Ein guter Rutsch: Radfahren im Winter

Am Freitag beginnt der meteorologische Winter. Trotz erhöhter Unfallgefahr begeben sich immer mehr Hartgesottene mit dem Fahrrad aufs Glatteis. Damit die Fahrt nicht zur Rutschpartie wird, geben VCÖ und Radlobby Tipps für sicheres Radeln bei Eis, Schnee und Kälte.

Im letzten Jahr wurden in den Wintermonaten in Österreich 610 Radfahrer verletzt, drei davon tödlich. Das zeigen die Zahlen der Statistik Austria. „Absolut gesehen gibt es im Sommer mehr Unfälle als im Winter“, sagt Andreas Aschenbrenner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Das liegt einerseits daran, dass trotz steigender Tendenz immer noch weniger Radler unterwegs sind als im Sommer.

Auch seien „im Winter tendenziell geübtere Radfahrer unterwegs“, sagt Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Zunehmend gehe der Trend aber in die Richtung, das Fahrrad das ganze Jahr über zu benutzen.  Jeder sechste Alltagsradfahrer schwingt sich auch im Winter mehrmals pro Monat aufs Rad, ein weitereres Viertel gelegentlich. Das ergab eine Umfrage, die das Integral Institut letztes Jahr durchführte.

Da es im Winter früher dunkel wird, ist laut Gratzer eine funktionierende Beleuchtung besonders wichtig. Zusätzlich zu der Standardausrüstung wie Reflektoren sowie Vorder- und Rückbeleuchtung, rät er zu einem sogenannten Standlicht. So bleibt man auch bei Stillstand, etwa vor Ampeln, für Autofahrer sichtbar.

Neben der Dunkelheit sind vereiste Fahrbahnen besonders kritisch. Hier empfiehlt Gratzer, langsam zu fahren und den Sattel tiefer zu stellen. So können die Füße den Boden im Ernstfall schneller berühren. Bei Plustemperaturen könne man den Sattel aber wieder höherstellen, denn „mit tiefergestelltem Sattel fährt es sich etwas anstrengender.“

Auch die Radlobby Wien, die sich als Interessensvertetung für Radfahrer sieht, mahnt zu Vorsicht bei rutschigem Untergrund. Das kann neben Eis auch Rollsplit oder Matsch sein. Vorsicht sei vor allem bei Kurven geboten, außerdem soll man bestenfalls nur die Hinterbremse benutzen.

Die Stadt Wien informiert, welche Radwege im Winter geräumt werden. (Bild: Screenshot MA

Auf welchen Radwegen geräumt wird, lässt sich mit dem kürzlich veröffentlichten „Räumungsplan“ der Stadt Wien herausfinden. Wichtige Routen im „Winterbasisnetz“ wie Ring oder Donaukanal räumt die MA 48 bevorzugt. Radwege auf kleineren Straßen befreit die Stadt Wien hingegen oft nicht von Schnee, die Radwegbenützungsplicht gilt hier übrigens nicht.

Grundsätzlich könne man sich als Winterradler in Wien glücklich schätzen, so der VCÖ. Die Schneeräumung funktioniere gut, auch wenn es an der Infrastruktur Verbesserungsbedarf gebe. „Andere Städte können sich an Wien ein Beispiel nehmen“, sagt Gratzer.

Auch die Radlobby Wien ist mit der Situation in Wien zufrieden. Man habe Verständnis dafür, dass in einer Großstadt wie Wien bei akutem Schneefall Verzögerungen auftreten, Schneefahrbahnen liegen „in der Natur der Sache“, sagt Alec Hager, Sprecher der Radlobby. „Ärgerlich“ seien hingegen „Altschnee-Haufen oder von Schneeräumern zugeschüttete Radstreifen, das sollte nicht passieren.“

Radfahrer können der MA 48 unzureichend geräumte Radwege am „Schneetelefon“ unter der Telefonnummer 01 546 48 melden.

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