(c) Ida Woltran

Tastery – Kosten vorm Kaufen

Wiens erstes Verkostungslokal hat am 17. November in der Schottenfeldgasse eröffnet. Ein neuartiges Konzept ermöglicht es Kunden, Lebensmittel kostenlos zu testen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Andreas Höllmüller möchte Konsumenten die Möglichkeit geben, Lebensmittelspezialitäten vor dem Einkauf zu verkosten. Zu diesem Zweck hat er die Tastery ins Leben gerufen, in der neugierige Gäste genau das tun können – ganz ohne „Kaufzwang“.
Das Konzept ist simpel: Produzenten mieten eine der 44 Verkaufsflächen für zwei bis drei Monate, um darauf ihre Produkte zu präsentieren. Kunden können nach Lust und Laune die ausgestellten Lebensmittel verkosten und werden aufgefordert, darüber abzustimmen, ob ihnen das Produkt geschmeckt hat oder nicht. Dazu gibt es direkt bei der Präsentationsfläche zwei Knöpfe: einen grünen für die positive, einen roten für die negative Bewertung.
Wer von einem Produkt begeistert ist, kann dieses auch gleich vor Ort kaufen und mit nach Hause nehmen – gezwungen wird man dazu aber nicht.

Die Informationen über die Bewertung der Kunden werden gesammelt, ausgewertet und den Produzenten übermittelt. Dadurch erhalten diese Feedback darüber, wie ihr Produkt bei den Konsumenten ankommt und können die Bewertungen direkt in die Produktentwicklung einfließen lassen. Die ausgestellten Produkte müssen regelmäßig, also spätestens alle zwei Monate, gewechselt werden. „Damit wollen wir Abwechslung gewährleisten“, sagt Höllmüller.

Das Tastery-Cafe, in dem Kaffee und frische Mehlspeisen angeboten werden. (c) Ida Woltran

Nie mehr Fehlkäufe

Jungunternehmer Höllmüller spielte bereits seit zwei Jahren mit dem Gedanken, sich mit einem eigenen Shop selbstständig zu machen. Damals entdeckte er auf einer Berlin-Reise Geschäfte für Rezepte samt fertig abgepackten Zutaten. Er plante, dieses Konzept auch nach Wien zu bringen, musste jedoch bald feststellen, dass Lagerung zu mühselig und Personalaufwand zu groß wären.

An Stelle der ursprünglichen Idee trat ein neuer Einfall: „Ich habe selbst beobachtet, dass ich beim Einkaufen im Supermarkt manchmal ein Produkt sehe, das ich gern probieren würde, aber von dem ich nicht weiß, wie es schmeckt. Wenn es dann auch noch etwas teurer ist, als die Lebensmittel die man sonst gewöhnt ist, kauft man das Produkt dann meistens entweder gar nicht – oder man kauft es, und wenn es nicht schmeckt, wirft man es wieder weg. Das habe ich schade gefunden“, sagt Höllmüller.

Mit der Tastery will er das nun ändern. Dadurch, dass Kunden alles kosten können, sollen „Fehlkäufe“ verhindert, und neuartige Produkte zugänglicher gemacht werden. Das „Verkostungslokal“ ist dabei laut Höllmüller das erste seiner Art.

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Ein typischer Tastery-Verkaufsstand. (c) Ida Woltran

Wanderheuschrecken und Zwetschkenröster-Pralinen

Das Produktangebot selbst ist breit gestreut: Neben Klassikern wie Pesto, Essig und Pralinen können auch ausgefallenere Spezialitäten wie zum Beispiel Wiener Schnecken oder Heuschrecken verkostet werden. Infotafeln neben den Verkostungsflächen geben den Kunden zusätzliche Auskunft über Herkunft und Hintergrund des Produkts. Bei der Auswahl der Produzenten achtet Höllmüller vor allem auf Regionalität: „Wir vergeben die Verkäufsflächen hauptsächlich an kleine, regionale Produzenten und Start-Ups“, erklärt er. Größere Unternehmen sollen nur dann einen Verkaufsstand bekommen, wenn das Produkt wirklich neuartig ist, denn „das Motto lautet ja nicht umsonst ‚Neues erschmecken’“.

Getränke wie Marillennektar, Spirituosen oder Likör können Kunden im angeschlossenen Tastery-Café probieren. Hier werden außerdem frische Mehlspeisen, Kuchen, Kaffee und Tee zum Verkauf angeboten.

Ein Besuch in der Tastery ist von Dienstag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Samstag von 11 bis 17 Uhr möglich.

Tastery
Schottenfeldgasse 73,
1070 Wien

Telefon: +43 650 666 16 18
E-Mail: office@tastery.at

Öffnungszeiten: 
Di - Fr: 09:00-19:00
Sa: 11:00-17:00

Weitere Informationen unter:
www.tastery.at

Tastery auf Instagram und Facebook

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