Ahir Shah

How to laugh in English

Am 13. Jänner trat im Tunnel im Rahmen der „Stand-Up Comedy – How to Laugh in English“-Veranstaltungen der britische Kabarettist Ahir Shah auf. Er präsentierte sein neues Programm „Control“, mit welchem er beim Edinburgh Comedy Festival als „Beste Show“ nominiert war. Das Kellergewölbe war restlos ausverkauft, Stühle Mangelware.

Ahir Shahs Auftritt ist geprägt von typisch britischem Humor, der mitunter sehr schwarz sein kann. So beginnt er davon zu erzählen, wie sich seine Familie, die aus Indien einwanderte, ein neues Leben aufbaute: „Ich weiß nicht, wie sie es machten, aber sie kauften Immobilien auf. Aber kein Wunder, überall wo sie hingezogen sind, sanken die Preise für Häuser“. Er beklagt sich darüber, dass er von seinem Vater zur Integration erzogen wurde. Wegen ihm klinge er mit seinem Oxford-Englisch „wie ein Butler“. Außerdem wurde er von seiner Familie zum Genie erklärt, weil sie in seinem Zimmer den Text zu „Bohemian Raphsody“ von Queen fanden und ihn für einen großen Dichter hielten.

Großbritannien, die Kolonialgeschichte und seine Rolle im Irak-Krieg kommen in Shahirs Show nicht gut weg. Er freue sich schon auf den Tag, an dem Indien nach dem Brexit die Briten finanziell unterstützen muss. „Einfach so, wie es Angola jetzt bei Portugal macht.“

„Take the country back! – From whom?“
In seinem Auftritt werden so ziemlich alle relevanten politischen und gesellschaftlichen Themen der letzten Zeit auf sehr zynische Art und Weise durchgenommen. Natürlich nicht nur die Brexit-Wahl, die Shah ironischer Weise auf der „Isle of White“ (eigentliche Isle of Wight, Anm.) verfolgte. Der weltweite Aufstieg der Rechtspopulisten und des Rassismus (dabei spricht er nicht nur von Großbritannien, auch Donald Trump und sogar Sebastian Kurz kommen dran) wird tiefgründig aber dennoch witzig aufgearbeitet. Sein sprachgewaltiger Appell für eine liberale Gesellschaft, der ohne Requisiten auskommt, endet schließlich in einer bewegenden Schilderung von den Terroranschlägen in Paris. Shah spielte an dem Tag eine Show in der französischen Hauptstadt und musste während all dem Chaos seine Freundin suchen. Getrennt hätten sie sich aber später trotzdem, erzählt er dann wieder grinsend.

„Englisches Frühstück ist ein Schweine-Holocaust“
Die lokalen Stand-Up-Comedians Jack Holmes und Okello Dunkley eröffneten den Abend ganz klassisch mit viel Publikums-Beteiligung. Dies wurde Jack gleich zum Verhängnis, als er nach den Herkunftsländern der Anwesenden fragte und als Antworten nur „Syrien“ und „Venezuela“ zurückgerufen wurde. Darüber kann man keine Späße machen. Er schaffte es aber genau deshalb trotzdem. Ganz sicher aber, als er das englische Frühstück vorstellte, das einfach nur aus Schweinefleisch besteht und von ihm deshalb als „pig-holocaust“ bezeichnet wurde.

Ahir Shah: Ausverkauf im Wiener Tunnel.
Ahir Shah: Ausverkauft im Wiener Tunnel. Foto: Konstantin Auer

Okello, Mitbegründer und Organisator der „How to laugh in English“-Veranstaltungen, schlussfolgerte aus Trumps „Shithole Countries“-Saga, dass auch er sich mehr Immigranten aus Norwegen wünsche. Der gebürtige New Yorker bringt regelmäßig internationale, englischsprachige Comedians in den achten Bezirk:

 
9. Februar: Pierre Novellie Stand Up Comedy in English
17.Februar: Open Mic and New Material Night in English
21.Februar: The Best Damn Bar Quiz Night!
16.März Open Mic and New Material Night in English
23.März: The Best Damn Bar Quiz Night!

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