KOLOMAN MOSER, Liebespaar, um 1914 © Leopold Privatsammlung, Foto: Leopold Museum, Wien

Das Wien der Moderne

Die Sonderausstellung „Wien um 1900“ im Leopold Museum zeigt ausgewählte Werke des Wiener Jugendstils und des Expressionismus. Das „Best-Of“ versammelt in insgesamt vier Schauräumen Arbeiten von Gustav Klimt, Koloman Moser, Richard Gerstl und Oskar Kokoschka.

Gustav Klimt, Koloman Moser und Egon Schiele starben im Jahr 1918 in Wien. Hundert Jahre später feiert die Stadt die Wiener Moderne – und das Erbe ihrer Künstler.

Den Anfang macht dabei das Leopold Museum mit einer Sonderausstellung zum „Fin de Siècle“, der künstlerischen Bewegung rund um die Jahrhundertwende.

„Wir können 2018 die wichtigsten Ausstellungen zum Themenjahr der Wiener Moderne anbieten“, sagt Leopold-Direktor Hans-Peter Wipplinger.

Die Wiener Expressionisten

Die Sonderausstellung, die seit 18. Jänner im Leopold Museum zu sehen ist, vereint die Werke vierer Künstler, die Wien um 1900 prägten.

Den Anfang macht dabei Richard Gerstl (1883-1908), dem der erste Schauraum der Ausstellung gewidmet ist. Zu sehen sind eindrucksvolle Portraitmalereien des Expressionisten Gerstl, die nach Stationen in Frankfurt und New York nun wieder ins Leopold Museum zurückgekehrt sind.
Unter den gezeigten Werken sind auch die berühmten, großformatigen Selbstbildnisse des Künstlers, der 1908 im Alter von nur 25 Jahren nach einer gescheiterten Liebesaffäre Selbstmord beging.

Der darauffolgende Ausstellungsraum steht ganz im Zeichen von Oskar Kokoschka (1886-1918). Auch hier stechen die plastischen Selbstportraits des Künstlers ins Auge, vor allem dessen „Selbstbildnis, eine Hand ans Gesicht gelegt“. Die Biographie an der Wand gibt Aufschluss über das bewegte Leben des Künstlers, der im zweiten Weltkrieg nach England flüchten musste, da sein Werk von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ angesehen wurde.

Meister des Jugendstils

Die letzten beiden Räume bilden das Herzstück der Sammlung. Hier präsentiert das Leopold Museum zunächst einige ausgewählte Hauptwerke von Gustav Klimt (1862-1918), darunter „Tod und Leben“, „Aufziehendes Gewitter (Die große Pappel)“ und „Am Attersee“.
Die ausgestellten Gemälde sind nur ein kleiner Auszug aus dem Schaffenswerk Klimts, über den dessen Schüler Egon Schiele sagte, er sei „ein Künstler von unglaublicher Vollendung, ein Mensch von seltener Tiefe. Sein Werk ein Heiligtum.“

Im letzten, größten Ausstellungsraum dreht sich schließlich alles um den Maler, Kunsthandwerker und Grafiker Koloman Moser (1868-1918). Moser gilt als einer der wichtigsten Künstler in Wien um 1900 und als einer der Hauptvertreter des Wiener Jugendstils.
Er war Mitbegründer der Wiener Werkstätte und der Secession. In dieser Funktion war er auch maßgeblich an der Gestaltung der Vereinszeitschrift „Ver Sacrum“ beteiligt.
Die Sonderausstellung „Wien um 1900“ präsentiert ausgewählte Gemälde und Designobjekte des Künstlers, darunter Möbel, Plakate und Kunsthandwerk.

Die Sonderausstellung kann noch bis 10. Juni 2018 besucht werden. Für Studenten sind ermäßigte Eintrittskarten um 8 Euro erhältlich, regulär kostet der Eintritt 13 Euro.

„WIEN UM 1900 Klimt – Moser – Gerstl – Kokoschka“ 
18.01.2018 bis 10.06.2018
Leopold Museum
MuseumsQuartier Wien

Öffnungszeiten:
Täglich außer Dienstag:  10 – 18 Uhr
Donnerstag:              10 – 21 Uhr
Feiertage:               10 – 18 Uhr

Beitragsbild:
KOLOMAN MOSER, Liebespaar, um 1914 © Leopold Privatsammlung, Foto: Leopold Museum, Wien

 

 

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