Ein Stück Thailand mitten in Wien

In einer kleinen Nische des Weltmuseums erzählen Alexander von Wiedenbecks Fotodrucke von Armut und Hoffnung. Auf zwei weiß verkleideten Pappwänden zeigt die Fotoschau thailändische CARE-Projekte und was sie bewirken. Die Fotos dokumentieren das Leben in abgelegenen Regionen Thailands und wie CARE dort Menschen unterstützt. 

Betritt man zum ersten Mal das Weltmuseum durch eine der beiden Flügeltüren, staunt man. Der erste Raum des Museums ist ein riesiger Saal mit einzigartiger Architektur. In den höheren Geschossen warten ähnlich ausgefallene Reliquien fremder Länder und Zeiten. Noch bis zum 27.02.19 wartet ist im Erdgeschoss des Museums die Fotoschau „Experience Thailand zu sehen. Weg von touristischen Stränden und alkoholschwangeren Partymeilen dokumentierte Alexander von Wiedenbeck das Leben in Thailand. Der ehemalige Modefotograf begleitete dort CARE-Projekte. CARE ist eine internationale Hilfsorganisation, die schon nach dem Zweiten Weltkrieg Mittellose in Deutschland und Österreich unterstützte. In Thailand betreibt die Nichtregierungsorganisation (NGO) mehrere Projekte in abgelegenen Regionen.

Indigene Karen in Nordthailand. Fotografien von Alexander von Wiedenbeck

Klimawandel
Von Wiedenbecks Fotografien zeigen vor allem Hoffnung. In den ländlichen Regionen Thailands stehen die Menschen vor neuen und alten Herausforderungen. CARE berät und unterstützt sie bei diesen. Ein Teil der Fotoschau nimmt einen mit in den Norden Thailands zum indigenen Volk Karen. Dahin, wo der Klimawandel den Anwohnern eine ihrer Haupteinnahmequellen nehmen wird. Aufgrund der Temperatur- und Wetteränderungen wird langfristig eine weniger ergiebige Reisernte erwartet. Die ersten Vorbereitungen werden bereits getroffen. Viele der Karen-Frauen lernen weben. Ihre bunten Kleider sollen die Landwirtschaftseinnahmen aufbessern und werden auf Märkten verkauft.  Besonders bei Touristen sind sie beliebt. 

Vom Laufsteg in den Dschungel
Dass er mal Hilfsprojekte dokumentieren würde, hätte Alexander von Wiedenbeck am Anfang seiner Karriere wohl nicht gedacht. Lange war er als Modefotograf tätig. Seine Arbeit brachte ihn nach New York, Hong Kong als auch nach Paris. Dort bildete er vor allem Schauspieler, Models und Sänger ab. Auf seiner Website beschreibt der Fotograf sich als dankbar für sein gutes Leben. So dankbar, dass er etwas an die Welt zurückgeben will. So kam er auf die Idee die Arbeit von NGOs zu fotografieren und sie so zu unterstützen. Die Erlöse seiner verkauften Bilder finanzieren NGO-Projekte. Heute, so von Wiedenbeck, spezialisiert er sich auf „echte“ Momente und fotografiert „das Wesentliche“.

Die indigenen Karen. Fotografie von Alexander von Wiedenbeck

Alles auf Neuanfang
Eine Autostunde südlich von Bangkok liegt Samut Sakhon. In dem kleinen Ort steht eine von CARE betriebene Schule. In Thailand werden myanmarische Kinder meist nicht unterrichtet. Viele Familien flohen aus dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Nachbarland Myanmar. Oft leben sie nach ihrer Flucht verarmt. CARE unterstützt die Familien bei der Integration. Neben Burmesisch und Mathematik steht für die Kinder auch Thailändisch auf dem Stundenplan. Von Wiedenbeck fotografierte die Kinder der CARE-Schule in Samut Sakhon. Sie lächeln selbstbewusst in die Kamera. Sie sehen glücklich aus. Die CARE-Projekte geben ihnen neue Hoffnung. CARE hilft ihnen bei dem Start in einen neuen Lebensabschnitt.

Die Ausstellung des Fotografen Alexander von Wiedenbeck ist noch bis zum 27. Februar im Weltmuseum Wien in der Hofburg zu sehen.