„Unser Theater ist gar keines!“

Das „kleinste Theater Wiens“ liegt unscheinbar versteckt in einem kleinen Keller in der Schwendergasse im 15. Wiener Bezirk. Auch wenn es seit vielen Jahren in erster Linie als Theaterschauplatz dient, war es ursprünglich als etwas mehr gedacht: als ein Ort für Kulturveranstaltungen verschiedenster Art.

Angefangen hat es damit, als einige Freunde von Christian Faltl im Jahr 2000 eine eigene Zeitung als Geschenk für den 40. Geburtstag für einen der Freunde machten; Sie nannten es „Altes Sackblatt“. Diese Idee hat allen so gefallen, dass sie es weiterführen wollten. Doch dafür fehlten noch Autoren. Christian wurde angesprochen und dabei Mitautor.

Jedoch kostet Drucken auch Geld. Und nachdem er mit seinen Freunden bei den Bezirksfestspielen im Juni 2004 erfolgriech eines seiner Theaterstücke in der Bezirksvertretung aufführte, wurde daraufhin der Klub „Freizeit- und Kulturverein der Alten Säcke“ gegründet. Die Zeitung „Altes Sackblatt“ wurde die Vereinszeitung, die dann seit damals periodisch erscheinen konnte.

Jedoch gab es noch keinen eigenen Ort als Verein. Seine Frau, Ilse Faltl, überraschte ihren Mann daraufhin im Juli 2004 mit dem Kauf der Kellerräumlichkeiten in der Schwendergasse, die sie nicht nur als Klubraum, sondern auch als Theater ausstattete und seither dem Klub zur Verfügung stellt. Am 10. Oktober 2004 wurde das Theater unter der Patronanz der Bezirksvertretung mit einer kleinen Feier und Tafelenthüllung eröffnet.

Da Christian Faltl bereits in seiner Kinder- und Jugendzeit immer wieder gerne auf der Bühne stand und zurzeit schriftstellerisch tätig ist, fanden er, sowie die Mitglieder des Klubs, für deren Hobbys einen idealen Rahmen.

 


Der Eingang  zum Theater – Quelle: http://www.sacktheater.at/

Der „Freizeit & Kulturverein“

Aus diesen beiden Faktoren heraus entstand der „Freizeit- und Kulturverein“ mit der Idee, dass Menschen ihre Freizeit dort verbringen können und Kulturveranstaltungen stattfinden. Zu aller erst gab es Klubabende mit Spieltreffen, Ausstellungen, Gesangs-, Tanz- und Theaterabenden. Letztlich haben sich vornehmlich die Tanz- und Theaterabende durchgesetzt. Aktuell entwickelt sich langsam wieder das Klubleben wie anfangs.

Theateraufführungen finden monatlich, mit Ausnahme der Sommermonate, statt. Egal ob eine Sketchparade, eine Mittelaltergeschichte oder ein Komödienspiel, alle sind Eigenproduktionen.

Im November stehen die alljährlichen „Santa Claus“ Sketches am Programm, für die jedes Jahr neue Geschichten vom Chrisitan geschrieben werden.  Z.b. die Handlung einer Zugfahrt, in dem ein Kunstliebhaber auf eine Frau vom Land trifft, die gar nichts von Kunst versteht; es entsteht eine verworrene Diskussion über Schiller und seine Dichtungen. Dabei reden beide aneinander vorbei und es entstehen verschiedene Verwechslungen, die das Publikum bei den Aufführungen erheiterten.


Martin und Renate in den Rollen der Szene „Zwei im Zug“ Quelle: Diana Budin

Zwischen den einzelnen Sketches kommen auch jedes Jahr neu einstudierte Tänze in das Programm.

Im Jänner steht bereits traditionell eine weitere Sketch-Parade auf dem Programm, im Februar folgt ein Klezmer-Singspiel und im März eine Bauchtanz Aufführung.

Aus dem Stück „Wie wird man Kurort“, das den erfundenen Schauplatz „Unterpritschelsdorf“ hat, entwickelte sich, auf Basis der großen Nachfrage beim Publikum und den Darstellern, eine Theater-Soap, mit bereits fünf Teilen (Autor: Christian Faltl). Die letzte Episode dieser Reihe, „Manöver in Unterpritschelsdorf“ wurde im Juni 2017 uraufgeführt.

Regelmäßig spielen ca. 10-13 freie Darsteller mit, die TänzerInnen nicht mitgezählt. Einige helfen auch dem künstlerischen Leiter Christian bei der Organisation (Karten-Reservierungen, Herrichten von Dekoration, Ton- und Lichttechnik, …) und Ilse beim Putzen, Zusammenräumen und Kostüme nähen.
Auf diese Art und Weise besteht dieses Theater weiter, wobei sich durchaus auch andere Veranstaltungen ergeben, wie zum Beispiel Lesungen von Thomas Burböck, Joana Angelides, Christian Faltl und Alfred Komarek, dem Schöpfer der „Polt-Krimis“. Ilse macht mit Bewegungswilligen „Ballett-Gymnastik“. Auch sie hat hier ihre Spielwiese gefunden, da sie bereits als Kind Ballett-Elevin in der damals neu eröffneten Wiener Staatsoper war.

Das sind die vielen Gründe, warum Christian Faltl in der Geschichte über das Theater schreibt: „Unser Theater ist gar keines!“.

http://www.sacktheater.at/