Gewürze im Schraubglas

Lieber Ohne

In dem Bio-Unverpackt-Laden „Lieber Ohne“ im 6. Bezirk in Wien, der im November eröffnet hat, muss man auf nichts verzichten – außer auf Plastik. Denn Claudia Mäser und Markus Ivany haben der Verpackung von Lebensmitteln den Kampf angesagt. Mit „Lieber Ohne“ möchten die beiden ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und Plastikmüll setzen.

Beim Eintreten in den Laden sticht einem sofort die Kühlvitrine ins Auge. Darin befinden sich mehrere Frischhaltehauben. Viele davon sind mit verschiedenen Käsesorten gefüllt, in anderen gibt es aber auch Wurst oder Butter. Angefangen von Obst und Gemüse über Getreide bis hin zu Kosmetikartikel, im Bio-Unverpackt-Laden „Lieber Ohne“ findet sich für jeden etwas. Inmitten des Ladens sind Kisten worin Obst und Gemüse gelagert wird; in den Regalen stehen Schraubgläser voll mit Kräutern und Gewürzen und an der Wand hängen Glasspender gefüllt mit Nüssen oder Trockenwaren, wie Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchten. Auch Produkte mit flüssiger Konsistenz, zum Beispiel Öl oder Flüssigwaschmittel, kann man ganz handlich in den benötigten Mengen „abzapfen“.

 

Produkte
Plastikfreie Produktvielfalt © Lisa Jeuschnigger

„Als Wassersportler und Surfer bin ich an relativ vielen Stränden dieser Welt gewesen und die schauen teilweise sehr desaströs aus. Und das hat mich zum Denken angeregt“,

so Markus über seine Motivation, bewusst Müll in seinem Leben zu reduzieren. Die Idee von einem eigenen Geschäft kam ihm erst, als er sich eine Zeit lang mit dem Thema „Zero-Waste“, also Müllvermeidung, beschäftigt hat. Mithilfe seiner Bekannten Claudia wurde das Projekt vom Bio-Unverpackt-Laden dann 2016 konkret und rund ein Jahr später, nämlich am 13. November 2017, eröffneten sie gemeinsam „Lieber Ohne“.

 

Markus und Claudia
Gründer Markus & Claudia © Lieber Ohne

Einkaufen mit Sinn

Das Prinzip von „Lieber Ohne“ ist ganz einfach: Man kann seine eigenen Behälter, wie Tupperware, Schraubgläser oder Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen und diese dann mit der gewünschten Menge an Lebensmittel füllen. Wenn man keinen Behälter mit sich hat, kann man sich auch vor Ort einen ausleihen oder kaufen. Für den schnellen Einkauf gibt es ökologische Sackerl. Bezahlt wird nach Gewicht, das heißt, es werden die leeren Behälter zu Beginn an der Kassa gewogen. Nachdem diese gefüllt wurden, wird das Leergewicht des Behälters vom endgültigen Gewicht abgezogen.

Transparenz beim Transport

Lebensmittel wie Gemüse oder Teigwaren werden zum Teil von den Produzenten selbst in den Laden gebracht. Die gekühlten Produkte hingegen stammen vom Bio-Großhandel. Dieser wird zuerst von den Bauern beliefert und vertreibt die Lebensmittel dann weiter. Auf diesen Weg kann garantiert werden, dass es zu keiner Unterbrechung der Kühlkette kommt. Trockenwaren aller Art werden in großen Einheiten gekauft, die in Papiersäcken aufbewahrt und transportiert werden. Im Laden angekommen füllen Markus und Claudia die Lebensmittel dann in die besagten Behältnisse um. So kommt es auch beim Transportweg zu keiner Plastikverschwendung.

Essecke
Essecke „Lieber Ohne“ © Lisa Jeuschnigger

Auch für das leibliche Wohl ist bei „Lieber Ohne“ gesorgt. Claudia, die zuvor als Köchin in einem Restaurant gearbeitet hat, kümmert sich  darum, dass die Gäste täglich ein warmes Menü zur Auswahl haben.

„Ich schau was von den Lebensmittel, die wir jetzt gerade im Laden haben verbraucht werden werden muss und was man daraus machen könnte. Es ist nicht nur Mittagessen, es sind auch Kuchen – Obstkuchen mache ich ab und zu oder ich koche ein Chutney ein.“ – Mitbegründerin Claudia

Verpackungsfreies Wien

„Lieber Ohne“, ist bereits der vierte Unverpackt-Laden in Wien. Die Pionierin in Sachen „Zero Waste“ ist Andrea Lunzer. Bereits im Jahr 2014 eröffnete sie ihre „Lunzer’s Maßgreißlerei“ und setzte damit den Trend, unnötige Verpackung aus dem Geschäft zu bannen. 2016 folgte dann mit „Der Greißler unverpackt.ehrlich“ ein weiterer Zero-Waste-Shop und im April 2017 öffnete der Laden „Warenhandlung Wenighofer und Wanits“ seine Pforten.

 

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