Kickboxen im fliegenden Klassenzimmer

Ein neues Jahr bringt neue Vorsätze: Mehr Sport zu treiben, ist einer davon. Doch Sportkurse sind oft teuer und unpersönlich, genauso die Benützung des Fitnesscenters. Der Kickbox-Workshop der #openschoool ist keines von beiden.

Die #openschoool (sic) ist ein Projekt, das dazu ermutigen soll, Bildung aktiv an unterschiedlichen Orten mitzugestalten: Ein fliegendes Klassenzimmer also, in dem jeder lehren und lernen kann. Seit kurzem gehört zum Workshop-Angebot auch ein Kickbox- und Ausdauertraining. Offen ist das Training für alle Interessierten, bis zu zwölf Personen können daran teilnehmen.

Die Kurse an der #openschoool schaffen Raum, in dem Menschen von- und miteinander lernen können, unabhängig von Herkunft oder Bildungsgrad und ohne Gegenleistungen. Deshalb sind die Kurse – auch das Kickboxtraining – kostenlos. Alle, die ihr Wissen mit anderen teilen möchten, können Kurse anbieten. Bezahlt werden die Lehrenden nicht.

Lernen mit Austausch und Offenheit

Das Kickboxtraining finden mehr oder weniger regelmäßig im ersten Bezirk nahe Schwedenplatz statt. Dort nützt die #openschoool die Räumlichkeiten der KO-Alte Burse – einer Kinder-, Jugend- und StudentInnenorganisation.

Der Trainer Hadi Jaferi nimmt seine Aufgabe ernst: Wer zu viel jammert, darf ein paar zusätzliche Liegestütze machen – angeblich motivationsfördernd. Trotz des anstrengenden Trainings bleibt für die Lehrenden und Lernenden Zeit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Auch nach dem Training sitzen die Teilnehmer noch beisammen und plaudern.

Die Bedingungen für die Kurse legen die Workshopleiter selbst fest. Allgemein gilt jedoch, dass die Teilnahme niederschwellig sein soll. „Wir wollen die Workshops so gestalten, dass sie für alle offen sind“, sagt Anna Schreilechner, eine der Organisatorinnen der #openschoool. Thematisch ist alles erlaubt – neben Sportkursen wie Kickboxen bieten Lehrende zum Beispiel auch Sprachkurse oder Kreativkurse an.

Wissen einfach vernetzen

Entstanden ist die Projektidee der #openschoool bereits 2015 im Rahmen der Biennale, die unter dem Motto „Ideas for Change“ stattfand. Im Rahmen des Kunstprojekts konnten Menschen mit kurzen Reden – sogenannten „Speakouts“ – zu Themen wie Design, Unternehmertum und Gesellschaft ihr Wissen mit anderen teilen.

Sketch des Konzepts openschoool
Bildungsraum zum Lernen und Lehren (c) #openschoool

Inzwischen hat sich das Projekt zu einer Plattform für Kurse und Workshops weiterentwickelt – durch die Mitwirkenden und mithilfe neuer Kooperationspartner . „Wir wollen ein Netzwerk schaffen und so die Community vergrößern“, sagt Schreilechner. Momentan arbeitet die #openschoool mit dem Verein Vielmehr für Alle!, der sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzt, und der KO-Alte Burse zusammen.

Über die Website der #openschoool kann sich jede und jeder für Workshops anmelden, eigene Kurse anbieten oder Wünsche für zukünftige Kurse einbringen. Wissbegierige der #openschoool vernetzen sich aber nicht nur digital: Einmal im Monat veranstalten die Organisatoren eine Wunschbörse, bei der alle Interessierten miteinander spielen, plaudern und speisen können. Gemeinsam schmieden die Besucher auch Ideen für neue Workshops – ganz nach dem Motto der #openschoool: „Jede*r weiß was, jede*r kann was!“

 

Beitragsbild (c) Winnie Wendelin

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