Es ist Kinomontag in der Vorstadt

Kino in Kaffehausatmösphäre: Das Projekt Vorstadtkino Währing holt den Flair romantischer kleiner Vorstadtkinos zurück in den 18. Wiener Gemeindebezirk. 

WIEN. Das Vorstadtkino Währing lässt Kino- und Kaffeehausliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten kommen: Von 21. Jänner bis 18. Februar werden jeden Montag um 20 Uhr Filme unterschiedlicher Genres gezeigt. Und das nicht in einem Kino, sondern in einem richtigen Wiener Kaffeehaus: dem Konzertcafé Schmid Hansl.

Insgesamt fünf Mal können Interessierte Filme hier in Kaffeehausatmosphäre bei einem Stück Kuchen oder einem Weißen G’spritzten ansehen. Und weil Geschmäcker nicht nur beim Essen und Trinken, sondern auch bei Filmen verschieden sind, haben sich die Veranstalter ein vielseitiges Programm überlegt.

Das Vorstadtkino Währing startete mit dem mehrfach ausgezeichneten Film „Die beste aller Welten“. Ein Kontrastprogramm dazu bildet „Futkarli“, ein französischer Kolportagefilm aus den 50er Jahren. Wer bis dahin noch nicht fündig geworden ist, tut das vielleicht am dritten Kinomontag mit der Dokumentation „Angeschwemmt“, die von der Donau und den Menschen, die an ihren Ufern leben, erzählt. „Fang den Haider“ ist ein Dokumentarfilm einer belgischen Filmemacherin, den es am darauffolgenden Montag spielt. Helmut Qualtinger rundet das Programm als „Mann im Schatten“ am letzten Spieltag, den 18.Februar, ab.

Mehr als nur ein Film

So unterschiedlich die Filme im Vorstadtkino Währing auch sein mögen, haben sie trotzdem alle etwas gemeinsam: Sie werden von der #Klappeauf Wochenschau sowie einem kurzen Vorfilm begleitet. #Klappeauf ist eine Initiative, die mit Kurzfilmen zu gesellschaftspolitischen Anliegen den öffentlichen Diskurs fördern und Desinformation bekämpfen will. Vor der Unterhaltung durch den Film gibt es also auch ein bisschen Information. Und um das Vorstadtkino so richtig authentisch zu machen, gibt es vor jeder Filmvorstellung auch noch einen Kurzfilm zu sehen – wie es früher eben üblich war.

Die #KlapeAuf Wochenschau soll den Diskurs um aktuelle Themen fördern © #KlappeAuf

„Die Idee, Kurzfilme in die Programmreihe mit aufzunehmen, greift nicht nur eine frühe Kinotradition auf, in der es selbstverständlich war, kurze Filme vor den eigentlichen abendfüllenden zu programmieren“, erklärt Geri Weber, stellvertretender Geschäftsführer von sixpackfilm, der das Programm der vierten Auflage des Vorstadtkinos mitgestaltet hat. Denn die präsentierten Kurzfilme seien außerdem inhaltlich als Ergänzung und Kommentar auf die Langfilme abgestimmt.

Kino wie damals

„In der 60-er Jahren gab es sie noch, die Kinos der Außenbezirke, die Vorstadtkinos. Oft neben Wirts- und Gaststätten und von deren Wirten mitbetrieben. Mitte der 70er-Jahre waren sie fast alle verschwunden,“ sagt Andreas Gous, der neben Weber für das Programm der fünf Kinomontage mitverantwortlich ist. Das Iris Kino in der Gentzgasse etwa, das es von 1913 bis 1982 gab, war ein klassisches Vorstadtkino des 18. Bezirks. Das Projekt Vorstadtkino Währing  holt den vergangenen Zauber dieser kleinen Kinos nun wieder zurück nach Wien. Und  es kommt noch besser. Denn im Konzertcafé Schmid Hansl muss man den Gastraum nicht einmal verlassen, sondern kann ganz gemütlich an seinem Tisch sitzen bleiben.

Das Iris Kino: Ein Ehemaliges Vorstadtkino in der Gentzgasse im 18. Bezirk © Bibcomic/Herwig Jobst

Wer nun also ein paar Jahrzehnte zurückreisen und den Flair der Wiener Vorstadtkinos erleben möchte, kann dies noch bis inklusive 18. Februar jeden Montag ab 20 Uhr im Konzertcafé Schmid Hansl tun. Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Beginn, Ö1 Clubmitglieder erhalten dort eine Ermäßigung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich in allen Bank Austria Filialen sein Ticket schon vorab besorgen. 

Weitere Infos sowie den Spielplan gibt es unter https://www.vorstadtkinowaehring.at