Foto: Nina Pöchhacker

In diesen Lokalen „stinkts.net“

In Österreich ein komplett rauchfreies Lokal zu finden ist schwer. Auf der Plattform „da.stinkts.net“ sind Restaurants, Wirtshäuser und Bars gelistet, in denen Zigarettenrauch im Innenraum verboten ist. Allein in Wien sind das 709 Lokale.

Peter Czaak ist Wirt und Raucher. In seinem Gasthaus „Beim Czaak“ im 1. Wiener Bezirk gilt jedoch ein striktes Rauchverbot. Als die Regelung mit den abgetrennten Raucherräumen Gesetz wurde, entschied sich Peter Czaak dazu, in seinem Lokal das Rauchen zu verbieten. Damit ist er einer von 3153 Gastronomen und Gastronominnen in ganz Österreich, die auf  „da.stinkts.net“ zu finden sind. Die Initiative versteht sich als Plattform für komplett rauchfreie Lokale – Gaststätten mit abgetrennten Raucherräumen sind dort nicht zu finden.

Essen ohne Zigarettenqualm: Auf „da.stinkts.net“ sind die Lokale auf einer Karte eingezeichnet Screenshot: Nina Pöchhacker
Gründer sind „begeisterte Nichtraucher“

„Mit dieser Initiative wollen wir erreichen, dass der Nichtraucherschutz in Österreich weiter ausgebaut wird – und wünschen uns, dass in Österreich bald alle Lokale völlig rauchfrei sind“, heißt es auf der offiziellen Beschreibung von „da.stinkts.net“. Gegründet wurde die Plattform von Bernhard und Josef Schenkenfelder sowie Martin Schlagnitweit. Sie sind „begeisterte Nichtraucher“, wie sie sich selbst beschreiben: „Der Zigarettenrauch in den Lokale hat uns immer gestört. Es war uns ein Anliegen, rauchfreie Lokale auf einer einzigen Website zu listen „, sagt Josef Schenkenfelder.

Nutzer der Homepage könnten rauchfreie Lokale so besser und schneller finden. Gegliedert ist die Seite in Bundesländer, Städte und für Wien in Bezirke.  Die Plattform wächst: Allein im Dezember gab es zehn neue Registrierungen von rauchfreien Lokalen. Mittlerweile haben sich auch Wirte und Wirtinnen aus Liechtenstein angeschlossen. Die Seite zählt derweil 13 Restaurants. Die Gründer sehen sich auch vom Volksbegehren „don’t smoke“ bestätigt. In Wien, wo laut „da.stinkts.net“ 709 Lokale rauchfrei sind, betrug die Zustimmung zum Volksbegehren 16,9 Prozent.

Peter Czaak vor seinem Lokal "Beim Czaak" im 1. Bezirk in Wien. Foto: Nina Pöchhacker
Peter Czaak vor seinem Lokal „Beim Czaak“ im 1. Bezirk in Wien. Foto: Nina Pöchhacker
Weniger Raucher, weniger Umsatz?

Die Wirtschaftskammer begrüßte das Aus für das Rauchverbot in der Gastronomie vor einem Jahr. Raucher seien keine Menschen zweiter Klasse und der Gesundheitsschutz könne nicht auf dem Rücken der Gastronomen ausgetragen werden, hieß es vom Fachverband Gastronomie in einer Aussendung. Die große Befürchtung ist, dass ein Rauchverbot einen Umsatzrückgang bedeutet.

Wirt Peter Czaak kann mit diesem Argument wenig anfangen. Dass sein Gasthaus freiwillig rauchfrei wurde, habe ihm nicht geschadet, sagt er: „Wir machen mittlerweile mit dem Essen mehr Umsatz als früher, weil die Leute länger bleiben. Früher trat man ins Lokal ein und war in einem Rauchschwall. Da sind viele nur für Getränke geblieben und dann wieder gegangen, weil es zum Essen eben nicht angenehm war.“ Für Raucher hat Peter Czaak vor der Eingangstür einen Aschenbecher an der Wand montiert. Er selbst genehmigt sich dort auch seine Rauchpausen.

Die Anzahl der rauchfreien Lokale auf der Plattform bezieht sich auf den 1. Jänner 2019.

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