Auf den Schnatz, Fertig, Los!

Vergangenes Wochenende fand zum ersten Mal der Austrian Quidditch Cup im ASKÖ Brigittenau statt. Die drei österreichischen Quidditch-Teams trafen am Sonntag aufeinander, um sich für den European Quidditch Cup zu qualifizieren. Die Vienna Vanguards konnten sich klar durchsetzen und gingen als Sieger aus diesem ersten nationalen Tournier hervor.

„Brooms up“ (Besen rauf) ruft der Schiedsrichter und so beginnt das Spiel der Vienna Vanguards gegen die Graz Grimms. Trotz Kälte und Regen nehmen die Quidditch-Spielerinnen und Spieler ihre „Besen“ in die Hand und rennen auf einander los. Denn für die Vanguards ist dieses Spiel entscheidend. Es geht um etwas größeres: den Einzug in den European Quidditch Cup.

Die Vienna Vanguards verteidigen ihre Tore gegen die Graz Grimms. © Larissa Schneider

In den ersten paar Minuten ist das Spiel für Zuseher nur sehr schwer zu verfolgen, denn das „Muggel-Quidditch“ ist eine Mischung aus Handball, Völkerball und Rugby mit verschiedenen Handlungssträngen gleichzeitig. Vierzehn Spielerinnen und Spieler rennen auf einem ovalen Feld herum und versuchen in insgesamt sechs kreisförmige Tore zu schießen und gleichzeitig nicht abgeschossen zu werden. Die Stirnbänder, die sie tragen, entscheidet über ihre Rolle und Position. Jäger haben weiße Stirnbänder, dürfen Tore schießen und sich gegenseitig angreifen, wenn sie den Ball „Quaffle“ haben. Die  Treiber mit den schwarzen Bändern dürfen mit Softbällen das gegnerische Team abschießen und die grünfärbigen Hüter müssen das Tor verteidigen.

Sie kommen für Potter und bleiben für den Sport

Das Quidditch, der eigentlich der Harry Potter Zauberwelt entstammt, wurde 2005 in den Vereinigten Staaten gegründet und hat sich mittlerweile zu einer großen Sportbewegung etabliert. Auf der ganzen Welt gibt es Vereine, Nationalmannschaften und sogar Weltmeisterschaften, die regelmäßig abgehalten werden.

In den Büchern bewegen sich die Spieler auf fliegenden Besen und werfen in ringförmige Tore in mehreren Metern Höhe. Das Ummünzen des Spieles in die Realität gestaltet sich auf den ersten Blick als schwierig, da Menschen an Gravitation gebunden sind. Um dennoch so nah wie möglich an das Original heranzukommen, müssen alle Spieler mit einem Plastik-Stab zwischen ihren Beinen laufen. Sie können den Stab entweder mit den Händen halten oder zwischen ihre Beine klemmen. Wenn er hinunter fällt, ist das ein Foul und die Spieler müssen zurück an ihre Tore laufen, um wieder mitspielen zu können.

Alle Spielerinnen und Spieler sind große Harry Potter Fans. Die meisten haben sich durch die Romane dafür begeistern können und spielen somit seit mehreren Jahren in ihren Vereinen mit. Es ist ein fast reiner Studentensport und viele beginnen in ihrer Studienzeit zu spielen. In Wien gibt es neben den Vienna Vanguards auch die Danube Direwolves, die regelmäßig trainieren. Was die Mitgleider miteinander verbindet ist der Sport. Denn auch wenn die Begeisterung für Harry Potter der erste Beweggrund war mitzumachen, so ist das Spielen des Quidditch der Grund, weshalb die meisten schon seit Jahren dabei sind.

Der goldene Schnatz als Tennissocke

Während sich die Spieler am Feld abmühen Punkte zu sammeln, kommt der ersehnte Moment in der 18. Minute: Der goldene Schnatz kommt ins Spiel. In den Büchern ist dies ein walnussgroßer goldener Ball, der in schnellen Bewegungen durch die Luft fliegt. In Brigittenau ist es ein junger Mann mit Pferdeschwanz und gelben Sportshorts. Das besondere an diesen Hosen: sie haben eine Klettverschluss-Vorrichtung an der eine gelbe Tennissocke mit Tennisball angebracht wird. Gleichzeitig mit dem Schnatz kommen auch die Sucher mit ihren gelben Stirnbändern ins Spiel. Nur diese haben die Befugnis, den Schnatz, also den Tennisball, zu schnappen.

Der goldene Schatz: deutlich zu sehen und sehr begehrt. © Larissa Schneider

Der Schnatz ist sehr deshalb so begehrt, da er das Spiel beendet.  Sobald eine Mannschaft es schafft, den Tennisball zu bekommen, ist das Spiel vorbei und das Team bekommt zusätzliche 30 Punkte. Diesmal haben sich die Vienna Vanguards durchsetzen können, ergattern den Schnatz und entscheiden das Match mit 130 – 30.

Doch auch, wenn am Ende die Vienna Vanguards als Sieger hervorgegangen sind, so war das Turnier wie ein Familientreffen, das zum ersten Mal stattgefunden hat. Der Austrian Quidditch Cup war zwar ein Tunier, doch auch eine Möglichkeit, die anderen Teams kennen zu lernen und Freundschaften zu knüpfen. Denn sie alle verbindet eines: die Liebe zu dem Sport, den sie Quidditch nennen.

Gruppenfoto am Ende des Spiels. © Larissa Schneider
weitere Informationen zu den Teams und Trainings-Einheiten: 

Danube Direwolves

Vienna Vanguards

Graz Grimms

Allgemeine und aktuelle Informationen zu Quidditch in Österreich unter: 
www.quidditch.at

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