ANALOG_DIGITAL : Von Filmrollen zu Virtual Reality

Vor 20 Jahren beherrschten VHS-Kassetten unsere Wohnzimmer. Heute streamen wir über Video-on-Demand. Das Filmarchiv Austria präsentiert in der Ausstellung ANALOG_DIGITAL einen Querschnitt zur Geschichte des bewegten Bildes. Ein Besuch ist noch bis 28. Jänner möglich.

Die Digitalisierung bringt in allen Lebensbereichen tiefgreifende Veränderungen mit sich. Betroffen ist damit auch die Filmproduktion. FilmemacherInnen sowie dazugehörige Industrien und Archive versuchen die Herausforderungen zwischen Modernisierung und Gewohntem zu meistern.
Die Ausstellung stellt analog und digital erstellte Filmarbeiten gegenüber. KünstlerInnen aus aller Welt präsentieren die ästhetischen und konzeptionellen Möglichkeiten beider Formate.

Analog oder Digital?
Das ist eine Frage, die sich viele stellen. In Zeiten, in denen Vintage und Retro mehr als angesagt sind, sind auch analoge Fotoapparate und Kameras wieder en vogue. Ist das reine Nostalgie oder hat Analog einfach den authentischeren Charakter?

Filmrollen über Filmrollen. (c) Sandra Gibson & Luis Recorder

Nennen wir esRetrofuturistik
Die Ausstellung Analog_Digital nimmt sich dieser Diskussion an. Nicht umsonst lautet ihr Untertitel „Media (Ex)Changes“. Austausch kann man hier aber sowohl im Sinne von Ersatz, als auch im Sinne von Kooperation verstehen .
Unbestritten leben wir im Zeitalter der Digitalisierung. Die Botschaft der Ausstellung ist aber, dass die analoge Filmwelt deshalb nicht verschwinden sollte: Koexistenz statt Entweder-oder, um Vernetzungen von Retro und Futur herzustellen.

Technik und Material
Die Ausstellung besteht aus zwei Ebenen. Im unteren Raum steht das Material für die Erzeugung von analogen und digitalen Filmen im Mittelpunkt. Eine analoge Kamera läuft ununterbrochen, wodurch  ein Berg aus Filmrollen entsteht.
Auf einer weißen Leinwand erscheinen pulsierende Lichtwellen. Man sieht und man hört. Die Projektionsmaschinen der analogen Filmrollen rattern, der Beamer surrt.

Vergängliches und Besonderheiten
Auf der zweiten Ebene sieht man unter anderem, was passiert, wenn sich Schimmelpilze auf analogen Filmrollen ausbreiten. Eine andere Filmrolle ist zu lange in der Sonne gelegen. Wenn man sie abspielt, erscheint ein grelles Licht, das die Sonne einst selbst produziert hat.

Ein „Abbild“ der Sonne. (c) Sandra Gibson & Luis Recorder

Die Archivierung von Filmrollen ist eine logistische und chemische Herausforderung, die Kenntnisse erfordert. Die KünstlerInnen möchten aber auf den künstlerischen Wert verweisen, der dadurch entsteht.

Wenn sich Schimmelpilze mit Filmrollen duellieren… (c) Tony Lawrence – Girl on Fire

Back to the Future
Das digitale Gegenstück zu den analogen Besonderheiten ist hier eine Virtual-Reality-Brille. Setzt man diese auf, taucht man in eine andere Welt ein.
Es entsteht der Eindruck in einem völlig leeren Raum zu stehen. Nach und nach erscheinen die skurrilsten Dinge. Man fliegt, man fällt und man staunt über eine der modernsten Technologien unserer Zeit.

Realität? (c) Viktoria Tatschl

Die Zeit rennt…
Die Ausstellung hat noch bis 28. Jänner geöffnet. Außerdem organisiert das Filmarchiv eine Reihe von dazugehörigen Veranstaltungen: Podiumsdiskussionen, Workshops, Artist Talks.
Ein ausstehender Termin ist hier zu finden.

ANALOG_DIGITAL
Media (Ex)Changes

- Ausstellung: 3.10.2017 - 28.01.2018
- Metro Kinokulturhaus: Johannesgasse 4, 1010 Wien
- Öffnungszeiten: Mo-So von 15.00-21.00 Uhr
- Eintrittspreise: Vollpreis 7,50€ / Ermäßigt 6,00€


Kuratorinnen der Ausstellung: 
Eva Fischer & Anna Högner

Weitere Informationen:      Filmarchiv Austria 

                                        (Titelbild: "Side by Side" - Virgil Widrich)

 

 

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