Keiner sudert hier übers Kaffeesieden

In der Ottakringer Brauerei fand von 12. bis 14. Jänner das Vienna Coffee Festival statt. Neben Kaffeegenuss auf höchstem Niveau gab es sich duellierende Milchschaumkünstler, Cup Tasting- und Barista-Wettbewerbe zu sehen. Umrahmt wurde das Spektakel von Music Acts wie DJ Jimmy Dean aus London, DelaDap und einem Special Club Gig.

Espressosätze werden ausgeklopft, Milchschäumer zischen, es riecht nach frischem Kaffee. Angekommen in der Bierbrauerei, die sich für ein Wochenende in ein Kaffeeliebhaber-Paradies verwandelt hat, ist schnell klar: Wer Lust auf Kaffee hat, ist hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Wahl fällt schwer. Für ein zwölf Euro Tagesticket konnte man neben den bekannten „Klassikern“ von Nespresso, Meindl und Co. auch Kaffee kleinerer Röstereien wie Vettore, Alpha Coffee oder Röstraum verkosten. Knapp 40 Aussteller waren am Vienna Coffee Festival mit dabei. Wem das zu eintönig ist, der probiert ein Cold Brew – kalt gebrühten Kaffee – oder trinkt einen Cocktail. Espresso Martini versteht sich von selbst.

Für Abwechslung konnte man Espresso Martini Cocktails verkosten © Alexandra Dornauer

Milchschaumkunst in der Brauerei

Die Ottakringer Brauerei als Veranstaltungs-Location bietet Platz für Evens jeglicher Art. In den Räumlichkeiten Hopfenboden und Gerstenboden waren die Championship-Bühnen aufgebaut. Hier fanden die Wettbewerbe in den Disziplinen Latte Art, Barista, Cup Tasting, Brewers Cup, und Coffee Spirits statt. Partnerschaftlich zum Coffee Festival sorgte das Vinyl & Music Festival mit einem Line Up von Jimmy Dean bis DelaDap und vielen mehr für musikalische Unterhaltung. Als Special Club Gig trat am Samstagabend der „Hot Pants Road Club“ auf.

Musikalisch untermalt wurde das Vienna Coffee Festival von Vinyl & Music © Alexandra Dornauer

„Kaffee hat über 1000 Aromen“

Das Münchner Traditions-Kaffeehaus Dallmayr konnte mit einer einfallsreichen Marketing-Strategie punkten. Für ihre angebotene Kaffeeverkostung nahmen laut eines Dallmayr-Mitarbeiters die Festival-Besucherinnen und Besucher bis zu einer Stunde Wartezeit in Kauf. Vier Kaffees wurden verkostet: zwei Filterkaffees, zwei Espressi. Dazu gab es Luftschokolade, Marzipan-Küchlein, Kaffeelikör und Gewürzsand. Die Degustation solle einer Weinverkostung ähneln. Durch die Verkostung wurde erklärend geführt um Aufmerksamkeit für die Kaffeearomen zu schaffen. Denn „Wein hat 500 Aromen und Kaffee hat über 1000 Armomastoffe“, so ein Mitarbeiter der Firma Dallmayr.

Die vier Stationen der Dallmayr-Verkostung © Johannes Glöggler

Three waves of Coffee

„Wir befinden uns heute in der ‚third wave of coffee‘“, erklärt ein Aussteller der Cold Brew Bier herstellt. Das ist eine Bewegung, bei der die Kaffeequalität im Mittelpunkt steht und Coffee Festivals stattfinden. Kaffee wird wie Wein als Genussmittel gesehen. Es herrscht Perfektion und Kontrolle vom Anbau bis zur fertigen Tasse Kaffee. Als „first wave“ wird die Zeit um 1900 bis Mitte der 90-er bezeichnet. Kaffee etablierte sich in dieser Zeit als Massenprodukt und nimmt einen Fixplatz im Supermarktregal ein. Die Qualität stand dabei im Hintergrund, Herkunft und Handel spielten keine Rolle. Kaffee musste billig sein. Die „second wave“ beschreibt die Phase vom Filterkaffee zum „Coffee to go“. In den 90-ern entwickelte sich ein regelrechter Hype. Die „To-Go“-Kultur wurde zum Lifestyle.

Großer Andrang herrschte bei der Dallmayr-Verkostung © Alexandra Dornauer

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