Arena Wien

„Signale 18“: Musik gegen Rechts

Für Toleranz, Solidarität und Zivilcourage: Beim Festival „Signale 18“ am Mittwoch in der Arena Wien wollen zehn Musiker politische Statements setzen. Außerdem gibt es zwei Workshops zu zivilem Ungehorsam und antirassistischer Zivilcourage.

Musik soll wieder politisch werden. Das ist das Ziel der Veranstalter von „Signale 18“, einem Musikfestival mit Workshops am Mittwoch ab 16 Uhr in der Arena Wien. Musiker, Betreiber von Plattenlabels und einige engagierte Freiwillige wollen mit der Veranstaltung, die heuer zum ersten Mal stattfindet, ein Zeichen gegen Rechts und für zivilgesellschaftliches Engagement setzen.

Obwohl die Festivalsaison eigentlich längst vorbei ist, können die Besucher in der Arena zu überwiegend österreichischer Musik ausgelassen tanzen und den vorweihnachtlichen Stress hinter sich lassen. Die Punk-Band „Schapka“, Sängerin Christiane Rösinger, die DJanes von „Bad&Boujee“ und viele andere Musiker werden für Stimmung sorgen. Moderieren werden den Abend Denice Bourbon und Josef Jöchl von „PCCC“, Wiens erstem „Queer Comedy Club“. Eine große musikalische Party ist den Veranstaltern aber nicht genug. Auch aktuelle politische Themen sollen auf dem Festival eine Bühne bekommen.

Die musikalische Journalistin Christiane Rösinger.
Sängerin Christiane Rösinger, die auch als Journalistin tätig ist,  wird am Mittwoch in der Arena Wien auf der Bühne stehen. Foto: Christina Zück

Musik soll Grenzen überwinden

Den Veranstaltern geht es bei „Signale 18“ letztlich vor allem darum, „ein gesellschaftspolitisches Zeichen für ein solidarisches Miteinander zu setzen“, betonen sie. Man wolle an die positive Stimmung von 2015, als Flüchtlinge offenherzig empfangen wurden, anknüpfen. Musik habe nämlich das Potenzial, ein Zeichen für Solidarität zu werden. Zehn Musiker mit verschiedensten Backgrounds und diverse musikalische Genres stehen bei „Signale 18“ auf dem Programm. Sie sollen zeigen, dass Musik Grenzen überwinden und Menschen zusammenbringen kann – egal wie sie aussehen, welchen Pass sie haben, wen sie lieben und wie viel sie besitzen.

Aber auch der Protest gegen die türkis-blaue Regierung, der etwa bei den Donnerstagsdemos Woche für Woche laut wird, soll auf der Bühne der Arena fortgeführt werden. Viele der Veranstalter gehen beinahe jeden Donnerstag mit Transparenten gegen die Politik der Regierung auf die Straße, nun wollen sie auf der Bühne der Arena mit Musik protestieren. Man müsse ein Zeichen gegen die „Zerstörung der institutionellen Demokratie durch Karrieristen und Burschenschafter“ setzen, betonen die Veranstalter. Das sei auch den mitwirkenden Bands und Sängern ein Anliegen.

Programm reicht von elektronischer Musik bis Hip-Hop

Neben „Schapka“, Christiane Rösinger und „Bad&Boujee“ sind die Pop-Gruppe „Gustav + Band“, „Fauna“, die vor allem experimentelle elektronische Musik macht, die DJ-Gruppen „Schiceberg Drehli Robnik“ und „Club Randale“ sowie die Hip-Hopper von „Femme DMC“ und „Scattah Brain“ mit dabei. Ein Highlight des Abends soll  der Auftritt der „Signale Band“ werden, die sich unter anderem von Clara Luzia, Manuel Rubey und Gerald Votova von „Familie Lässig“ sowie von „Bosna/Akut“ und „Schmieds Puls“ Unterstützung holt. Noch bevor die zehn Musik-Acts für Stimmung sorgen, startet das Festival am Mittwoch aber mit politischen Inhalten.

Clara Luzia, Manuel Rubey und Gerald Votava alias "Familie Lässig" werden bei "Signale 18" auftreten. Foto: Jules Stipsits
Clara Luzia, Manuel Rubey und Gerald Votava alias „Familie Lässig“ werden bei „Signale 18“ zusammen mit der „Signale Band“ auftreten. Foto: Jules Stipsits

Workshops zu Zivilcourage und zivilem Ungehorsam

Im Vorfeld der Konzerte können die Besucher nämlich zwei Workshops besuchen. Der erste beschäftigt sich mit der „Rechtsgrundlage für antirassistische Zivilcourage“. Betroffene und Zeugen von rassistischen und diskriminierenden Kontrollen der Polizei und anderen fremdenfeindlichen Handlungen sollen dort erfahren, wie sie sich wehren können. Anlaufstellen, Institutionen und Gesetze, die im Zusammenhang mit antirassistischer Zivilcourage von Bedeutung sind, werden vorgestellt. Außerdem werden die Teilnehmer darüber diskutieren, ob, wann und wie rechtliche Mittel sinnvoll sind.

Der zweite Workshop befasst sich mit zivilem Ungehorsam. Wer bereits Erfahrungen mit Demonstrationen, Boykotts, Streiks oder anderen Formen des zivilen Ungehorsams gemacht hat, kann diese im Workshop einbringen. Außerdem werden die Teilnehmer einige Aktionsformen gleich selbst ausprobieren.

Beide Workshops starten um 16 Uhr, um 20 Uhr folgen dann die Live-Auftritte in der Arena. Tickets für „Signale 18“ sind  bei WienXtra Jugendinfo oder online bei der Arena Wien erhältlich – wie viel sie kosten, bleibt jedem selbst überlassen. Je nachdem wie viel man zahlen möchte, kostet der Eintritt 15, 20 oder 30 Euro. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt drei Initiativen zugute: „maiz“, ein Verein für Migrantinnen, „Queer Base“, ein Verein für Homo- und Bisexuelle sowie Trans- und Interpersonen, die nach Österreich geflüchtet sind, und der „Mosaik Blog“, auf dem politische Beiträge und Analysen veröffentlicht werden, erhalten finanzielle Unterstützung.

Mehr Infos zu „Signale 18“ gibt es auf Facebook und der eigenen Homepage. Zu den Workshops kann man sich per Mail an workshops@signale.jetzt anmelden.

Beitragsbild: Arena Wien, © Michael Katai (CC-BY-SA-2.5), Wikimedia