wiener eistraum

Weltneuheit beim Wiener Eistraum

Zweistöckig Eislaufen – das kann nur ein Traum sein. Vielleicht der Wiener Eistraum. Denn: Seit 18.1.2019 schlängeln sich die Eislaufbahnen nicht nur auf einer, sondern auf zwei Ebenen über den Rathausplatz und seinen Park. Der weltweit erste mobile und zweistöckige Eislaufplatz. Ohne die natürlichen Gegebenheiten vor Ort wäre der Eistraum aber nicht umsetzbar gewesen. 

400.000 m Kühlschläuche. Würde man die Schläuche aneinanderreihen, käme man damit bis nach Innsbruck. So viel Kühlung braucht es, um eine Fläche von 9.000 m², was etwas mehr als einem Fußballfeld entspricht, in eine Eislandschaft zu verwandeln. Was am Ende dabei raus kommt, kann sich noch bis 3. März am Rathausplatz in Wien sehen lassen.

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Der Wiener Eistraum geht auf das nächste Level – den Besuchern gefällt’s. © C. Herbst

Der Eistraum stockt auf!

Wenn man das Eislaufgelände betritt, wird schnell klar, dass es sich nicht um eine Winterhalluzination, sondern um die Wirklichkeit handelt. Über eine Rampe gelangt man in das obere Stockwerk des Eislaufplatzes, den „Sky Rink“. Wer sich schon jetzt mühsam einen Eisberg in Schlittschuhen erklimmen sieht, um in die Höhe zu gelangen, kann aufatmen. Die Rampe nützt das natürliche Gefälle von Rathaus Richtung Burgtheater, die Steigung ist minimal. Oben angekommen, kann man auf der 850 m² großen Terrasse den Ausblick aus dem 2. Stock auf Burgtheater und die Eisläufer im „Erdgeschoss“ genießen. Die körperliche Anstrengung ist gering, die technische Umsetzung war um einiges schwieriger.

„Es wurde monatelang geplant. Neben den Eisläufern fährt auch die Eismaschine auf die obere Etage, wir mussten beim Bau daher besonders auf die Statik achten“, sagt Alexander Zerzer, Projektleiter des Wiener Eistraums. Bis zu 100 Mann wurden zum Ausbau des heurigen Wiener Eistraums benötigt.

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Viel Planung und Material für den Eistraum: Die Rampe zum Sky Rink ist 120 Meter lang. © stadtwienmarketing

Man muss klein anfangen

„Oben und unten Eislaufen, das kann was. Man hat einfach viel mehr Platz“, meint eine Besucherin. Bis der Wiener Eistraum auf die heutige Größe anwuchs, verging viel Zeit. Genauer gesagt 24 Jahre. Seit 1996 gibt es den Eistraum bereits, vorwiegend um die Touristenflaute im Jänner und Februar zu überbrücken. „Der ehemalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk hatte die glorreiche Idee, den Rathausplatz zu beleben“, so Gerlinde Riedl, Chefin des Veranstalters Stadt Wien Marketing. Die Initiative ist geglückt, vergangene Saison zählte man rund 700.000 Besucher.

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Bereits seit 24 Jahren dient der Rathausplatz als Eislaufgelände  © stadtwienmarketing

Die Fläche hat sich seit 1996 verfünffacht. Über die Jahre ist der Wiener Eistraum zu einer Eislandschaft, bestehend aus vier großen Laufplätzen, 550 Laufmeter Pfade durch den Rathauspark, Eisstockbahn und einem zweiten Stockwerk herangewachsen. Für den Sky Rink musste auch das Budget aufgestockt werden, rund 400.000 € Zusatzkosten verursacht die Novität. Höher wurden auch die Preise: der Eintritt für Erwachsene kostet nun 8 anstatt 7,50 Euro.

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Gratis Eintritt am Eröffnungstag verursachte lange Warteschlangen am Rathausplatz  © C. Herbst

„Es ist ein enormer Vorteil, dass wir so ein tolles Ambiente haben und der Eistraum zwischen Burgtheater und Rathausplatz liegt. Wenn er irgendwo auf einer grünen Wiese stehen würde, dann würde er an Reiz verlieren“, so Gerlinde Riedl. Die Popularität des Eistraums macht ihn zum österreichischen Exportschlager. Für einen Nachbau im kalifornischen San Francisco habe das Wiener Vorbild bereits Modell gestanden, so die Geschäftsführerin des Veranstalters. Man sei stolz darauf, von Amerika zu kopiert werden. In San Francisco verweist man auf das Design gemäß dem „Viennese Icerink“.

Was der Eistraum kann

„Um die 3.000 Menschen können gleichzeitig am Eis sein“, heißt es seitens des Veranstalters. Falls es zu Stürzen kommt, stehen zahlreiche Ordner zur Seite. Auch eine Sanitätsstation gibt es. Klüger wäre es präventiv vorzugehen und einen Schutz zu tragen. Helme werden kostenlos verliehen, trainieren können Besucher auf einer Übungsfläche, die sich ab 16:00 Uhr in acht Eisstockbahnen verwandelt. Für 70€ die halbe Stunde können Gruppen bis zu zwölf Personen inklusive Guide auf der Eisstockbahn ihren Spieltrieb ausleben. Senioren und Jugendliche bis 15 Jahre fahren ermäßigt. Studentenrabatt gebe es laut Veranstalter keinen, dafür erhalten Gruppen ab 10 Personen Ermäßigungen. Kinder können auf einer zusätzlichen Übungsfläche trainieren – Stütz-Pinguin zum Anhalten inklusive.

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Ob mit Stütz-Pinguin oder mit Mama an der Hand, die Kleinsten üben fleißig © C. Herbst

Kindergärten, Horte und Schulkinder des Wiener Schulverbandes benützen den Platz an Schultagen von 10:00-16:00 Uhr kostenlos. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig freut sich sichtlich über den Anblick aus dem vorgelagerten Rathaus: „Es ist nett, die Kinder am Vormittag beim Sporteln und Spaß haben zu sehen.“ Wer sportelt, wird hungrig: zahlreiche Gastro-Standeln haben neben Bio-Sau-Hax’n, gebrannten Mandeln, Kaiserschmarrn und Mohnnudeln auch vegane Speisen im Angebot.

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Kulinarisch ist viel geboten – einige Gastro-Stände setzen auf Bio-Qualität. © C. Herbst

„Wien ist und bleibt eine Stadt, die sich auf Traditionen besinnt, gleichzeitig lebt, pulsiert und sich verändert“

Mit diesen Worten und dem anschließenden traditionellen „Eis frei!“ eröffnete Bürgermeister Michael Ludwig am 18. Jänner den Wiener Eistraum. Kurze Zeit später gab es kein Halten mehr. Der Gratis-Eintritt am Eröffnungstag lockte hunderte Schlittschuhfahrer auf das Glatteis und den neuen Sky Rink.

Tipp: Wer sein Ticket online bucht, erhält 10% Rabatt auf den Eintrittspreis. Eisläufer, die keine eigenen Schlittschuhe besitzen, können sich gegen eine Kaution von 50 Euro eines der 2.000 mit Warmluft vorgewärmten Paar Schuhe ausleihen.

Öffnungszeiten:
18. Jänner bis 3. März täglich geöffnet von 10:00 bis 22:00 Uhr

Preise:
Erwachsene: € 8
Kinder (Jg. 2003 oder jünger): €5,50
Senioren (ab Jg. 1957 und älter): € 6
Ermäßigungen für Familien, Gruppen

 

Bilder:
© stadtwienmarketing
© Christina Herbst