Kunst macht Sinn

Das aktuelle Kunstprojekt „No Soul“ von Nachwuchskünstler Daniel Krammer ist derzeit im Offspace ‚Kaeshmaesh‘ im Wiener Stuwerviertel zu sehen. Krammer und das Kaeshmaesh wollen Kunst, Kommunikation und kulturellen Austausch fördern – und zwar abseits von Konsumzwang und etablierten Institutionen.

„No Soul“ ist ein Mix aus Gemälden, Zeichnungen und Poesie, in dem auch Gesellschaftskritik mitschwingt. Eher düster bis mystisch ist die Stimmung der surrealen Kunstwerke, die Krammer mit Öl und Tusche gemalt hat. „Es geht um Leerstellen in der Gesellschaft und darum, soziale Normen aufzubrechen“, sagt der 29-jährige Künstler. Bei der Vernissage am 8. November trägt er selbst geschriebene Texte vor. In seiner Poesie geht es um Kunst und die Möglichkeit, damit Sinn zu stiften. Auf der Gitarre begleitet wird Krammer von Lukas Glanz, einem befreundeten Musiker aus Klagenfurt.

Daniel Krammer trägt im Kaeshmaesh seine Lyrik vor, Lukas Glanz begleitet ihn auf der Gitarre. | (C) Christine Schmidl

Kunst in allen Lebensbereichen

Mit seinen Projekten hat sich Krammer mittlerweile in der österreichischen Offspace-Szene etabliert. Der gebürtige Steirer hat eigentlich Politikwissenschaft und Unternehmensführung studiert – künstlerische Ausbildung hat er keine. „Ich versuche aber, Kunst in alle Lebensbereiche zu integrieren“, sagt der 29-Jährige. Kunst stellt für ihn eine Brücke und Schnittstelle zwischen Öffentlichem und Privatem dar. In seiner Heimat Rottenmann ist Krammer stellvertretender Obmann der Kulturinitiative ‚Kulturviech‘. „Kunst und kulturellen Austausch zu fördern, ist sehr wichtig für eine offene Gesellschaft“, sagt Krammer. Daher schätzt er Offspaces wie das Kaeshmaesh, in dem er derzeit ausstellt.

Ein Teil von Daniel Krammers Kunstprojekt „No Soul“ | (C) Alexander Polt

Die Wiener Offspace-Szene

New Jörg, Einbaumöbel, Au, Synkoop, Kevin Space, Kaeshmaesh – in den letzten Jahren sind in Wien immer mehr Offspaces entstanden. Offspaces sind nicht-kommerzielle, unabhängige Ausstellungsräume für junge zeitgenössische Kunst. Die Betreiber sind meist selbst Künstler oder Kunststudenten. Im Stuwerviertel bereichert das Kaeshmaesh seit April 2016 die Kunst- und Kulturszene. Der gemeinnützige Verein hat in einem ehemaligen Bettdeckengeschäft in der Ennsgasse einen offenen Raum für Kunstprojekte geschaffen. „Das Besondere am Kaeshmaesh ist, dass durch die häufig wechselnden Ausstellungen sehr viele KünstlerInnen mit ganz unterschiedlichen Zugängen und Kunstformen bei uns ausstellen“, sagt Barbara Schneider, eines der acht Vereinsmitglieder. Ausstellungen, Konzerte, Filmscreenings, Lesungen und Workshops – das Programm reicht von bildender bis darstellender Kunst.

Verschiedenste Veranstaltungen locken Kunst- und Kulturinteressierte ins Kaeshmaesh |
(C) Christine Schmidl

Offene Räume, offene Menschen

„Wir möchten junge Kunstschaffende fördern und ihnen abseits vom traditionellen Kunstmarkt einen Raum zur Verfügung stellen“, sagt Barbara Schneider. Die Ziele des Vereins sind Kunstförderung und Kunstvermittlung. Man möchte Personen mit Kunst in Kontakt bringen, die damit sonst kaum in Berührung kommen. „Oft schauen auch Passanten im Vorbeigehen oder Leute aus dem Grätzel herein und man kommt ins Gespräch“, sagt die 24-jährige Studentin. Bobo trifft Prolo – Art Junky trifft Strizzi lautet das Motto des Vereins. Jeder soll sich im Kaeshmaesh willkommen fühlen. „Es ist ein Raum im Stuwerviertel, an dem man ohne Konsumzwang zusammenfinden kann“, sagt Schneider. Bis 15. November ist Daniel Krammers Ausstellung „No Soul“ hier noch zu sehen.

Jeder soll sich im Kaeshmaesh willkommen fühlen | (C) Christine Schmidl

Weiterführende Links:
Website von Daniel Krammer
„No Soul“ (Facebook-Veranstaltung)
New Jörg
Einbaumöbel
Au
Synkoop
Kevin Space

Titelbild: (c) Alexander Polt

Kontakt: 
Kaeshmaesh
Ennsgasse 20
1020 Wien
kaeshmaesh@gmail.com 
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Öffnungszeiten:
Mittwoch: 19-23 Uhr 
(manchmal auch Freitag: 19-23 Uhr)

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