Liebes TAGebuch, erzähl uns von früher

Einmal im Monat bringt Diana Köhle prä- und postpubertäre Tagebucheinträge auf die Bühne des Theater an der Gumpendorfer Straße. Vorgelesen werden die Passagen von den Verfassern selbst. Der TAGebuch SLAM beweist: Es ist uns allen gleich (schlimm) ergangen.

Die Lichter sind gedimmt. Das Publikum wartet gespannt. Die Veranstaltung ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Für die nächsten zwei Stunden wird hier gemeinsam gelacht – über dramatische Liebesgeschichten, vermeintliche Weisheiten und die schwierigen Zeiten der Pubertät.

„Dieser voll geile Satz: Ich bin 15! Mein Leben hat jetzt einen Sinn.“

Verantwortlich dafür ist Diana Köhle – Moderatorin, Organisatorin und Gründerin des TAGebuch SLAM. Seit über vier Jahren sorgt sie dafür, dass alte Tagebücher nicht im Kasten verstauben, sondern bringt die peinlich-dramatischen Erlebnisse, die uns in jugendlichen Jahren bewegten, vors Publikum. Mitmachen kann und darf jeder. Für Köhle ist jeder TAGebuch SLAM aufs Neue eine Überraschung.  „Jeder Abend bringt mich so befreit zum Lachen, wie selten was. Man sieht, dass die schönsten Geschichten das Leben schreibt und Tagebücher wertvolle Schätze sind, die man aufbewahren sollte.“

Seit Sommer 2015 tourt Köhle mit ihrem TAGebuch SLAM auch durch die Bundesländer l (c) Anna Konrath, Quelle: liebestagebuch.at

Gemeinsam über sich selbst lachen   

Dem Publikum scheint der TAGebuch SLAM zu gefallen, viele sind nicht zum ersten Mal hier. „Die Offenheit der Kandidaten hat mich sehr überrascht. Die Leute, die vorgelesen haben, konnten selbst darüber lachen. Ich könnte das nicht, weil es doch sehr private Gedanken sind, die man in sein Tagebuch schreibt. Aber die Stimmung war wirklich gut“, beschreibt eine Besucherin.

„Clemens, Valentin und Andi sind süß und nett, außer David, der ist nur nett.“

Kandidaten und Publikum lachen gemeinsam über alte Erinnerungen, Peinlichkeiten und Erlebnisse. So sieht das auch ein ehemaliger Kandidat. Das Publikum sei unglaublich positiv und dankbar, trotz anfänglicher Nervosität fühle man sich schnell wohl auf der Bühne.

„Am 11. Mai waren wir 100 Stunden zusammen.“ l (c) Anna Konrath, Quelle: liebestagebuch.at

Wie Poetry Slam nur anders

Der TAGebuch SLAM funktioniert ähnlich wie ein Poetry Slam. Die Kandidaten treten in zwei Runden gegeneinander an. Die Reihenfolge wird auf der Bühne ausgelost. Die erste Runde beginnt, jeder hat maximal fünf Minuten Zeit. Die Texte müssen selbst verfasst sein und aus dem originalen Tagebuch vorgelesen werden. Der Applaus des Publikums entscheidet, wer ins Finale einzieht und ermittelt schließlich auch den Gewinner des Abends.

Rosarot mit Herzchen zum Quadrat

Ende November erschien das Buch „Wir haben nämlich beide eine Zahnspange, aber er nur oben“ im Holzbaum Verlag mit dem Besten aus vier Jahren TAGebuch SLAM. Ein kleines Resümee zum Jubiläum sozusagen. Der Titel ist ein Zitat aus Köhles eigenem Tagebuch. Alle Textpassagen seien authentisch und wurden bei dem einen oder anderen Slam vorgelesen, betont Köhle. Sie habe sich monatelang durch unzählige Tagebucheinträge gearbeitet bis sie zur finalen Auswahl gekommen sei. Ganz egal an welcher Stelle man das kleine rosarote Buch öffnet, man findet immer etwas zu Lachen.

Link zur Veranstaltung

Weitere Termine:
So, 18.02.2018 19:00 Uhr
So, 25.03.2018 19:00 Uhr

Karten: 11 Euro/9 Euro (ermäßigt) 

TAG - Theater an der Gumpendorfer Straße
Gumpendorfer Straße 67
1060 Wien 
Tel: +43 / 1 / 586 52 22
mail@dasTAG.at

Bei Interesse selbst mitzumachen eine E-Mail an diana@liebestagebuch.at senden.

Beitragsbild (c) Anna Konrath

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