E-Roller. Die Zukunft der Fortbewegung

Mehr als 1000 elektrisch betriebene Roller können in Wien zur Fortbewegung genutzt werden, Tendenz steigend.

Für einige ein nützliches Fortbewegungsmittel, für andere ein Hassobjekt: der E-Roller. Seit Mitte September huschen die wendigen Scooter durch die Innenstadt. Die Anbieter Lime, Bird und Tier sind seit kurzen in Wien aktiv und bieten ihre E-Roller zum Gebrauch an. Diese können über die jeweilige App ausfindig gemacht werden und mit der Fotografie des QR-Code, der sich auf dem Scooter befindet,  kann die Fahrt gestartet werden.

Die Kosten sind überschaubar, jedoch wird eine Kreditkarte benötigt. Für das entriegeln eines Rollers fällt eine Pauschale von einem Euro an. Bei den Anbietern Lime und Tier fallen pro  angefangene Minute 15  Cent an kosten an, Bird rechnet nach jeder abgelaufenen Minute ab.  „Für mich ist es ein gutes Fortbewegungsmittel wenn man schnell zum Supermarkt muss. Verwenden kann ich ihn auch wenn ich angeschlagen bin und mich nicht so gut zu Fuß bewegen kann“, meint Michael, ein begeisterter E-Roller Fahrer. Laut Anbietern dürfen die Roller im ganzen Stadtgebiet verwendet werden, jedoch sind die Parkmöglichkeiten begrenzt, es muss in einer dafür vorgesehenen Zone geparkt werden, diese sind in der App ersichtlich. Ist dies nicht der Fall und es wird in einer roten Zone, Innere Stadt oder Parks, geparkt fallen Kosten von bis zu  25 Euro an.

Das Fahrgefühl

Unser Selbstversuch wird sogar vom ORF beobachtet. Quelle: ORF

Aufgrund des batteriebetriebenen Motors ist die Beschleunigung beachtlich. Nach kurzem anschieben läuft der E-Motor an und es kann eine Geschwindigkeit bis 30 km/h erreicht werden, die Maximalgeschwindigkeit kann im engen Stadtverkehr aber kaum erreicht werden. Die Bremse kann entweder durch einen Hebel am Roller oder durch eine „Rücktrittsbremse“ betätigt werden.

Der Selbstversuch zeigt: Die elektrische Bremse am Roller  bremst  wesentlich angenehmer und nicht derart abrupt wie die „Rücktrittsbremse“.  Durch Anzeigen auf dem Roller können Geschwindigkeit und Batteriestand immer im Auge behalten werden. Hat der Scooter nur noch wenig Batterie muss er wieder aufgeladen werden.

„Become a Charger“

Um den Betrieb flüssig aufrecht erhalten zu können, werben die Anbieter auf ihren Websites und Apps mit guter Bezahlung für sogenannte „Charger“, also Privatpersonen die Roller in der Nacht aufladen. Diese „Charger“ sammeln leere E-Scooter spät abends um 22:00 ein und laden sie, meist an der heimischen Steckdose, wieder auf.

„Um den Roller aufzuladen benötigt es an die drei Stunden. Mit diesen drei Stunden kann eine Entfernung von acht bis zehn Kilometer zurückgelegt werden“, so Michael zur Dauer des Ladevorgangs.  Zu früher Stunde ,um 7:00, müssen die Scooter dann wieder an ihren Abholplatz ausgeliefert werden. Die Vergütung pro Anbieter ist unterschiedlich, jedoch kann an einem Abend bis zu 150 Euro verdient werden. Die eigenen Stromkosten müssen natürlich abgezogen werden. Wird ein Roller als Defekt gemeldet,  wird er vom jeweiligen Anbieter eingesammelt und nach Reparatur wieder zur Verfügung gestellt.

Ein Sicherheitsrisiko

Häufig werden die Roller nahe Fahrradständern abgestellt

Ein Problem das speziell den Anbieter Lime betrifft. Nach Fällen in den USA, bei denen der Roller während der Fahrt zerbrach, muss ein Modell des Anbieters nun zurückgezogen werden. Auch in Wien waren einige der defekten Roller unterwegs. Lime warnt vor Rissen in den Rollern. Laut Gesetz sind E-Scooter, da sie die Grenze von 25 km/h überschreiten, mit einem Fahrrad gleichgesetzt und dürfen somit nur auf Radwegen oder gemischten Verkehrszonen fortbewegt werden.

Für Autofahrer meist ein rotes Tuch. „ Diese Dinger fahren vor mir auf der Straße und ich komme nicht vorbei, wozu gibt es die Radwege wenn sie nicht verwendet werden“, meint Maximilian zur Situation auf Wiens Straßen. Geschoben werden darf der Roller auch auf Gehwegen. Aufgrund des rein batteriebetriebenen Motors sind die Roller zudem sehr leise und kaum zu hören, nur ein leichtes Summen wird wahrgenommen. Ebenso können die Roller für Personen mit Seh- oder Hörschwäche, nicht zuletzt wegen den hohen Geschwindigkeiten, ein Problem darstellen. „Eines Tages wird es noch einen Toten auf Wiens Straßen geben, weil diese Roller nicht gehört werden“, so Maximilian abschließend.

Weiterführende Links:

Lime

Bird

Tier