Tod

Erst mit seinem mittlerweile siebten Album „Nachtflug“ konnte Hölzel im deutschsprachigen Bereich wieder an alte Erfolge anknüpfen. Um dem österreichischen Steuersystem zu entgehen entschloss sich der Wiener schließlich für eine Übersiedelung in die Dominikanische Republik wo er an seinem nächsten Album arbeiten wollte.

Kurz vor seinem 41. Geburtstag verunglückte Hans Hölzel bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Puerto Plata. In seinem Blut wurden bei der Obduktion Mengen an Kokain und anderen Drogen nachgewiesen. Hölzel wurde nach Wien überstellt wo er im Zentralfriedhof beigesetzt wurde.

Sein Postumes-Album „Out Of The Dark“ erreichte in mehreren europäischen Ländern wieder Spitzenpositionen.

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