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Wien Museum gibt jungen Flüchtlingen Platz für ihre Kunst

Junge Flüchtlinge stellen ihre Kunstwerke im Rahmen von „Der fliegende Teppich. Bitte bleib in Wien.“ im Wien Museum aus. Manche davon sind aus einem bestimmten Grund unvollendet. Besucher können die Ausstellung noch bis zum 3. Februar anschauen. Und das bei kostenlosem Eintritt.

Neben dem riesigen Stadtplanmodell im zweiten Obergeschoss des Wien Museums befindet sich ein kleiner Raum. Normalerweise beachten ihn die Besucher kaum, doch in den kommenden zwei Wochen befindet sich hier eine spannende Ausstellung. Junge Flüchtlinge stellen ihre Werke aus, die sie im vergangenen Jahr in einem Atelier in Wien Favoriten produziert haben. Es ist keine gewöhnliche Ansammlung von Bildern. Vielmehr ist „Der fliegende Teppich. Bitte bleib in Wien.“ das, was die Stadt für Flüchtlinge zwischen 15 und 21 Jahren bedeutet und was sie aus ihrer alten Heimat vermissen.

20 Bilder, der fliegende Teppich und ein berührendes Video

Insgesamt 21 Kunstwerke sind ausgestellt, darunter ein fliegender Teppich, der sich durch den ganzen Raum zieht. Ein Mittelpunkt der Ausstellung ist das Video über den 19-jährigen Fahad Alsamarai, der vor drei Jahren mit seiner Familie aus dem Irak flüchtete und sich in Wien integriert hat. Doch es gibt ein Problem – vor wenigen Tagen kam sein negativer Asylbescheid und Fahad weiß nicht, wie es weitergehen soll. Genau wie bei Fahad hängt auch die Zukunft vieler anderer Künstler an den Behörden. Aus diesem Grund sind einige Kunstwerke unvollendet.

Fahad Alsamarai spricht über sein Leben
Fahad Alsamarai spricht im Video über seinen negativen Asylbescheid, Foto: Oliver Plischek

Der Teppich als Symbol

Laleh Monsef und Rahman Hawy leiteten das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien entstand. Die Geflüchteten bekamen dabei die Aufgabe, ihre Flucht, Träume und Visionen bildlich darzustellen und sie dabei mit Wien in Verbindung zu bringen. „Wir haben es geschafft, einen Teppich zu machen, der fliegt, und das ist nicht so einfach“, sagte Monsef stolz bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag. Monsef würde sich wünschen, dass jeder Flüchtling einen fliegenden Teppich hätte. So müsste niemand auf der Suche nach einem besseren Leben tausende Kilometer zu Fuß und im Wasser zurücklegen.

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Die Künstler vermischten Wien mit ihrer Heimat, Foto: Klaus Pichler

Auch Nurten Yilmaz, Nationalratsabgeordnete der SPÖ, war bei der Eröffnung der Ausstellung dabei. Für sie als gebürtige Türkin spielt das Thema Integration auch in der Politik eine wichtige Rolle. „Meine erste Assoziation war eine Liebeserklärung an Wien, aber ein fliegender Teppich ist ja immer unterwegs. Egal ob ihr weiterfliegt oder hier bleibt, ihr habt in dieser Stadt eure Spuren hinterlassen“, sagte sie zu den Künstlern.

Letzte Chance das Wien Museum zu besuchen

Nicht nur die Ausstellung schließt bereits in zwei Wochen wieder, auch für das 132-jährige Wien Museum ist dann erstmal Schluss. Es stehen wichtige Sanierungsarbeiten an, die bis mindestens 2022 dauern. Damit jeder zuvor noch einmal ins Museum gehen kann, gibt es bis zum 3. Februar kostenlosen Eintritt für alle Besucher.

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