Andi Pianka taucht ein in seinen Text und nimmt die Teilnehmer mit auf eine literarische Reise. (c) markus piribauer, http://www.markuspiribauer.com

Dielesebühne | viele Worte und doch lautlos

Am 26. November 2017 fand im Little Stage im 5. Bezirk zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr „dielesebühne“ statt. „dieLesebühne“ ist Literaturtreffs, organisiert von Prosa-Autorin Marlene Hachmeister.  Im Mittelpunkt stehen Texte. Texte zum Nachdenken und in einer Art und Weise dargebracht, dass sie in den Köpfen der Teilnehmer wirken können. Mehr wahrscheinlich als in klassischen Lesungen. 

Die Autoren werden bei „dielesebühne“ zu Schreibenden. In aller Stille betreten die beiden Autoren des Abends gemeinsam mit der Gastgeberin die Bühne. Die literarischen Hauptakteure an diesem Abend sin die beiden Autoren Kirstin Breitenfellner und Andi Pianka. Mit ihnen nimmt ein junger Mann auf der Bühne Platz. Thomas Féanis ist Bassist. Er wird die Texte der Lesebühne an diesem Abend vertonen. Im Hintergrund hört man den üblichen Wirtshauslärm. Stimmengewirr. Lachen. Gläser, die auf dem Tresen abgestellt werden. Vor ihnen ein Laptop. Das ist an diesem  Abend ihr Arbeitsgerät.

Ein Bass durchbricht die Stille

Was folgt ist eine Flut an Buchstaben, die die Autoren in die Tasten klopfen und die über einen Projektor an der Wand im Hintergrund erscheinen. Und mit den Worten an der Leinwand, ertönt der Bass.  Mit einem Mal ist es so, als seien alle anderen Geräusche verstummt.

Der Bassist Thomas Féanis verleiht den Worten noch mehr Gefühl. (c) markus piribauer, http://www.markuspiribauer.com
Der Bassist Thomas Féanis verleiht den Worten noch mehr Gefühl.
(c) markus piribauer, http://www.markuspiribauer.com

Man versteht schnell, was Marlene Hachmeister meint, wenn sie sagt, dass die Teilnehmer zu Teilhabern werden. Das Publikum präsentiert sich als buntes Miteinander aus Literatur- und Poesiefreunden. Man kennt sich. Man mag sich und man mag die Atmosphäre die bei „dielesebühne“ herrscht.

Von Themen und Wortfindung

Die Themen wählen bei dielesebühne die Autoren selbst aus. Sie verfassen die Texte  im Vorfeld, doch durch die besondere Art der Darbietung wirken sie improvisiert. Gerade so, als würden sie spontan entstehen. Einzig der Bassist ist über die Themen eingeweiht. Doch seine musikalische Untermalung ist zu 100% improvisiert.  Er versetzt das Publikum in die entsprechende Stimmungslage und verleiht den Worten zusätzlich Gefühl.  An diesem Abend haben beide Autoren, unabhängig voneinander die Apokalypse gewählt. Andi Pianka zauberte Wortspiele und Wortkreationen an die Wand, die sowohl zum Nachdenken als auch zum Lächeln animierten.

Er ist in der Szene vor allem durch seine Auftritte bei Poetry Slams bekannt. Der gebürtige Pole nimmt regelmäßig an diesen Wettbewerben der improvisierten Sprachkunst teil. Es ist Gewinner von 33 Poetry-Slams und erhielt 2017 den Ingeborg-Flachmann-Preis, den niedrigst dotierten Literaturpreis Österreichs.

Dem Thema entsprechende Beklemmungen erzeugte die Kurzgeschichte von Kirstin Breitenfellner. Bei der Autorin könnte ein Zusammenhang zu  ihrem aktuellen Roman hergestellt werden.  In „Bevor die Welt unterging“ behandelt die FALTER-Redakteurin die Gefühle der Jugend der 80er-Jahre zur Apokalypse.  Bei dielesebühne war sie zum ersten Mal dabei.

Organisatorin Marlene Hachmeister begrüßt die Teilnehmer der 3. dielesebühne des Jahres. (c) markus piribauer, http://www.markuspiribauer.com
Organisatorin Marlene Hachmeister verabschiedet sich von Ihren Gästen ebenfalls mit geschriebenen Worten. (c) markus piribauer, http://www.markuspiribauer.com

Nach der Veranstaltung zeigt sich Kirstin Breitenfellner beeindruckt und zufrieden und beschreibt den besonderen Reiz von dielesebühne:

„Bei dielesebühne steht das Werk im Zentrum und nicht die Qualität des Vortrages. Bei Lesungen spielt sehr oft die Darbietung eine größere Rolle als das Buch bzw. das Werk selbst.“

To be continued

Das Literaturformat wird durch die Kulturkommission Margareten gefördert. Laut Organisatorin wird „dielesebühne“ im Jahr 2018 wieder drei Mal stattfinden. Der nächste Termin steht bereits fest: Die erste Lesebühne des Jahres 2018 findet am 30.01. im Einbaumöbel statt.

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