Zwischen Punk und Aktivismus: Westwood-Dokumentation im Filmhaus

Vivienne Westwood war in den 1970ern die Ikone des Punk. Mittlerweile ist sie erfolgreiche Modedesignerin, Umweltaktivistin und von der Queen geadelt. Die Doku „Westwood: Punk, Icon, Activist“ zeigt den rasanten Aufstieg der Designerin und ist jetzt in sechs Sondervorstellungen im Filmhaus zu sehen. 

Der Dokumentarfilm über die britische Modeschöpferin feierte beim Sundance Filmfestival 2018 Premiere.  Jetzt kommt er zum ersten und einzigen Mal in Österreich auf die Leinwand. Am 27.1., 28.1., 5.2., 10.2.,19.2. und 24.2. kann man sich „Westwood: Punk, Icon, Activist“ im Filmhaus, dem Ableger des Filmcasinos am Spittelberg, ansehen. Das Biopic ist Teil der Reihe „Special Screenings“, in der Klassiker der Filmgeschichte neben aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen auf dem Programm stehen. Programmleiter Gerald Knell hat den Film dafür ausgewählt, weil Westwood für ihn „Begründerin des Punk, Umweltaktivistin, Modeschöpferin und eine starke Frauenfigur“ ist. 

Vivienne Westwood und Ehemann Andreas Kronthaler als Aktivisten mit dem Greenpeace-Team ⓒ Greenwich Entertainment

Regisseurin Lorna Tucker hat für ihr erstes Großprojekt die Designerin selbst, ihre Familie und berühmte Persönlichkeiten, wie Model Kate Moss interviewt. Außerdem blickte sie drei Jahre hinter die Kulissen des Modeimperiums und begleitete Westwood als Aktivistin für Tier- und Umweltschutz. 

Westwood vs. Tucker 

Der Aktivismus kam Westwood aber zu kurz. Schon vor der Veröffentlichung distanzierte sich die Designerin auf Twitter von dem Film. Westwood kritisierte in ihrem Posting, dass sich der Film zu sehr auf Mode und zu wenig auf ihre aktivistische Arbeit konzentriere. Auch im Film selbst merkt man, wie ungern die Designerin über ihre frühe Phase in der Modeindustrie spricht. Im Film auf ihre Zeit als Punk angesprochen, sagt Westwood sichtlich genervt: „Warum muss ich das erzählen ? Kann man nicht einfach Archivmaterial verwenden ?“ Regisseurin Tucker ließ sich von Westwoods Forderungen schlussendlich aber nicht beirren und zeigt in ihrem Projekt die gesamte Laufbahn der Designerin. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk erzählt die Regisseurin von ihrem Streit mit der Designerin und warum sie Westwood trotzdem immer noch bewundert.

Westwood in Wien

Besonders kunstinteressierten Zuschauern wird eine Location in „Westwood: Punk, Icon, Activist“ bekannt vorkommen: die Universität für angewandte Kunst. Westwood verbrachte nämlich selbst einige Jahre in Wien und unterrichtete eine Modeklasse an „der Angewandten“. In mehreren Szenen sieht man sie beim Unterrichten ihrer Klasse in den späten 1980er Jahren. Mit einem ihrer damaligen Schüler, Andreas Kronthaler, ist sie mittlerweile seit über 20 Jahren verheiratet. Der Tiroler, der 20 Jahre jünger als Westwood ist, kommt im Film auch zu Wort und sagt über seine Frau: „Es gibt Vivienne, die Modedesignerin. Es gibt Vivienne, die Aktivistin. Und dann gibt es noch Vivienne, den Menschen. Ich mag all ihre Facetten, aber ganz besonders mag ich Vivienne, den Menschen.“

Westwood und Kronthaler bei der Arbeit Ⓒ Greenwich Entertainment

Wer sich Vivienne Westwoods Lebensgeschichte anschauen will, kann sich den Film am 27.1., 28.1., 5.2., 10.2.,19.2. und 24.2. im Filmhaus ansehen, aber Achtung, die Tickets sind begehrt !

Tickets unter: www.filmcasino.at/film/westwood/