Ins Netz der Wiener Linien gehen

Drei Diebe nutzen das Verkehrsnetz der Wiener Linien als Fluchtroute. Die Bande hatte sich gestern aufgeteilt und war mit Bus, Bim und U-Bahn innerhalb des Gürtels unterwegs. Über 100 Agentinnen und Agenten beteiligten sich am kostenlosen Spiel der Wiener Linien und nahmen die Verfolgung auf. Die Weihnachtsversion des Spiels gibt einen Vorgeschmack auf die nächste Ausgabe, die schon vorbereitet wird.

Fans des Spieleklassikers „Scotland Yard“ kommt das Konzept bekannt vor: Mister X ist im öffentlichen Verkehrsnetz einer Großstadt unterwegs und alle paar Runden gibt es Informationen zu seinem Standort. Die Wiener Linien haben dieses Brettspiel gestern erstmals in einer Weihnachtsversion in die Realität übertragen.

Den Teams werden die „Ganoven“ vorgestellt (Foto: Lena Raffetseder)

Innerhalb des Gürtels waren die drei „Ganoven“ Mr. X-mas, Miss U und Mister W unterwegs. Und mit ihnen – so die Handlung – alle Weihnachtsgeschenke Wiens. Die 50 Teams zu maximal drei Personen mussten innerhalb von zwei Stunden alle Ganoven abfangen und Weihnachten retten. Start war die Station Volkstheater. Vertreter der Wiener Linien versorgten die Kandidatinnen und Kandidaten mit allen nötigen Informationen und um 16:26 erhielten alle Mitspielenden die erste SMS: „Miss U wurde gesichtet! U1, Schwedenplatz!“

SMS im Minutentakt

Die nächsten Schritte der Ganoven antizipieren und den Überblick über alle Standorte bewahren – das sind die Herausforderungen indiesem Strategiespiel.

Mister W entkommt in der Bim (Foto: Wiener Linien)

Alle paar Minuten erfahren die Teams per SMS den Standort einer gesuchten Person: „Unser Weihnachtswunsch: Holt die Geschenke von Mister W zurück! Linie 62, Kliebergasse.“ Wird ein Ganove angetroffen, bekommt das Team eine Visitenkarte. Die drei Visitenkarten ergeben gemeinsam den Geheimcode und eine Telefonnummer. Wer zuerst anruft, hat gewonnen.

Entscheidungsfreudigkeit ist gefragt: aussteigen, weiterfahren, Richtung wechseln. Rund zwei Stunden hatten die Spielerinnen und Spieler Zeit, um den wichtigen Anruf zu tätigen. Das Siegerteam musste lang in der „Agentenzentrale“, dem Besucherzentrum Volkstheater, auf die anderen Teams warten.

Spielerisch werben

Das Gewinnerteam brauchte keine Stunde, um alle Diebe abzufangen. Für alle anderen war um 18.30 Uhr die Zeit abgelaufen.

Der „Agentenausweis“ für das Spiel (Foto: Lena Raffetseder)

Die Nachricht kam wie gewohnt per SMS: „Die Mission war erfolgreich! Die Schurken wurden geschnappt und die Geschenke gesichert! Sofort zurück ins Hauptquartier!“ Während das Brettspiel „Scotland Yard“ ab acht Jahren spielbar ist, haben die Wiener Linien kein Spiel für Kinder entwickelt.

Das Mindestalter für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist 16. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und haben Spaß am kostenlosen Spiel, das die Wiener Linien seit 2009 durchführen. Gegenüber „Studentenleben“ geben sich die Wiener Linien uneigennützig. „In erster Linie soll das Spiel Spaß machen. Positiver Nebeneffekt: man lernt ganz spielerisch den Netzplan der Wiener Öffis besser kennen“, sagt Pressesprecherin Lisa Schmid.

Für das Unternehmen ist diese Form des „Urban Gaming“ vor allem gutes Marketing. Die Aktion ist beliebt, die 50 Startplätze sind schnell weg. Mario ist bei seinem Eintreffen in der Spielzentrale am Volkstheater froh, dass er bei der Anmeldung schnell genug war. Für eine Top-Ten-Platzierung im Spiel hat es dieses Mal aber nicht gereicht. „Nächstes Mal sind wir wieder dabei! Und feilen dafür noch an unserer Taktik“, sagt der 29-Jährige.

Das Siegerteam mit den „Ganoven“ (Foto: Wiener Linien)

Viele Gewinner

Im Juni 2019 wird im Netz der Wiener Linien wieder Agent gespielt. Dann geht es erneut auf die Jagd nach Mister X, anstatt nach Mister X-mas. Die weihnachtliche Version des Spiels fand heuer erstmals statt und stand im Zeichen der Stiftung Kindertraum. Durch Spenden der Teilnehmenden und der Wiener Linien wird einem Kind ein Herzenswunsch erfüllt. Die Gewinner gingen auch nicht leer aus: Die drei besten Teams erhielten zur Belohnung Produkte aus dem Fan-Shop der Wiener Linien.

 

(Beitragsbild: © Jobst/ Wiener Linien)